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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Ganztag an Grundschulen „schlecht ausgestattet“

30.11.2017

Oldenburg Die Stadt möchte den langen Unterrichts- und Betreuungstag für Grundschulkinder breiter ausbauen. Nach aktueller Planung, die an diesem Dienstag im Schulausschuss vorgestellt wird (17 Uhr, PFL), würde das allerdings eine Verschlechterung der bisherigen Qualität bedeuten. Davon sind zumindest Elternvertreter und Mitarbeiter des Vereins für Kinder überzeugt.

„Im Kern geht es darum, dass es ab 2020 fünf Tage Ganztagsgrundschule sein sollen statt drei und die Jugendhilfeträger, die das bisher machen – wie hier an der Grundschule Kreyenbrück etwa der ,Verein für Kinder’ – dafür nur noch Randzeiten haben“, sagt Ronja Liebscher, die die Arbeit an der Grundschule Kreyenbrück leitet. „Das bedeutet einen Nachteil für die Personalstandards und das Raumprogramm“, ist Liebscher überzeugt.

Aus Kostengründen gebe es in der Stadt seit geraumer Zeit ohnehin schon eine Erosion in der Betreuungsintensität. Galt vor wenigen Jahren noch ein Betreuungsspiegel von mindestens 1:10 für das Nachmittagsangebot, so reichten sie jetzt von 1:10 (wie in Kreyenbrück) bis zu 1:16.

Starke Auswirkungen der neuen Regelung befürchten Eltern und Jugendhilfe auch für die Schulferien. Denn auch dort solle dieser Betreuungsschlüssel gelten. Von einem Programm, dass sich dann tatsächlich nach Ferien anfühle, könne dann wohl kaum noch die Rede sein, heißt es. Ronja Liebscher: „Wir machen in den Ferien viele Ausflüge und Freizeiten – bei 2 Erziehern für 32 Kinder geht das dann nicht mehr. Allein fürs Schwimmen bräuchte man drei Erwachsene für 15 Kinder. Kinder haben aber Anspruch auf echte Ferien, sie müssen ’raus kommen und etwas erleben.“

Hier gehe es, „klar darum, Geld zu sparen, auf Kosten der Kinder“. Im Übrigen würde die Arbeit künftig noch unattraktiver, was sich ebenfalls auf die Qualität auswirken könne. Wenn etwa eine Schule im Spätangebot nur noch bis 17 Uhr (statt etwa 17.30 Uhr) eine Betreuung anbieten könne, wenn der Schulschluss um 16 Uhr sei, werde es auch schwieriger, für den Nachmittag gute Kräfte zu finden. Auch bei den Koordinatoren werde gespart und „viele Stunden herausgenommen“.

Tanja Hansen, die Vorsitzende des Fördervereins der Schule, sagt: „Grundschulen haben heute dermaßen viele Baustellen: Die Integration, die unterschiedlichen Kulturen, die Kinder, die eine besondere Schwäche haben, aber keinen festgestellten Förderbedarf, 30 Muttersprachen an einer Schule, mitunter schwierige Elternsituationen zuhause. Da ist es doch verständlich: Wir wollen, dass unsere Kinder von qualifizierten Kräften versorgt werden und sie nicht nur einfach abgeben. Wenn die Zukunft so aussehen sollte, dass das Quereinsteiger von der Straße machen, die nichts anderes gefunden haben, wäre das schlecht.“

Die Kinder bräuchten feste Ansprechpartner, die sich ihnen zuwendeten und ihnen zeigten, „dass es sich lohnt, durchzuhalten – das ist hier extrem nötig, und dafür braucht man gute Leute.“ Auch eine dauernde Fluktuation sei Gift. Jeder qualifizierte Mitarbeiter würde aber „weglaufen, wenn er jetzt nur noch betreuen sollte“.

Profile aller weiterbildenden Schulen in Oldenburg. Welche Schule passt am Besten?

Oldenburger Schulen
Profile aller weiterbildenden Schulen in Oldenburg. Welche Schule passt am Besten?

Karsten Röhr Redakteur / Redaktion Oldenburg
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