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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Karriere In Dänemark: Oldenburger Uni-Absolvent lässt von sich hören

26.02.2020

Oldenburg /Kopenhagen Den einen oder anderen Kulturschock hat Bastian Epp erlebt, als er nach dem Abitur sein Dorf in Süddeutschland verließ. In München kümmerte er sich als Zivi um Jugendliche in einem Wohnheim. „Dort hat kaum jemand meinen fiesen badischen Dialekt verstanden“, berichtet Epp. Die Mundart ist mittlerweile kaum noch hörbar. Weil seine Freundin in Oldenburg Pädagogik studierte, pendelte Bastian Epp des Öfteren in den Norden: „Wenn ich dort ,Grüß Gott‘ gesagt habe, haben mich alle etwas schräg angesehen – in München ging es mir mit ,Moin‘ nicht anders.“

Neue NWZ-Serie

Was ist aus Ihnen geworden? Diese Frage steht im Mittelpunkt einer neuen Serie, die mit dieser Ausgabe startet. Wir stellen Absolventinnen und Absolventen der Universität Oldenburg und der Jade Hochschule vor, die eine interessante berufliche Karriere gemacht haben oder an besonderen Orten und ungewöhnlichen Projekten arbeiten. Die Beiträge erscheinen in loser Folge. Alle Artikel finden Sie hier.

Nach dem Zivildienst sollte es ein Studium sein: Etwas Naturwissenschaftliches, Technisches und am besten noch international. Die einzigen Studiengänge, die Physik und Technik kombinierten, wurden damals deutschlandweit in München und Oldenburg angeboten. Da Engineering Physics in Oldenburg auf Englisch läuft, entschied sich Bastian Epp dafür. „Ich stamme aus einer klassischen Arbeiterfamilie und dachte, dass an der Uni lauter hochintelligente Leute unterwegs sind und dass alles streng logisch und ordentlich abläuft – ich wurde ziemlich schnell desillusioniert und habe gemerkt, dass es alles ganz normale Menschen sind“, lacht er. Wohl fühlte er sich in Oldenburg und an der Uni umso mehr. „Ich habe nach wie vor Kontakte nach Oldenburg. Bei Besuchen fühlt es sich an, als käme ich nach Hause zu meiner Familie.“

Doch nicht Neuseeland

Weil sein Bafög-Anspruch während des Studiums plötzlich wegfiel – seine Schwester hatte ihre Ausbildung beendet – musste er das fertig durchgeplante Auslandssemester in Neuseeland abblasen und landete stattdessen eher zufällig in Kopenhagen. „Es ist schon lustig, dass meine Profs von damals heute meine Kollegen sind“, so Epp.

Denn nachdem er seinen Bachelor, Master, die Promotion und einen Teil seiner Post Doc-Zeit in Oldenburg und in Magdeburg absolviert hatte, erhielt Epp eine Stelle an der Technischen Universität Dänemark (DTU) in Kopenhagen. Dort ist der 38-Jährige heute Associate Professor am Department of Health Technology in der Sektion Hearing Systems. Heißt: Er forscht an Modellen, die abbilden, wie der Schall im menschlichen Gehirn verarbeitet wird, so dass wir hören. „Denn unser Gehirn kann Sachen, die die Technik nicht schafft. Ich möchte das Wissen schaffen, um Geräte entwickeln zu können, die das auch leisten können.“

Als Bastian Epp mit seiner Frau und seiner neugeborenen Tochter im Frühsommer 2012 in Dänemark eine Wohnung suchte, stießen sie auf erhebliche Schwierigkeiten: „Der Wohnungsmarkt in Kopenhagen ist eine Katastrophe.“ Nach jahrelangem Suchen hat Familie Epp eine für sie ziemlich perfekte Wohnform gefunden: Ein Haus in einer Bofællesskab in der Nähe der DTU.

In der Gemeinschaft

Bofællesskab? „Der Grundgedanke ist, dass Menschen zusammen ’rauskriegen, wie eine Gemeinschaft am besten funktionieren kann. Dazu gehört zum Beispiel Dinge, die nicht jeder selbst besitzen muss, gemeinsam zu nutzen. Bei uns hat nicht jeder eine eigene Waschmaschine. Am Anfang der Bofælleskab in den 80er-Jahren plante jeder eine Woche seines Jahresurlaubs für die Betreuung der circa 50 Kinder in der Bofællesskab am Nachmittag ein“, erläutert der 38-Jährige.

Abends kochen immer zwei Personen für die Gemeinschaft von circa 90 Personen. „Wir essen alle zusammen, vom Kleinkind bis zum über 90-Jährigen.“ Am Wochenende backt Bastian Epp 50 bis 60 Brötchen für alle, braut Bier, fährt sehr gerne Rad oder liest – dafür fehlt nur häufig die Zeit. Außerdem interessiert er sich dafür, wie man jungen Menschen Wissenschaft besser nahe bringen kann. „Das geht schon wieder sehr Richtung Beruf. Eigentlich ist mein Job mein Hobby. Ich gehe jeden Tag gern zur Arbeit.“

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