• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

So will die Stadt für gute Schüler sorgen

31.01.2018

Oldenburg Über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren ist an Empfehlungen für die künftige Schulstruktur gearbeitet worden. Die Ergebnisse für die Grundschulen wurden bereits vorgestellt. Nun folgen die Prognosen und Empfehlungen für die Sekundarstufe II. Alles zusammengenommen, drückt Schulamtsleiter Matthias Welp es so aus: „Wir haben eine hohe Wahlfreiheit und eine bunte Schullandschaft in Oldenburg, und das sollte man bewahren.“ Es sei nicht empfehlenswert, in die stabile Schulstruktur in der Stadt hineinzugrätschen, sondern eher alles zu unternehmen, um den herrschenden Schulfrieden weiter zu pflegen. Das sei auch im Interesse der Betroffenen. Welp: „Es war sehr beeindruckend in den Arbeitsgruppen, dass wir nie in einer Schulstrukturdebatte gelandet sind, sondern immer die Frage in den Vordergrund gestellt wurde: Was können wir tun, um unsere Schulen und unsere Schulform stärker zu machen? Alle wollen eine langfristige Planbarkeit für ihre Schulen haben.“

Entwickelt wurde die vorliegende Planung von Dr. Heinfried Habeck (übrigens Bruder des neuen Hoffnungsträgers der Grünen, Robert Habeck) und der Arbeitsgruppe von Dr. Wilfried Bos am Institut für Schulentwicklungsforschung an der TU Dortmund, sowie den Arbeitsgruppen der Stadt mit Schülern, Eltern, Lehrkräften und Schulleitungen.

Was die Prognose angeht, so wird bei den Gymnasien mindestens bis 2025/26 ein weiterer Anstieg der Anwahlzahlen erwartet – schon jetzt geht jeder zweite Schüler aufs Gymnasium. Hier sind im Blick auf Zügigkeiten, G9 und Differenzierungs-Standards sogar noch räumliche Erweiterungen vonnöten. Alle Gymnasien sollen künftig mindestens vierzügig sein, teilweise mit Zusatzkapazitäten an weiteren Standorten wie beim Herbartgymnasium (an der Hauptstraße), teilweise mit Erweiterungen möglichst am selben Standort, wie etwa an der Cäcilienschule.

Alle Gymnasien waren zuletzt in ähnlicher Weise gefragt, auf der jüngsten Verteilerkonferenz mussten gerade mal fünf Schüler verschoben werden.

Stabile Oberschulzahlen

Bei den Oberschulen ist bis 2028/29 mit einer insgesamt stabilen Anwahl zu rechnen (jeweils 250 Schüler in den vergangenen drei Jahren) – bei einem stärkeren Zug zu den Oberschulen Osternburg und Alexanderstraße (vierzügig) und einem schwächeren zu den Oberschulen Eversten und Ofenerdiek. Bei einem rechnerischen Klassenteiler von 28 Schülern ergibt das 10 bis 11 Züge.

Wegen der enormen Herausforderungen an die Oberschule – von Inklusion, Zuwanderung und insgesamt einem relativen Wachstum von Schülern mit schwächeren Noten (Hauptschule) zu Lasten der ehemals klassischen Realschul-Klientel – werden aber kleinere Klassen favorisiert und damit etwa 3,5 Züge pro Oberschule (aktuelle Klassenstärke an den OBS bei durchschnittlich 21,5).

Bei der Umwandlung einer Oberschule in eine vierte Integrierte Gesamtschule wird von massiven Auswirkungen auf das bestehende System ausgegangen. Welp: „Wir sind schwer überzeugt, dass es dann zu signifikanten Abwanderungen von starken Leistungsgruppe-1-Schülern aus den Gesamtschulen zu den Gymnasien geben würde.“ Denn eine vierte IGS werde massive Auswirkungen auf die bestehende Leistungsgruppenmischung an den anderen Oberschulen haben und auch die bestehende Ausgewogenheit an den anderen Gesamtschulen treffen.

Ohne diese Ausgewogenheit würden aber noch mehr Eltern von Leistungsgruppe-1-Kindern den Weg zu den Gymnasien wählen, so die Prognose. Die Gesamtschulen entsprächen dann ohnehin eher einer Oberschule.

Einmalige IGS-Verteilung

Es gebe aus den Arbeitsgruppen eine gemeinsame Linie der vier Oberschulleitungen, sagte Welp: „Keiner sagt: Wir wollen umgewandelt werden in eine IGS. Alle sagen: Wir brauchen Unterstützung, aber nicht Umwandlung.“

Da das Land Oberschulen favorisiert, die mindestens dreizügig sind – auch wegen der dann möglichen Differenzierungsangebote – lautet die Empfehlung der Planer: Alle Oberschulen tendenziell dreizügig zu halten und dies – wie bei den Gymnasien – über eine Verteilerkonferenz sicherzustellen. Da davon ausgegangen wird, dass an den zweizügigen Oberschulen Eversten und Ofenerdiek nur die 5. Klassen zweizügig sind und ab Klasse 6 ohnehin eher dreizügig – u.a. durch Rückläufer und durch Wechsler von den Gymnasien – „wäre die Zahl der Kinder, die wir wohnortnah verschieben müssten, sehr gering“, so der Leiter des Schulamts.

Die Steuerung der Oberschulen auf Dreizügigkeit erlaube eine bessere Planbarkeit, sichere eine ausreichende Differenzierung und gebe der Schulform eine echte Chance. Das „Oldenburger Modell“, dass die Klassen bereits bei 21 Schülern geteilt werden, soll bei den Oberschulen erhalten bleiben.

Aus Sicht der Gutachter gilt die Verteilung der Schüler an den IGS als „einmalig in Deutschland“. Nirgendwo sonst gebe es eine ähnlich gute Mischung aller drei Leistungsgruppen. In anderen Städten entspreche die Gesamtschul-Zusammensetzung eher der Zusammensetzung an den Oberschulen. Der Bereich, in dem einige Schüleranwahlen auch abgewiesen werden müssten, betreffe weniger die mittlere als die untere Leistungsklasse. Es sei kritisch, dafür eine vierte IGS aufzumachen.  Vorgestellt wird die Planung im Schulausschuss am Dienstag, 6. Februar, 17 Uhr, im Alten Rathaus. Ein Beschluss im Rat wird für April erwartet.

Profile aller weiterbildenden Schulen in Oldenburg. Welche Schule passt am Besten?

Oldenburger Schulen
Profile aller weiterbildenden Schulen in Oldenburg. Welche Schule passt am Besten?

Karsten Röhr Redakteur / Redaktion Oldenburg
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2110
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.