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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Schnitzeljagd durch die nahe weite Welt

11.05.2017

Oldenburg „Nur einmal im Jahr findet die Busrallye in Oldenburg statt. Dann nehmen ungefähr 1400 aufgeregte Schüler der vierten Klassen teil. Die Anspannung steigt, die Klassen werden in kleine Gruppen eingeteilt. Schon kommt Polizeioberkommissar Klaus Blaser und verteilt jeder Gruppe einen Umschlag mit der ersten spannenden Aufgabe!“

Spannend ist er tatsächlich, dieser Tag bei und mit der NWZ für die Fünftklässler Justus Heidemann und Ove Klooster. Einmal Reporter sein, dem Stadtleben auf den Grund gehen, Informationen recherchieren, Interviews führen. Filmen! Fotografieren! Einen eigenen Text in der Zeitung veröffentlichen! All das ist an diesem Mittwoch ausnahmsweise möglich: Die beiden Jungs wollten nämlich zunächst den „Sozialen Tag“ an ihrem Neuen Gymnasium (NGO) lediglich dazu nutzen, um im Medienhaus an der Peterstraße mal vorsichtig in die journalistische Arbeit reinzuschnuppern – werden dann aber prompt selbst zu Nachwuchs-Reportern der Nordwest-Zeitung. Und diese Aufgabe meistern sie mit Bravour, wie der obige kursiv gesetzte Einstieg und wohl auch die Folgesätze zeigen ...

„Von dort fahren sie mit einer Tageskarte (dank Unterstützung der VWG bekamen die Schüler das Tagesticket für 50 Cent) von Station zu Station und müssen dort bei Firmen, Versicherungen, Banken, Polizeistationen und der Bundeswehr interessante Aufgaben lösen. Durch die Rallye sollen die Schüler lernen, sich im Busverkehr in den verschiedensten Situationen gut zurecht zu finden.“

Morgens um halb acht ist die Welt zumindest für Justus noch nicht so richtig in Ordnung. Klar, das frühe Aufstehen ist er zwar gewöhnt, leicht fällt’s ihm aber nicht, wie er selbst zugibt. Ein paar Minuten später werden der Zehnjährige und sein Kumpel Ove aber hellwach sein, schließlich werden die beiden vor der Grundschule auf der Wunderburg von einem waschechten Polizisten erwartet – und Oberkommissar Klaus Blaser kennt sogar schon ihre Namen! Dass der große Mann in seiner strahlend gelben Jacke hier und heute nicht nur vierzig aufgeregte Viertklässler, sondern auch zwei aufgeweckte Busrallye-Profis vor der Nase hat, weiß er natürlich. Letztere hatten ihre ganz eigene Rallye bereits im vergangenen Jahr erfolgreich absolviert, trotzdem hören Justus und Ove hier und heute ganz genau hin. Einen Seitenwechsel nennt man so etwas wohl: Plötzlich haben die Jungs eine Kamera in der Hand, plötzlich baumelt ein „Nachwuchsreporter“-Schild an ihren Hälsen, plötzlich fragen sie dem Herrn Oberkommissar und zwei Lehrerinnen Löcher in den Bauch, aber auch den fast gleichaltrigen Nachwuchs-Busfahrenden. Wie viele Schüler eigentlich pro Jahr teilnehmen, warum diese Rallye wichtig ist und an welchen Stationen es den Kindern denn gut gefallen habe.

„Den Schülern der Klassen 4a und 4b hat die Busrallye auf jeden Fall Spaß gemacht. Jona aus der 4a meinte: „Ich fand die Öffentliche Versicherung am besten, weil man hier sehen konnte, wie es in einer Versicherung aussieht.“

Vielleicht ja auch, weil es neben den richtigen Antworten und besten Tipps zum weiteren Verlauf der Schnitzeljagd auch noch Süßes und Aufkleber vom Pförtner Gerd Tönjes gibt? Sei’s drum. Ohne diese Mitwirkenden wäre es für Blaser und Co kaum möglich, Jahr für Jahr Schülern die Angst vor dem eigenständigen Busfahren zu nehmen.

„Die Route der Klasse 4a mit Klassenlehrerin Sonja Borsje ging von der Grundschule über die Zulassungsstelle, die OLB, die Polizeiinspektion und Polizeidirektion wieder zur Schule. Die 4b mit Klassenlehrerin Karin Gosciniak wiederum hatte andere, aber auch sehr spannende Stationen wie zum Beispiel das Klinikum, die Kaserne oder die Lzo.“

Reichlich Gewusel gibt’s da also vor allem und immer wieder am Lappan, als die Kinder mit ihren Sonderfahrausweisen und den Aufgabenzetteln von einem Bus zum anderen laufen, sich zwischenzeitlich Tipps in der Mobilitätszentrale, bei Busfahrern und Fußgängern holen. Dass sich da grüppchenweise Anführer und vor allem Anführerinnen herauskristallisieren, wird nicht negativ vermerkt: „Alleine schon das Zuschauen und die Abstimmung in der Gruppe hilft allen Schülern“, meint Blaser, „die Busrallye ist ein Einstieg in die Selbstständigkeit, die Kinder kommen da gestärkt wieder raus.“ Die meisten Kinder dieses Alters würden entweder mit dem Fahrrad fahren oder von den Eltern zu jeweiligen Terminen gebracht, wissen auch die Klassenlehrerinnen. Daher sei dieser Schritt in die Unabhängigkeit nicht nur ein Spaß, sondern auch sinnvoll.

Dass bei solch einer Rallye mal ein Bus verpasst oder auch die falsche Linie genommen wird, sei völlig normal. Buswahl und Aufmerksamkeit sind aber nur eine Seite dessen, was sich die Kinder fürs Leben mit nach Hause nehmen. Denn da gibt es weitere Fragen, die sie für sich zu beantworten lernen: „Wie reagieren die Kinder, wenn ihnen jemand im Bus unangenehm ist? Was, wenn sie Hilfe benötigen und nicht weiter wissen?“ Dann sollten sie dies auch benennen, rät Blaser. „Ihr könnt tagsüber jeden Menschen fragen, seid aber freundlich und höflich!“ 70 Oldenburger Grundschulklassen bekommen so viel Gutes mit auf ihren Weg, Verkehrswacht, Polizei, VWG und Unternehmen helfen bei der Persönlichkeitsbildung mit. Und das schon seit 1999, damals noch unter Rolf Schatz.

„Ausgangspunkt bei jeder Busrallye ist der Lappan. Insgesamt ist die Busrallye ein voller Erfolg.“

Dieses Mal nicht minder: Alle Kinder kommen am Mittwoch gut heim, Blaser ist hochzufrieden, Justus und Ove übrigens auch. Der Artikel ist schon am frühen Nachmittag geschrieben, das Video bekommt da den letzten Schliff, und dann ist alles zur Veröffentlichung bereit. „Toll!“, sagt Justus. Und dem schließen wir uns an.


Das Video der Kinder finden Sie auf   www.nwzonline.de/videos 
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