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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Viele Kinder können nicht schwimmen

12.05.2018

Oldenburg Der große Teil der Kinder in dieser Stadt kann nicht schwimmen – häufig über die Hälfte der Kinder in Klasse 5. Die Linke hatte schon einmal Alarm geschlagen mit Blick auf fehlende Schwimmaktivitäten im vorschulischen Bereich. Jetzt hat die CDU die bedenkliche Entwicklung mit Blick auf die Grundschule noch einmal zum Thema gemacht: mit Erfolg. Die Schulpolitiker aller Fraktionen (einstimmig, bei Enthaltung einer Lehrervertreterin) wollen, dass ein Konzept aufgelegt wird, das die Schwimmfähigkeit der breiten Masse der Kinder massiv erhöht – nach Möglichkeit mit dem Jugendschwimmabzeichen in Silber bei Abschluss der Grundschulzeit.

„Wir müssen agieren und das deutlich verbessern. Da ist in den vergangenen fünf bis sechs Jahren zu wenig getan worden und die Schwimmfähigkeit hat sich stark verschlechtert. Dafür müssen Stadt, Vereine und Schulen jetzt gemeinsam etwas tun“, sagte CDU-Mann Michael Schilling. Auch Universität, Bäderbetriebsgesellschaft und die Träger der Kindergärten müssten für das neue Konzept an den Tisch. Zumal die Schulpolitik neben dem Jugendschwimmabzeichen in Silber zum Ende der Grundschulzeit auch das Seepferdchen bis zur Einschulung vorsieht. Der Status der Schwimmausbildung jedes Kindes soll in den ersten zwei Jahren der Grundschule erhoben werden, damit klar ist, welche Aufgaben sich stellen.

Eltern sollen nicht aus der Pflicht genommen werden

kommentar

Schulen

bügeln aus

Eine Stadt fast an der Nordsee, mit Flüssen, Seen, Freibädern, Hallenbädern – und immer mehr Kindern, die als Fünftklässler noch nicht schwimmen können – an vielen Schulen mehr als 50 Prozent. Das kann keiner wollen. Schwimmen ist Kultur, ist Spaß, ist Sport, ist Sicherheit. Also ist der gefasste Plan absolut zu begrüßen.

Dass es soweit gekommen ist, liegt nicht nur an fehlenden Kursplätzen, sondern daran, dass sich die Zusammensetzung der Gesellschaft verändert hat, dass Eltern zunehmend die Verantwortung für viele Bereiche des kindlichen Lebens – oft gezwungen, oft aber auch freiwillig – an den Staat, die Stadt, die Kita, die Schule abgeben. Und es liegt daran, dass Schule mit all den Zusatzaufgaben angesichts ihrer Ausstattung häufig überfordert wird. Allerdings fällt das Schwimmen in der 3. Klasse auch nicht selten aus, ohne dass man es so ganz versteht.

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Dabei sollen die Eltern aber nicht aus ihrer Pflicht entlassen werden, sich auch beim Schwimmen um ihre Kinder zu kümmern. Das neue Konzept soll im Zusammenspiel der Beteiligten aber in jedem Fall künftig wieder zu einer echten Schwimmfähigkeit der Kinder bis zum Ende der vierten Klasse führen und die „alarmierenden Zahlen“ nicht länger hingenommen werden, so die CDU-Schulpolitikerin Dr. Esther Niewerth-Baumann.

Allerdings seien auch die Schulen mit den Bedingungen, die ihnen geboten würden, nicht zufrieden, so Niewerth-Baumann in ihrem Antrag, der sich unter anderem auf Zahlen des Landesschwimmverbands stützt. Aus Sicht der Schulen fehlen Bahnzeiten und es gebe zu wenig Personal für den Schwimmunterricht. Wenn der Unterricht – in der Regel in der 3. Klasse – stattfinde, müssten „die Lehrer zudem mit höchst unterschiedlichen Voraussetzungen zurechtkommen: Während manche Grundschüler bereits über ein Bronzezeichen verfügen, ist anderen ein Schwimmbad völlig fremd.

Zwei Bäder sind weggefallen

Zu den fehlenden Bahnzeiten sagte Jens Hackbart, Chef der Bäderbetriebsgesellschaft: „Es gibt zehn Schwimmkursanbieter in der Stadt, die Wassergewöhnung und Seepferdchen-Vorbereitung, Seepferdchen und Fortgeschrittenenkurse mit den entsprechenden Schwimmabzeichen in Bronze und so weiter anbieten. Insgesamt gab es bisher 1946 Kursplätze für die Kinder in Oldenburg.“

Allerdings seien 500 Plätze durch den aktuellen Wegfall des Bades im Bischof Stählin und des Uni-Bads weggefallen. Blieben immer noch etwa 1450 Plätze – was exakt der Größe eines Jahrgangs entspricht. Hackbart bestätigte allerdings Beobachtungen wie die von Jens Freymuth (SPD), dass es nicht selten Wartezeiten von einem Jahr gebe. Im Olantis, das 640 Plätze im Jahr bietet, soll die Wartezeit zurzeit bei fünf Monaten liegen, so Hackbart. Dabei kämen immerhin 30 Prozent der Kinder aus den Landkreisen, außerdem gebe es eine Menge Wiederholer beim Seepferdchen, so Elternvertreter Arne Kaiser. Insofern seien mehr Plätze nötig.

Karsten Röhr
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2110
Profile aller weiterbildenden Schulen in Oldenburg. Welche Schule passt am Besten?

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