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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Keine Entbindungen mehr im Oldenburger Pius-Hospital

15.12.2018

Oldenburg Das Pius-Hospital beendet seine geburtshilfliche Tätigkeit. Entbindungen übernehme ab 1. Januar 2019 das Evangelische Krankenhaus (EV), teilten die beiden Einrichtungen am Freitag mit. Im Gegenzug würden Patientinnen mit einer Erkrankung der Brust oder einer bösartigen gynäkologischen Erkrankung im Rahmen des Brustzentrums und des Gynäkologischen Krebszentrums im Pius behandelt.

„Ökumenische Klinik“

Unter dem institutionellen Dach einer „Ökumenischen Frauenklinik Oldenburg Innenstadt“ wollen EV und Pius nach eigenen Angaben ihre „medizinischen Kompetenzen bündeln“. Die bestehenden gynäkologischen Schwerpunkte der beiden Häuser würden gestärkt, heißt es in der Mitteilung.

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Eine Zusammenarbeit zwischen Pius und EV in Geburtshilfe und Frauenheilkunde vereinbarten Prof. Dr. med. Rudy Leon De Wilde (hinten li.), Dr. med. Hansjörg Augenstein (hinten re.), Elisabeth Sandbrink und Armin Sülberg

Beim EV bleibt die allgemeine operative Gynäkologie mit dem Spezialgebiet der Urogynäkologie und Geburtshilfe unter Leitung von Chefarzt Dr. med. Hansjörg Augenstein. Die Universitätsklinik für Gynäkologie im Pius unter Leitung von Prof. Dr. med. Rudy Leon De Wilde hält im Rahmen der allgemeinen operativen Gynäkologie einschließlich der Beckenbodenchirurgie die Schwerpunkte Gynäkologische Onkologie und Brustchirurgie vor.

kommentar

Sinnvolle Bündelung

Christoph Kiefer

Tausende Kinder sind in im Pius zur Welt gekommen. Viele Familien hängen emotional an der Klinik. Die Schließung der Geburtsabteilung dürfte deshalb Wehmut auslösen.

Dennoch: Der Schritt ist klug und umsichtig. Drei Geburtsabteilungen sind im Oberzentrum Oldenburg nicht nötig. Klinikum und EV können alle Geburten umfassend betreuen.

Kliniken müssen allein wegen des wirtschaftlichen Drucks zusammenarbeiten, wo immer es sich anbietet. Die Kooperation von EV und Pius in der Geburtshilfe und Frauenheilkunde liefert erneut den Beweis, dass das in Oldenburg gelingt. Für die Stadt ist das ein Segen.

EV und Pius sprechen in einer gemeinsamen Presseerklärung von einer Konzentration auf die jeweiligen Kernkompetenzen der beiden Innenstadtkrankenhäuser im Bereich der Frauenheilkunde.

Im Sinne aller Patientinnen würden die Qualität gesteigert und Ressourcen optimiert. Gesundheitspolitisch und strukturell mache es Sinn, im Rahmen der guten Kooperation zwischen Pius und EV die jeweiligen Stärken auszubauen, betont Dr. Hansjörg Augenstein. Dies geschehe „vor allem zum Wohle der Patientinnen, die mit ihren gesundheitlichen Bedürfnissen genau dort behandelt werden, wo man über den größten Erfahrungsschatz in dem jeweiligen Bereich verfügt“, ergänzt Prof. Dr. Rudy Leon De Wilde.

Weiterbildung gesichert

Bei der ärztlichen Weiterbildung arbeiten EV und Pius nach eigenen Angaben Hand in Hand. Assistenzärzte könnten Erfahrungen in beiden Häusern sammeln. Ärztliche Weiterbildung werde durch ein Rotationsprinzip gesichert. Die beiden Klinikchefs hätten gemeinsam die volle Weiterbildungsermächtigung für das Fach Gynäkologie und Geburtshilfe beantragt. Aufgrund der hohen Fallzahlen beider Abteilungen gelte die entsprechende Anerkennung als sehr wahrscheinlich, heißt es in der Mitteilung. Den Bereich der Lehre und Forschung werde Professor De Wilde betreuen. Ausgebildet würden Medizinstudenten weiterhin in beiden Kliniken.

Risikoschwangerschaften, so teilen Pius und EV weiter mit, betreuten wie bisher die perinatologischen Experten des Klinikums Oldenburg.

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Christoph Kiefer Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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