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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Stimmen Und Stimmungen: Was halten Oldenburger Schulen von der Arbeit der Landesregierung?

27.02.2020

Oldenburg Seit über zwei Jahren ist die rot-schwarze Regierung in Niedersachsen im Amt. Der GEW-Kreisverband Oldenburg hat sich in den Schulen umgehört und das zu einer Halbzeitbilanz der Regierungsarbeit im Bildungsbereich genutzt. Der Vorsitzende Heinz Bührmann sagt: „Kultusminister Tonne hatte mit seinem 11-Punkte-Programm deutliche Verbesserungen und Entlastungen versprochen. In einigen Bereichen hat sich etwas getan, in anderen gar nicht.“ Vorstandskollegin Elfie Feller ergänzt: „Wir haben nie erwartet, dass von heute auf morgen deutliche Verbesserungen entstehen, aber zumindest stufenweise.“ Erst durch die Anfrage der FDP gebe es jetzt tatsächlich einen öffentlichen Sieben-Stufen-Plan, der allerdings „kein großer Wurf sei“ und die Kernforderungen der GEW noch nicht ansatzweise erfülle.

Forderungen und Erfolge

 Die Hauptforderungen der GEW für alle Schulformen:
 Entlastungsmaßnahmen
 Stufenplan zu A13/E13,
 Wiedereinführung zweite Stunde Altersermäßigung
 Abschaffung der Zwangsteilzeit für pädagogische/therapeutische Fachkräfte

Was sich getan hat:

Der Tarifabschluss bedeute eine „deutliche Gehaltserhöhung“, die speziell für die unteren Lohngruppen spürbar sei. Zu den angekündigten Entlastungen des Landes gehörten folgende Punkte:
 freiwillige (!) Teilnahme der Schulen an den Fokusevaluationenen (Fokusevaluation ist das, was an den BBS Schulinspektion heißt).
 Wegfall Vergleichsarbeiten
 Vereinfachte Materialien für die Dokumentation der individuellen Lernentwicklung
 Verschlanktes Übergabeprotokoll von Grundschule zu weiterführender Schule
 Möglichkeit der Reduzierung von Fachkonferenzen
 Abitur-Korrekturtag
 Überprüfung des Arbeitserfolges der Schule nur alle zwei Jahre

Die GEW ist damit aber bei weitem nicht zufrieden. Zumal „das meiste nur vage Absichtserklärungen“ seien.

Konkret sei lediglich, dass die Anrechnungsstunden für die schulfachlichen Koordinatoren um zwei Stunden erhöht und die Unterrichtsverpflichtung für die Grundschulleitungen um zwei Stunden gesenkt werden sollen. Außerdem seien eine Ausweitung der Altersermäßigung und mehr Anrechnungen für besondere Belastungen in Planung – aber noch unter Haushalts-Vorbehalt. Heinz Bührmann sagt: „Trotzdem wäre das ein Schritt in die richtige Richtung, dem verbindliche weitere Entlastungsschritte folgen müssten.“

Grundschulen

Speziell die Grundschulen sehen sich „mit Anforderungen und Belastungen konfrontiert, die die Förderung und einen guten Unterricht nicht mehr gewährleisten können“, sagt Heinz Bührmann. Die Unterrichtsverpflichtung von 28 Stunden und die Besoldung mit A12 halte zudem Studenten und Studentinnen ab, sich dem Studium im Grundschulstudium zu widmen.

Als Erfolg werten die Oldenburger Grundschulen:
 weniger Konferenzen
 Fokusevaluation freiwillig
 Reduzierung der individ. Lernentwicklungsdokumentation (was aber schon wieder eingeschränkt worden sei)
 Unterstützung durch die Schuldezernentin

Negativ fallen die folgenden Punkte ins Gewicht:
 viel zu wenig Förderlehrkräfte und -stunden
 die sonderpädagogische Grundversorgung (2 Std. pro Klasse) deckt nicht annähernd den Bedarf
 Förderlehrkräfte werden noch immer in verschiedenen Systemen eingesetzt und viel zu wenige in den Grundschulen, was die Umsetzung der Inklusion extrem erschwert. Elfi Feller sagt: „So fährt die Inklusion an die Wand“ – auf Kosten von Kindern und Lehrkräften. Die nötige Zeit für eine intensive Arbeit mit den Kindern sei viel zu knapp bemessen.
 Absprachen in multiprofessionellen Teams (Lehrkräfte, Förderlehrkräfte, Pädagogische Mitarbeiter, Therapeuten) bedürfen Zeit, diese ist in der Arbeitszeitverordnung nicht vorgesehen, Zeit für Fortbildungen fehlt
 noch immer kein Stufenplan für Einführung A 13/E 13
 keine Berücksichtigung finden Schulen im sozialen Brennpunkt, wenn es um zusätzliche Hilfen oder Entlastung geht (Lehrerstunden, Sozial- und Sonderpädagogen sowie Sozialarbeiter
 zu wenig Sekretärinnenstunden, zu schlecht bezahlt
 Die stundenweisen Abordnungen von anderen Schulformen an die Grundschulen verhindern die Integration der Lehrkräfte ins Kollegium und behindern die pädagogische Arbeit mit den Grundschulkindern erheblich.
 Um die notwendigen Elterngespräche (Integration, nicht-deutsche-Herkunftssprache, Verhaltensauffälligkeiten etc.) überhaupt bewältigen zu können, reduzieren GS-Lehrkräfte die Stundenzahl, um den Arbeitsaufwand überhaupt bewältigen zu können
 Grundschulen verfügen über fast gar keine Anrechnungsstunden für besondere Belastungen

Integrierte Gesamtschulen

Positiv gesehen wird:
 Möglichkeit der Versetzung von Sonderpädagogen an die „Regelschule“, dadurch könne sich „Planungssicherheit für Schulen ergeben, die aktiv die Inklusion umsetzen“
 Landesschulbehörde zeigt sich offen gegenüber dem Konzept „Schule im Aufbruch“
Tonnes’  11-Punkte-Plan zur Entlastung – speziell Vera 8 mit dem Ende der Vergleichsarbeiten in Mathe, Deutsch und Englisch in Jahrgang 8
das Kultusministerium stärkt dem Kollegium den Rücken z. B. in Bezug auf AFD-Lehrerbewertungs-Plattform und Fridays for Future

Kritisiert wird:
 IGSen dürfen nur noch Gymnasiallehrkräfte einstellen, weil die Grundschulen und die Oberschulen diese Kräfte dringend benötigen. Das hat zur Folge, dass an IGSen ausgebildete Referendare des Grund-, Haupt- und Realschul-Bereichs nicht mehr an IGSen übernommen werden können. Es fehlen dadurch Lehrkräfte für Technik und pädagogische Schwerpunktsetzungen. Die OBS-Stärkung dürfe nicht zu Lasten der IGSen gehen, heißt es.
 Für die mit der Inklusion ins Kollegium integrierten Sonderpädagogen und Schulbegleiter stehen oft keine Besprechungsräume zur Verfügung. Die Einbindung in die Unterrichtsgestaltung, Konzeptentwicklung und gegenseitige Unterstützung bedürfen einer geleiteten Koordination. Dafür fehle es an Zeit und Personal.
 zu wenig Förderlehrkräfte
 nicht durchgehend gelungene Qualifizierung bei Schulbegleitern (Adresse: Stadt)
 zu kleine Unterrichtsräume und zu hohe Schülerzahlen pro Klasse oder Kurs
 zu viele Verwaltungsaufgaben speziell für Klassenlehrkräfte, fehlende Verwaltungsfachkraft
 viel zu hohe Arbeitsbelastung für das Sekretariat (Schulkonto und BuT-Abrechnung) 

Gymnasium

Positiv gesehen wird:
 Unterstützung durch die Landesschulbehörde

Kritisiert wird:
 zu wenig qualifizierte Bewerbungen in bestimmten Fächern (Informatik)
 es fehlen nicht-pädagogische Kräfte (IT, Psychologen, Handwerker)
 Einsatz von Entlastungsstunden, um z. B. den IT-Bereich mit Lehrerstunden zu bewerkstelligen
 die A-14-Stellen reichen nicht aus, die Fachgruppenarbeit zu honorieren
 bemängelt wird, dass die Lehrkräfte als Schnittstelle zur EDV-Systembetreuung fungieren sollen

BBS

Positiv finden die Berufsbildenden Schulen:
Beginn einer  spürbaren „Digitalisierungs-Offensive“
 Unterrichtsversorgung steigt langsam, war vorher aber auch skandalös niedrig

Kritisiert wird:
 Die Budgetierung treibt Blüten: Statt selbstständige Schulen nun materiell abhängige Schulen
 Mittelzuweisung pro Lehrkraft-Stunde nicht festgelegt oder garantiert: Wenn der Betrag bei 59 Euro pro LStd liegt, kann kein Personal eingestellt werden, erforderlich sind mind. garantierte ca. 90 Euro pro LStd. – Ansonsten kann Schulleitung keine verbindlichen Anstellungsverträge abschließen und befristete Verträge werden nicht verlängert!

Oberschulen

Positiv:
 gut, dass die Stadt die materielle und räumliche Ausstattung vorantreibt

Kritik:
 hierzu erhielt die GEW von den OBSen keine Rückmeldung, heißt es

Oldenburger Schulen
Profile aller weiterbildenden Schulen in Oldenburg. Welche Schule passt am Besten?

Karsten Röhr Redakteur / Redaktion Oldenburg
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