• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Universität Oldenburg: Schräges Wissen übers Ohr

07.06.2019

Oldenburg Wissenschaftler tragen ihre Forschungsgebiete vor, aber eben in witzig. Das ist der Sinn hinter Science Slams. Der 9. Science Slam der Universität Oldenburg ging am Mittwoch, 5. Juni über die Bühne in der Oldenburger Exerzierhalle.

Mit dem sogenannten Slam-O-Meter, das die Lautstärke des Applaus misst, konnten die Zuschauer ihren Lieblingsslamer zum Sieger krönen. Florian Denk heißt der Gewinner. Er trug Anekdoten aus seiner Arbeit als Doktorand im Bereich Medizinische Physik und Akustik vor, unter dem Titel „Schräge Formen, tolle Akustik – Eine Ode an das Ohr“. Mit dem Publikum stellte er sich die Frage: „Warum hat das Ohr eigentlich eine so komische Form?“

Nur zehn Minuten Zeit

Nur zehn Minuten hatte der Doktorand für seinen lustigen Vortrag Zeit, wie jeder andere Slamer auch. Die nutzte er, um den Zuschauern zu erklären, warum er als Akustiker kein „normaler“ Physiker sei und sich eben nicht mit dem Laser, „dem Lieblingsspielzeug von Physikern“ beschäftigt. „Ich bin da eher der Exot, ich beschäftige mich mit Ohren.“ Dafür habe er aber ein „richtig cooles Labor“ mit 94 Lautsprechern, was so manchen Wissenschaftler-Kollegen neidisch machen könnte. Mit Präsentationsfolien voller Emojis brachte er das Publikum bei seinen Erklärungen immer wieder zum Lachen. Informativ wurde es aber auch. So beschrieb Florian Denk zum Beispiel den Weg der Schallwellen. Um die Frage nach der schrägen Form des Ohres aufzulösen, verriet der Dokorand: Das Ohr sei so asymmetrisch, damit wir Geräusche, die aus verschiedenen Richtungen kommen, im Raum verorten können. „Das Ohr klingt eben aus jeder Richtung unterschiedlich.“

150 Euro Preisgeld bekam Florian Denk, sowie das „Goldene Gehirn“. Zudem wartet auf ihn nun die Möglichkeit, bei der Norddeutschen Science-Slam-Meisterschaft im Dezember in Hamburg aufzutreten.

Aggressives Deutsch

Den zweiten Platz belegte François Conrad. Er ist Sprachwissenschaftler an der Leibniz Universität in Hannover und referierte weniger über das Hören, sondern über das Sprechen. Genauer gesagt, nahm er die deutsche Sprache auseinander. „Kaum eine andere Sprache ist so hart und aggressiv wie die deutsche Sprache.“ Das läge vor allem an den vielen „Frikativen“ in der Sprache, erklärt Conrad. Die nennt man auch Reibegeräusche. Er stellte gegenüber, wie weich und flüssig zum Beispiel das Wort „mariposa“ (spanisch) oder „papillon“ (französisch) gegenüber der deutschen Übersetzung „Schmetterling“ klinge.

Slamerin Nina Gmeiner erzählte den Zuschauern etwas über Saatgut in ihrer Präsentation „Ernährungswende durch Samenspende“ und Betriebswirtschaftsstudent Jonathan Gilbert veranschaulichte dem Publikum die serviceorientierte Systemgastronomie mit ewig lächelnden Kellnern unter dem Titel „Keep on Smiling“.

James Bond und die Nordsee

Auch die Geoökologin Rosanna Schöneich-Argent stand auf der Bühne. Mit ihrem Vortrag „Gerührt, nicht geschüttelt – warum die Nordsee nichts für James Bond ist“. Sie erklärte die Stromrichtung in der Nordsee und kam zum Fazit: „Die Nordsee ist wie ein britisches altes Ehepaar, jeden Tag um drei rührt es den Tee in dieselbe Richtung.“ In ihrer Forschung verfolgt sie die Routen zurück, die in der Nordsee treibende Müll zurücklegt. Dabei machten sie Februar, März 2018 die Entdeckung, das wegen eines starken Windes aus Osten, sich diese Stromrichtung für kurze Zeit umdrehte.

Alle fünf Teilnehmer des Slams erhielten Abos für verschiedene Wissenschafts-Zeitschriften.

Im Power-Point-Karaoke stellten sich nach den Slamern zwei Dozenten der Herausforderung, etwas über den jeweils anderen Fachbereich vorzutragen. Ohne Vorbereitung. Einzige Inspirationsstütze war eine Power Point Präsentation. So referierte Prof. Dr. Almut Höfert, die eigentlich Geschichte des Mittelalters unterrichtet, über das Thema „Lernen und Vergessen im Alter“ mit dem sich Prof. Dr. med. Karsten Witt als Neurologe beschäftigt. Dieser hatte wiederum die Ehre „Der Heilige Georg in transkultureller Perspektive“ vorzutragen. Mit gefährlichem Halbwissen und viel Kreativität strickten beide einen Vortrag, bei dem das Publikum aus dem Lachen gar nicht mehr heraus kam.

Alle 135 Plätze im Publikum waren belegt. „Wir hätten auch 500 Tickets vergeben können“, sagte Nina Gaßmann vom Organisations-Team über den ausverkauften Abend, der in Kooperation mit dem Staatstheater Oldenburg entstand.

Video

Oldenburger Schulen
Profile aller weiterbildenden Schulen in Oldenburg. Welche Schule passt am Besten?

Freya Adameck Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2450
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.