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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Schüler auf den Spuren von Anne Frank

12.01.2017

Oldenburg Sehnsüchte, Hoffnungen und die Gefühle eines jungen Mädchens, das in einer von Diskriminierung und Flucht geprägten Zeit gelebt hat: Das Tagebuch von Anne Frank bietet einen seltenen Einblick in das Leben während des Zweiten Weltkrieges. Nun sollen Interessierte auch in Oldenburg ihre Geschichte erkunden können. Das Besondere: Ältere Schüler können als Begleiter durch die Ausstellung gebucht werden.

Der Verein Jugendkulturarbeit wird vom 13. Januar bis zum 5. Februar „Deine Anne - Ein Mädchen schreibt Geschichte“ im Internationalen Jugendprojekte-haus zeigen. Die Wanderausstellung wurde in Zusammenarbeit vom „Anne Frank Haus“ in Amsterdam und dem „Anne Frank Zentrum“ in Berlin erarbeitet und für Schulklassen, Gruppen sowie privat Personen konzipiert.

Sie ist in drei Themenfelder unterteilt: Es beginnt mit der Geschichte Anne Franks, behandelt den historischen Kontext und stellt dann Fragen an die Situation von heute. Als sogenannte „Peer Guides“ führen IGS FlötenteichSchüler durch die Ausstellung. In einem zweitägigen Workshop wurden 24 Schüler von den Klassen neun bis elf mit dem Inhalt bekannt gemacht.

„Wir haben verschiedene Methoden gelernt, wie man durch die Ausstellung führen kann“, sagt die IGS-Schülerin Paula Kruse (15). Die Peer Guides könnten zum Beispiel die Interessenten zunächst alleine das Material anschauen lassen, anschließend werden dann hauptsächlich die Aspekte besprochen, die ihnen dabei auffielen. Im Workshop wurden auch verschiedene Szenarien durchgespielt, wie einzelne Gruppen und Schulklassen reagieren und welche Fragen aufkommen könnten. „Wir haben keine Vorschriften, was wir sagen müssen“, so Paula. Somit ist jede Führung individuell, da jeder Schüler die Schwerpunkte anders legen kann.

Die Jugendlichen leiten jeweils für eineinhalb Stunden in Zweier-Teams durch die Ausstellung – jedes Team übernimmt bis Anfang Februar ein bis zwei Touren. Die Teilnahme an dem Projekt ist für die Schüler freiwillig.

Dabei sind auch die Zuhörer gefragt: Die Schüler sollen als Begleitung dienen – nicht als Experten. Bilder und Texte werden dann zusammen mit den Teilnehmern interpretiert. „Ich finde es gut, dass man beim Führen noch neue Sachen lernt“, sagt Mia Busse (16). Paula stimmt zu: „In den zwei Tagen kann man kein ganzes Leben erörtern.“

Paulas Lieblingsaspekt der Veranstaltung ist die Verbindung zur heutigen Situation. Das Thema ist: „Wer bin ich, was hat das mit mir zu tun und was kann man gegen Diskriminierung tun?“ „Da wird auf Schubladendenken eingegangen“, berichtet sie, „vielleicht ändert dieser Teil etwas in der Weltanschauung der Menschen.“

Dabei wird in der einen oder anderen Führung auch die Flüchtlingssituation besprochen. Kurze Videos sollen die Problematik veranschaulichen. Obwohl das Hauptthema für die Schüler weit in der Vergangenheit liegt, zeigten sie bei der Vorbereitung des Projektes vollen Einsatz. „Die Gruppe war super interessiert und diskussionsfreudig“, so Gina Schumm, Referentin für politische Bildung und Organisatorin des Projekts. „Das, was sie hier gelernt haben, werden sie später anwenden.“

Unter dem Titel „Von Opfern, Zivilcourage und Überforderung“ werden bis März verschiedene Veranstaltungen angeboten. Die dazugehörige Anne-Frank-Ausstellung wird an diesem Freitag um 11 Uhr im Internationalen Jugendprojektehaus, Schlieffenstraße 9, eröffnet. Buchung der Peer-Guide-Führung unter Tel. 39 01 07 50.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/stadt-oldenburg 
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