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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Schüler als Diplomaten und Friedensstifter

28.01.2017

Oldenburg Oldenburgs Bild in der israelischen Öffentlichkeit hat zuletzt ziemlich gelitten. Die „Jerusalem Post“ berichtete wiederholt über die Affäre um die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und den Lehrer Christoph Glanz, der in einer Publikation der Oldenburger GEW einen antiisraelischen Artikel publizieren wollte. Die Oldenburger Debatte, die ihre Fortsetzung im Streit um das Zeigen von Davidstern-Flaggen beim Gedenkmarsch an die Novemberpogrome 1938 gefunden hatte, rief sogar den israelischen Botschafter in Berlin, Yakov Hadas-Handelsman, auf den Plan. Und Ende Dezember tauchte Oldenburg gar auf der vom Simon-Wiesenthal-Institut veröffentlichten Liste mit den weltweit gravierendsten Fällen von Antisemitismus auf.

Den negativen Eindruck haben am Freitag in Berlin Abiturienten des Alten Gymnasiums Oldenburg (AGO) zurechtgerückt. Sie engagieren sich im von Lehrer Jörg Witte ins Leben gerufenen „Seminarfach Israel“, das bereits seit dem Jahr 2007 im AGO-Curriculum etabliert ist. Die Oberstufen-Schüler waren von Bundestagspräsident Norbert Lammert auf Initiative des hiesigen CDU-Bundestagsabgeordneten Stephan Albani zur Gedenkstunde an die Opfer des Nationalsozialismus in den Bundestag eingeladen worden. Mehr noch: Die 16-köpfige Schülergruppe wurde anschließend auch von Hadas-Handelsman empfangen. Vorausgegangen war ein Brief, in dem Jörg Witte dem Botschafter die Oldenburger Bemühungen um die deutsch-israelischen und jüdisch-deutschen Beziehungen aufgezeigt hatte.

Im Vordergrund des einstündigen Gespräches mit dem Botschafter standen indes nicht die Diskussionen über antisemitsche Misstöne, sondern konfliktlösende und friedensstiftende Initiativen. „Initiativen, die den Friedensprozess in Israel vorantreiben und dem Frieden eine Chance geben können, im Gegensatz zu Initiativen, die die Fronten verhärten und den Hass zwischen Juden und Arabern schüren“, betonte Jörg Witte.

Diesen Weg beschreitet zur Freude des Botschafters auch das AGO: Seit 2006 besteht eine intensive Schulpartnerschaft zwischen dem Alten Gymnasium und der Cabri Manor High School im Oldenburger Partnerkreis Mateh Asher. Die AGO-Schüler des Seminarfachs „Israel“ sind quasi der deutsche Ableger eines vom israelischen Friedensaktivisten Arik Gutler gegründeten Peace-Clubs, dem es gelingt, jüdische und arabische Schüler aus Galiläa zusammenzubringen. Die Oldenburger Gymnasiasten haben bereits an drei gemeinsamen Begegnungen mit arabischen und jüdischen Schülern teilgenommen. 2016 waren jüdische und arabische Schüler beim Oldenburger UN-Planspiel „Olmun“ dabei und vertraten Deutschland, während die AGO-Schüler Israel repräsentierten.

Yakov Hadas-Handelsman sprach dem Oldenburger Projekt seine Anerkennung aus und stellte diese zwischenmenschlichen Kontakte als kleine Meilensteine im Friedensprozess heraus. Der Botschafter betonte generationsübergreifende Verantwortung im Umgang mit der Geschichte: „Deswegen sind solche Tätigkeiten, auch wenn sie nur einen kleinen Schritt bedeuten, sehr wichtig. Es gibt das Bedürfnis, Brücken zu bauen!“

Noch vor Beginn der Holocaust-Gedenkveranstaltung hatte Albani die AGO-Gruppe auf die Pressetribüne geführt. Die Schüler konnten den Gedenktag im Plenarsaal verfolgen. „Wir hatten einen großartigen Blick aufs Kabinett“, freute sich Witte. Besonders bewegend seien die Ansprachen zweier Angehöriger der von den Nazis ermordeten Euthanasie-Opfer gewesen.

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