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Alkohol im Mutterleib kann Baby lebenslang schaden

Oldenburg Sabine und Stefanie Odegaard stehen mit beiden Beinen im Leben. Wirken lebenslustig und tatkräftig. Seit 2011 kümmern sie sich um ihre Pflegekinder, heute neun und elf Jahre alt. Beide haben die Diagnose Fetales Alkoholsyndrom. „Am Anfang wussten wir gar nicht, was mit den Kindern los ist“, sagt Sabine Odegaard (50). „Wir haben nur gemerkt, dass da etwas nicht stimmt.“ Beide Kinder haben Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis, waren sprachlich nicht auf dem altersentsprechenden Entwicklungsstand und zudem viel zu dünn. „Wir haben dann die Krankenakten der Kinder wieder und wieder durchgeblättert. Auf einem Zettel stand: Verdacht auf FASD. Anfangen konnten wir damals damit noch nicht so richtig etwas.“

Die beiden begannen, sich über FASD zu informieren. „Die leibliche Mutter wusste nicht, dass sie schwanger ist, und hat getrunken“, erzählt Sabine Odegaard. „Schon ein Bier oder ein Sekt kann ausreichen, um das Kind zu schädigen“, ergänzt Stefanie Odegaard (51) und fügt hinzu: „Das kann jeder Frau passieren.“

Acht von zehn Frauen

Alkohol erreicht unmittelbar den Blutkreislauf des Kindes, und schädigt die Zell- und Organentwicklung. Und das passiert häufiger, als viele denken: Pro Jahr werden etwa 4000 Kinder mit FASD geboren. Davon geht das Bundesgesundheitsministerium aus. Allerdings besteht keine Meldepflicht für FASD, weswegen die Dunkelziffer noch höher liegen könnte. Alkoholbedingte Schäden werden bei jedem Hundertsten vermutet. Laut der Organisation FASD Deutschland trinken acht von zehn Frauen während der Schwangerschaft. Und das zieht sich quer durch alle gesellschaftlichen Schichten.

Viele der Kinder werden ihr Leben lang auf Hilfe angewiesen sein. „Und da möchten wir ansetzen“, sagt Sabine Odegaard. „Wir möchten betroffenen Eltern einen Ort geben, an dem sie sich gegenseitig unterstützen können. Denn die Problematik geht nicht weg, kann nicht totgeschwiegen werden. Wenn man sich nicht darüber austauscht, kommt man recht schnell an die eigene Grenze.“ Das Problem: Zu der Behinderung des Kindes kommt häufig die Stigmatisierung der Mutter. Frauen, auf die mit dem Finger gezeigt oder hinter deren Rücken getuschelt werde.

„Wir möchten alle Betroffenen helfen und und auch Präventionsarbeit leisten.“ Und das Angebot gilt nicht nur für Pflegeeltern: „Auch leibliche Mütter können hier Unterstützung finden. Und zwar ohne Angst, dass sie verurteilt werden.“

Mit der neuen Selbsthilfegruppe möchten die Frauen das Thema zur Sprache bringen und in der Gesellschaft sichtbar machen. „Seitdem wir die Diagnose haben, können wir viel besser damit umgehen. Und jetzt möchten wir anderen Eltern, aber auch Betroffenen selbst, helfen.“ Denn die Herausforderungen, die auf Eltern mit einem Kind und der Diagnose FASD zukommen, sind vielfältig: Mitunter ist die Sozialkompetenz nicht richtig entwickelt, die Kinder sind aggressiv, distanzlos oder auch übergriffig. Mit anderen Kinder müssen einfachste Dinge, wie etwa das Schleifebinden, monatelang geübt werden. „Bei all den Dingen, die da zusammenkommen, haben wir schnell gemerkt, wie wichtig es ist, sich zu vernetzen.“ Denn FASD wird nicht immer gleich richtig diagnostiziert, dazu ist das Bild zu vielschichtig. „Häufig heißt es, dass Kind sei schlecht erzogen oder litte an ADHS“, sagt Sabine Odegaard. Andere Kinder haben Schäden an Herz, Niere oder im Genitalbereich. Häufig sind die Gehörgänge nicht richtig entwickelt.

Treffen im Januar

Im Januar möchten die beiden Frauen ein erstes Treffen initiieren. „Die Kinder können dazu natürlich gern mitgebracht werden. Perspektivisch können wir uns auch gemeinsame Unternehmungen oder so etwas wie Sprechstunden vor Ort in den Stadtteilen vorstellen.“ Doch erst einmal müssten sich die Menschen trauen und Kontakt aufnehmen. „Dann müssen wir uns beschnuppern und gucken wie es weitergeht“, sagt Stefanie.

 Der Kontakt zur Selbsthilfegruppe läuft über die Bekos. Interessierte wenden sich an Telefon  88 48 48 oder per Mail an


     info@bekos-oldenburg.de 
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Mareike Weberink Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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