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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Schüler holen Ermordete aus Anonymität

27.01.2018

Oldenburg Ella Schierenbeck, 19 Jahre, Jantje Kuper, 17 Jahre, Angela Ideler, 9 Jahre, Gisela Vogts, 16 Jahre. Das sind vier der 52 Opfer des Nationalsozialismus, derer auf dem „Neuen Friedhof“ hinter der Auferstehungskirche am Friedhofsweg nun wieder gedacht wird. Alle haben einen Grabstein mit ihrem Namen und ihren Geburts- und Sterbedatum erhalten, vor allen Steinen leuchtet eine Kerze. Alle sind zwischen 1937 und 1941 im Kloster Blankenburg gestorben.

Sie sind Opfer aus der damaligen „Verwahranstalt für Hoffnungslose“ – so der unsägliche Name der Einrichtung zu jener Zeit. Alle sind unter den Nazis indirekt ermordet worden – weil sie nicht ins rein-arische Bild passten, zum Beispiel weil sie krank oder behindert waren. Sie starben vor allem durch die Kombination von Schwerstarbeit und Essensentzug, als nutzlose Esser abgestempelt, aber auch durch medizinische Experimente. Später waren die Gestorbenen – erneut anonym – von Blankenburg auf ein Gräberfeld des „Neuen Friedhof“ umgebettet worden.

Ermöglicht haben diese späte persönliche Würdigung vor allem 30 Schülerinnen und Schüler der Oldenburger Waldorfschule. Sie hatten im Geschichtsunterricht, angestoßen von ihrem Geschichtslehrer, zu den Verstorbenen recherchiert – über Jahre, angefangen in der 9. Klasse, inzwischen stehen sie kurz vor dem Abitur. Um die alten Akten lesen zu können, hatten sie Sütterlin gelernt und sich von Zeitzeugen in Blankenburg führen lassen. „Auf diese Weise ist uns die Geschichte sehr nahe gekommen“, sagt Jennifer Onnen (18). Vor allem „die Geschichte hinter all diesen Personen zu erfahren, die nun eben nicht mehr anonym waren, war sehr eindrucksvoll für uns“, sagt Julian Mönnich (19).

Nach einem Gedenkgottesdienst in der Auferstehungskirche – zu der der Gemeindekirchenrat der ev.-luth. Kirchengemeinde Oldenburg und die Kriegsgräberfürsorge eingeladen hatten – verlasen die Schüler an den Grabsteinen die 52 Namen und ihre Lebensdaten sowie die Namen weiterer 51 Opfer aus Blankenburg, die noch dort unter dem späteren Kesselhaus beerdigt liegen.

Auf einer Tafel werden die Zusammenhänge erklärt. „Es werden durch das Projekt den Betroffenen wenigstens die Namen wiedergegeben. Und es wird noch einmal deutlich, dass Menschen andere Menschen hier langsam und vorsätzlich ermordet haben“, sagte der Gemeindekirchenratsvorsitzende Dr. Jobst Seeber. Dr. Ingo Harms von der Gedenkstätte in Wehnen, der das Projekt aus dem Geschichtsunterricht intensiv begleitete, lobte die Arbeit als „beispiellosen Beitrag zur Erinnerungskultur“. Sie soll auch noch nicht zu Ende sein. Schüler der 11. Klasse der Waldorfschule wollen das Projekt nun übernehmen und sich um die Erinnerung an die noch in Blankenburg liegenden Toten kümmern.

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Karsten Röhr Redakteur / Redaktion Oldenburg
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