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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Raus mit der Sprache – in die ganze Welt

19.10.2019

Oldenburg Irgendwo im Nirgendwo hat es den Wortakrobaten die Sprache verschlagen. „Im Umkreis von 70 Kilometern nichts, außer staubtrockene namibische Savanne. Büsche, Steine, Felsen, hier und da eine Windhose. Und Berge in der Ferne. Es ist Winter, morgens eisig, mittags heiß. 30 Kilometer Staubschotterweg bis zu der Schule, mitten im Busch“, erinnert sich Jürgen Boese. Die letzte Afrikareise der Gruppe Wortspiel aus Oldenburg und Osnabrück für das Goethe-Institut hat bei den vier Künstlern Spuren hinterlassen.

Besonders waren die Begegnungen und Erfahrungen immer, die das Quartett bei seinen Auslandstouren gemacht hat: Seit 2015 haben der Poetry-Slamer, der Musiker und die beiden Improvisations-Darsteller Schulen in Dänemark, Hongkong, Südafrika und den USA besucht, um mit Schülern und Lehrern, die Deutsch als Fremdsprache sprechen, zu arbeiten und zu spielen. Zuletzt hatten Goethe-Institut und das Netzwerk „Schulen: Partner der Zukunft“ (Pasch) die Gruppe nach Namibia eingeladen.

Sprache erlebbar machen

Zwei Wochen sind Darsteller Jürgen Boese, 12-Meter-Hase-Kompagnon Jan Mattenheimer, Musiker Fabian von Wegen und Slamer Mitch Miller durch das Land im südwestlichen Afrika gereist und haben Bildungseinrichtungen besucht, ihre Show gespielt, Kurse gegeben und Workshops für ansässige Deutschlehrer gehalten.

„Eine Schule war besonders“, sagt Jürgen Boese und erzählt von dem Internat im Busch bei Omaruru – die Martin Luther Highschool. „Als wir ankamen, wurden wir wie Staatsoberhäupter empfangen. Ein vierstimmiger Chor hat die Schulhymne gesungen. Sowas habe ich noch nie gehört.“ Fast unangenehm sei es ihnen gewesen, nach dieser Darbietung selbst auf die Bühne zu gehen. Professionell haben sie dann aber ihre Show gespielt – wie immer spontan und auf Zuruf des Publikums. „Die haben uns echt gefeiert“, sagt Jürgen Boese.

Nach mehreren Zugaben hätten Schüler und Lehrer beim Abbauen geholfen – singend und tanzend. Weil es bei dem Projekt nicht nur um Spaß, sondern auch ums Lernen geht, haben die deutschen Besucher mit den namibischen Jugendlichen auch noch in Gruppen gearbeitet.

„Sprache erlebbar machen“, nennt Jürgen Boese die spielerische Art, deutsches Wortgut zu vermitteln. Vieles entstehe aus der Situation heraus. Feststellen mussten die vier Reisenden wieder einmal, dass junge Menschen in aller Welt die gleichen Themen bewegen: Wer mag mich? Wen mag ich? Handy, Eltern, Lehrer. Freundschaft und Liebe.

Etwas zurückgeben

Neu waren für die Deutschen die Verhältnisse, unter denen die namibischen Jugendlichen aufwachsen – der Verzicht und die Armut. Aber auch ihre Dankbarkeit und Lebensfreude. „In den Klassenräumen kamen die Decken runter, es gab keinen Strom, die Fenster waren zerschlagen“, sagt Jürgen Boese. Trotz und wegen all dem bestanden die Lehrer am Ende des Besuches darauf, ihre Gäste zum Essen einzuladen. Mit einem Gefühl unendlicher Wärme, die ihnen entgegengebracht wurde, haben sich die Wortspiel-Interpreten schließlich verabschiedet. Gleich danach sei klar gewesen, dass sie etwas tun – etwas zurückgeben wollten. Zurück in Deutschland hat Jürgen Boese sich beim Goethe-Institut erkundigt, wie viel es kosten würde, der Martin Luther Highschool ein neues Klassenzimmer zu spendieren. „15 000 Euro“ war die Antwort.

Viel Geld, für das man eine Menge tun kann, fand das Quartett. Zusammenbringen wollen sie es durch eine Crowdfunding-Plattform – eine Internetseite, die Spenden generiert – und zwei Benefizshows, eine in der Kulturetage und eine im Osnabrücker Haus der Jugend am 10. und 11. Januar 2020. Die Aktion im Netz soll ab Dezember freigeschaltet werden. Karten für die Auftritte gibt es ab sofort.

Wenn die Summe aufgebracht ist, wird sie ans Goethe-Institut in Namibia übersandt. Zusätzliches Geld und Ressourcen wollen Jürgen Boese und seine Freunde für eine eigene Anreise zur persönlichen Übergabe nicht verschwenden.

Irgendwo im Nirgendwo hat es den Wortakrobaten die Sprache verschlagen. Lange hat das nicht angehalten. Die vier Künstler machen den Mund auf und erzählen von besonderen Menschen, die Hilfe brauchen.

Profile aller weiterbildenden Schulen in Oldenburg. Welche Schule passt am Besten?

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Lea Bernsmann Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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