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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Sie kämpfen für mehr Respekt in Schulen

15.12.2016

Oldenburg Sie krempelt die Ärmel hoch, er ballt die Fäuste. Mit fester Brust und hartem Blick umrunden sie das Opfer, packen es an den Armen und rammen ihm eine Faust in den Bauch. Ein schmerzvoller Schrei hält sie nicht davon ab, ihr Opfer zu Boden zu prügeln – 15 Jugendliche der Berufseinstiegsklasse vom BZTG (Bildungszentrum für Technik und Gestaltung) proben für das Theaterstück „Klassenkampf“.

Es ist eine Zusammenarbeit mit dem Staatstheater; sie entsteht über das Projekt „Schule Spiel Theater“. In diesem Jahr nehmen 60 Schüler und Schülerinnen aus verschiedenen Schulformen daran teil: die Berufseinsteigerklasse des BZTG, das Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte und die IGS Kreyenbrück. Seit August stehen die Klassen für zwei Stunden in der Woche auf den Probebühnen des Theaters. Eine gemeinsame Aufführung folgt am Ende des Schulhalbjahres in der Exerzierhalle.

Ein Teil davon ist „Klassenkampf“ von der Berufseinsteigerklasse. Die Jugendlichen haben in der Schule oft negative Erfahrungen gemacht. „Sie wurden auf dem Weg in die Schule verlassen“, sagt Lehrerin Margaretha Ostern. Ein Theaterstück hilft ihnen, neues Vertrauen zu finden – zur Schule, vor allem aber zu sich selbst.

Über diese persönlichen Erlebnisse haben sie gesprochen und auf diese Weise die Szenen selbst gestaltet. Für Dominik (17) war Schule immer ein Test. Er fühlte sich oft von Lehrern provoziert: „Es geht mir um Respekt gegenüber den Schülern.“ Mit dem Theaterstück will er zeigen, „wie Schule wirklich ist“. Das umfasst auch Mobbing oder Probleme mit Lehrern und Mitschülern. „Schule ist nicht immer toll“, stimmt Selma (18) zu. Von dieser Offenheit ist Theaterpädagogin Hanna Puka beeindruckt: „Das ist für die Jugendlichen ein brennendes Thema. Zwischen Lehrern und Schülern prallen teilweise einfach Welten aufeinander.“

Anfängliche Skepsis wandelt sich in Spaß und Überzeugung. „Wir sind als Gruppe zusammengewachsen“, sagt Seraht (16). Theater spielen bedeutet ihm viel: „Man wird offener und traut sich mehr zu.“ Mit Kritik kann Dominik jetzt umgehen: „Weil sie hier vernünftig mit uns umgehen.“

Darauf ist ihre Lehrerin stolz: „Das ist eine wahnsinnige Entwicklung.“ Auch Theaterpädagogin Puka ist begeistert: „Theater spielen hat viel mit Authentizität zu tun. Das bringen die Schüler mit.“

Nina Janssen
Volontärin, 2. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003
Profile aller weiterbildenden Schulen in Oldenburg. Welche Schule passt am Besten?

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