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NWZonline.de Region

Vom Bohrschiff live ins Klassenzimmer

18.11.2017

Oldenburg 18 Schüler des Herbartgymnasiums haben am Donnerstagmorgen einen einmaligen Einblick in ein schwimmendes Chemielabor, das sich rund 300 Kilometer vor Perth (Australien) befindet und Proben aus Gesteinsschichten entnimmt, bekommen. Doch dafür musste der Chemie-Leistungskurs des 11. Jahrgangs nicht Down Under reisen. Mit einer Liveschaltung zeigte Professor Dr. Hans-Jürgen Brumsack den Schülern das Forschungsschiff „Joides Resolution“ und stellte ihnen einige seiner Kollegen vor. Er forscht und lehrt als Geochemiker an der Universität Oldenburg. Im Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität leitet er die Arbeitsgruppe „Mikrobiogeochemie“. Organisiert wurde das virtuelle Zusammentreffen von der ICBM-Sprecherin Simone Wiegand und der Lehrerin Sarah Sobik.

Zwei Schüler des Leistungskurses kümmerten sich darum, die Technik im Klassenzimmer vorzubereiten, so dass die Liveschaltung um 8.30 Uhr starten konnte. Sobald alles fertig war, hieß es warten. Plötzlich war der Professor auf dem Bildschirm. „Können Sie mich hören?“ Nachdem die Verbindung zum Schiff stand, konnten sich die Schüler viele verschiedene Ecken des Schiffs ansehen. Vom Bohrturm bis zum Chemielabor stellte der Oldenburger einige Bereiche vor.

Zeit für die zahlreichen Fragen der Schüler, die sie zusammen mit ihrer Lehrerin vorbereitet haben, blieb zum Schluss der Videoübertragung. Wie das Leben auf so einem Schiff sei, fragte ein Schüler. „Das Arbeiten auf begrenztem Raum ist man gewöhnt, wenn man Meeresforscher ist“, erklärte der Professor. „Kann es denn auf dem Schiff gefährlich werden?“, war eine weitere Frage. „Wir können uns draußen nicht ohne Helm bewegen", antwortete Brumsack von Bord des Schiffes im Südozean. Denn Sicherheit stehe an erster Stelle. Auch spezielles Training soll die Mitarbeiter auf das Arbeiten an Bord vorbereiten.

Bereits seit Ende September ist Brumsack auf dem Schiff, das zwei Monate lang auf Expedition im Südozean unterwegs ist. „Joides Resolution“ ist ein Bohrschiff. In über vier Kilometern Wassertiefe und aus mehr als 1000 Metern tiefen Bohrlöchern im Meeresboden können damit Proben aus Gesteinsschichten entnommen werden. Zum Teil verharrt das Schiff über mehrere Wochen an derselben Stelle, weil eine tiefe Bohrung lange dauern kann. Mit den entnommenen Proben erforscht das Wissenschaftler-Team an Bord das Klima der Südhemisphäre und die Trennung des australischen Kontinents von der Antarktis vor mehr als hundert Millionen Jahren in der Kreidezeit.

In 12-Stunden-Schichten wird rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche gearbeitet. Doch was gefällt dem Professor am meisten an der Arbeit auf dem schwimmenden Chemielabor? Dass er über zwei Monate nichts als Wissenschaft machen könne, reize Brumsack besonders, sagte er. Doch auch die Kollegen machen die Expedition interessant. „Was ich unglaublich spannend finde, ist mit so vielen Leuten aus unterschiedlichen Nationen zusammenzuarbeiten.“ Er ist der einzige deutsche Meereswissenschaftler an Bord. Insgesamt arbeiten auf dem Schiff mehr als 120 Personen aus 25 Nationen, berichtete der Oldenburger. Somit erklärten auch Forscher auf Englisch den Schülern, woraus ihre Arbeit besteht.


Mehr Infos unter   www.joidesresolution.org/expedition/369 
Sehen Sie ein Video unter   www.nwzonline.de/videos 
Video

Anna-Lena Sachs
Volontärin, 2. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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