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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Stadt verweigert Auskunft zu Anmeldezahlen

17.05.2018

Oldenburg Geweigert hat sich die Stadtverwaltung am Mittwoch, die vorliegenden Anmeldezahlen der weiterführenden Schulen zu nennen. Diese Zahlen solle die Öffentlichkeit derzeit nicht erfahren hieß es – „vor allem auf Bitten der Oberschulleiter“. Zuerst sollten in einer weiteren Verteilerkonferenz – eine hat bereits stattgefunden – die „überzähligen“ Oberschulanmeldungen unter den Oberschulen umverteilt werden, dann sollten die Bescheide an die Eltern abgewartet werden, und erst dann, voraussichtlich Ende Mai, sollten die umverteilten, endgültigen Oberschulzahlen genannt werden, so Schulamtsleiter Matthias Welp über diesen bislang einmaligen Vorgang in der Schulbehörde.

Der Hintergrund:
„Die Spanne der Schülerzahlen variiert stark von Oberschule zu Oberschule“, so Welp über die Anmeldezahlen. Es gebe eine Schule, die wegen ihrer starken Anmeldungen fünf Eingangsklassen einrichten könnte – „was wir räumlich nicht abbilden können“, so Welp. Nach NWZ-Informationen handelt es sich hierbei um die OBS Osternburg.

Die Stadt hat ein Interesse daran, alle vier städtischen Oberschulen mit drei fünften Klassen etwa gleich stark zu halten. Die enorme Spanne zwischen einzelnen Oberschulen soll derzeit nicht publik werden. Aus nicht näher erklärten Gründen wurden auch die vorliegenden Anmeldezahlen von Gymnasien und Gesamtschulen von der Schulbehörde von Dagmar Sachse nicht genannt.

kommentar

Verschweigen

hilft nicht

Der Informationsfluss aus der Schulbehörde von Dagmar Sachse wäre mit „zäh“ noch euphorisch beschrieben. Das ist ein Alarmzeichen – der Bürger will wissen, was gespielt wird. Wenn die Stadtverwaltung ein Interesse daran hat, eine gleichmäßige und starke Oberschullandschaft neben den anderen Schulformen zu etablieren, dann muss sie dahin schauen, wo’s weh tut und darüber reden. Mit Heimlichtuerei können wir nichts verbessern.

Dass es soweit gekommen ist, hat mehrere Gründe.

Der erste ist, dass die Leitung des Dezernats dem Anschein nach ein eher defensives Verhältnis zur breiten Bürgerinformation hat.

Der zweite ist, dass die Leiter der Oberschulen, die schwach angewählt wurden, um den Ruf ihrer Schulen bangen, die es ohnehin schon nicht leicht haben.

Daran sind die Oberschulen zum großen Teil nicht selbst schuld. Sie waren die ungeliebten und deshalb unterversorgten Kinder der vorigen Landesregierung, die ihnen viel zu viele Zusatzaufgaben aufgehalst und sie dann damit im Regen stehen gelassen hat. Dazu wurden sie durch den Ausbau der Gesamtschulen indirekt weiter geschwächt.

Allerdings haben einzelne Oberschulen auch nicht alle Chancen genutzt, sich besser zu präsentieren – insofern sind die Zahlen auch ein Kompliment für die Arbeit der Oberschule Osternburg.

Der dritte Grund ist, dass die Stadt eine größere Unruhe befürchtet wegen der nun nötig werdenden Umverteilung zahlreicher Schüler, die nach Osternburg wollten – zumal sie es versäumt hat, in der Anmeldung einen Zweitwunsch abzufragen, was bei den Gymnasien längst Usus und bewährt ist. Im Übrigen hieß es aus den Oberschulen, dass die Bitte um Geheimhaltung von der Stadt gekommen sei und nicht umgekehrt.

Viertens hat die Stadt kein Interesse an einem kostspieligen Ausbau der Oberschule Osternburg.

An dieser Stelle darf man mal erwähnen, dass eine Fortführung der Förderschule Lernen der Stadt auch deshalb nicht in den Kram passte, weil sie genau dieses Schulgebäude dem Alten Gymnasium als kostengünstigen Zweitstandort anbieten wollte. Denn das AGO nutzt seit Jahren die Oberschule Osternburg als Zweit-Ort. Die OBS benötigt diese Räume nun dringend selbst. Über diesen Zusammenhang wurde bisher nicht gesprochen, er erklärt aber möglicherweise, warum die Elternvertreterin der Gymnasien – auf den ersten Blick ziemlich verblüffend – gegen die Fortführung der Oberschule Lernen gestimmt hatte. Am Ende war Oldenburg die einzige Stadt in Niedersachsen, die die Förderschule Lernen – vor allem mit den Stimmen von Rot-Grün-Linke – vorzeitig gekippt hat.

Fünftens will die Stadt die gefundene Schulstruktur nicht wieder umwerfen, sondern eine Stabilisierung und Stärkung erreichen.

Immerhin hierin liegt die Verwaltung laut Gutachten von Dr. Habeck, in das eine breite Gruppe eingebunden war, absolut richtig – auch wenn Teile der Politik das nicht wahrhaben wollen.

Was wir brauchen in den Oberschulen, ist mehr Personal (vom Land), mehr Räume (von der Stadt) – und weniger Heimlichtuerei. Die reicht konsequenterweise in dem Dezernat inzwischen bis zur Geheimhaltung der Anmeldewünsche an Gymnasien und Gesamtschulen. Wie gesagt: alarmierend.

Den Autor erreichen Sie unter
Karsten Röhr
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2110
Profile aller weiterbildenden Schulen in Oldenburg. Welche Schule passt am Besten?

Oldenburger Schulen
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