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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Volkshochschule Oldenburg: Auf-Zack-Bringer in Feierlaune

25.01.2020

Oldenburg Mit großem Vergnügen fährt Uwe-Jens Kruse jeden Donnerstag an die Karlstraße. Zum Spanisch lernen, in einer gemischten Achter-gruppe bei einer geborenen Andalusierin. Seit 15 Jahren. Seit Kruse, der frühere OLB-Bankdirektor und -Marketingchef, sich in den Unruhestand verabschiedet hat, geht er zur VHS. „Um fit zu bleiben.“

Der 79-Jährige ist einer von Abertausenden von Oldenburgern, die die Vorteile nutzen und genießen, die die Volkshochschule hier seit 100 Jahren bietet – an all den Standorten, die sie seit ihrer Gründung in Oldenburg am 21. April 1920 schon bot und noch bietet. Sie hat die Bürger schlauer gemacht – zuerst in der damaligen Oberrealschule (heute Herbartgymnasium), weil der Leiter gerade ein paar Räume frei hatte, später auch auf dem heutigen Gelände der Jade Hochschule (damals Altes Zeughaus/Landesbibliothek), am Staugraben, seit Ende 1968 am Waffenplatz – und jetzt, größer denn je, an der Karlstraße.

Kruse sagt: „Ich war direkt nach der Pensionierung mehrere Wochen in Südamerika und in Spanien. Ich wollte mich fit halten und mir Spanien auch als Reiseland besser erschließen, ich wollte dort verstanden werden, andere verstehen und vielleicht auch mal die El Pais lesen.“ All das kann er jetzt, vermutlich sogar locker. 27 Sprachen kann heute jeder an der VHS lernen, auch Platt, zuletzt sind noch Georgisch, Katalanisch und Persisch hinzugekommen.

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„Entstanden sind die Volkshochschulen vor allem aus dem Bildungsbürgertum“, sagt VHS-Chef Andreas Gögel – „aus dem Volk, für das Volk, denn Bildung sollte für alle da sein“. Im Jubiläumsjahr 2020 will er aber nicht so sehr zurückschauen, sondern lieber nach vorne. So hat er auch das Motto gewählt: „Zukunft beginnt heute: Weiterdenken. Neudenken. Umdenken.“. Wie das gemeint ist? Gögel sagt: „Damit wollen wir deutlich machen, dass wir alle Gestaltungsmöglichkeiten für unsere Zukunft selbst in der Hand haben. Wenn wir weiterdenken, erkennen wir zum Beispiel die Notwendigkeit der beruflichen Fortbildung. Man kann durch Bildung jeden Tag neu anfangen und jeden Tag ’was für sich tun.“ Noch immer sei Bildung „der Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben“. Auch die Demokratie profitiere davon. Ganz bewusst habe schon die Weimarer Reichsverfassung der Erwachsenenbildung Verfassungsrang eingeräumt, sie damit zum Bestandteil des Bildungssystems gemacht und eine Gründungswelle von Volkshochschulen ausgelöst, aus der auch die Oldenburger VHS hervorging. Zum Auftakt damals übrigens noch fast ausschließlich mit eher hochtrabenden Themen – etwa einer Einführung in die Relativitätstheorie. Auch die spätere Größe war in keiner Weise zu erahnen. Nehmen wir die erste Zahl nach dem Krieg, 1949: 1000 Kursbesucher. Vor allem seit den 70ern wurde die Einrichtung immer stärker genutzt. Heute sind es 25 000 Kursbesucher im Jahr. Der Neubau an der Karlstraße, in der die VHS Mieter der GSG ist, gilt als Meilenstein. „Mit dem Neubau haben wir ein Alleinstellungsmerkmal in Niedersachsen“, sagt Gögel über die große Zentrale. Der Umsatz liegt inzwischen bei 9,5 Millionen Euro. Die Stadt unterstützt den Betrieb mit 685 000 Euro – was im Landesvergleich aber noch unterdurchschnittlich ist.

Das druckfrische Kursprogramm Frühjahr/Sommer ist superdick, 150 Seiten voller Kurse – mit Sprachen, Deutsch lernen & beruflicher Integration, beruflicher Bildung und EDV, Kunst und Kultur, Gesundheit, Fitness und Ernährung, Mensch und Gesellschaft, schulischer Bildung und vielem mehr. Im Jubiläumsjahr kommen besondere Angebote hinzu – von der sechsteiligen „Kompass-Reihe“ mit Gastrednern und Impulsen für aktuelle gesellschaftliche Themen bis zur Familienkurs-Reihe „Gemeinsame Zeit“, in Kooperation mit der NWZ: Kochen mit Lieblingsmensch, Fotos mit Wow-Effekt, Digitale Welt verstehen – und mehr.

Thekla Dayen gehört aktuell zu den aktivsten VHS-Teilnehmerinnen. Die ehemalige Leiterin der BBS 3 ist fast überall zu finden: in Computerkursen, Foren, Konversationskurse in Englisch und Französisch und in zahlreichen Kochkursen: für kanarische Küche, für französische Küche, für britische Küche. Coq au vin, boeuf bourguignon, Pasta mit Trüffelsauce, Shepherds Pie, Shortbread – alles Lieblingsspeisen, alle ein Kinderspiel. Genauso wie ihre Lieblings-Radtouren ins Perigord: ohne Sprach-Platten. Dank VHS. Die Oldenburgerin sagt: „Ich lerne einfach gerne, und ich mag diese große Vielfalt, auch der Teilnehmer. Und die Hemmschwelle, ist doch klein, für jeden hier.“


Mehr Infos unter   www.vhs-ol.de 

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Karsten Röhr Redakteur / Redaktion Oldenburg
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