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Wesertunnel nach Unfall in beiden Richtungen gesperrt
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Aktualisiert vor 5 Minuten.

Zwischen Rodenkirchen Und Stotel
Wesertunnel nach Unfall in beiden Richtungen gesperrt

NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Sprache als Werkzeug zur Integration

09.03.2017

Oldenburg Safir Quoal hält den digitalen Lernstift vor ein Symbol auf der Lerntafel. Eine blecherne Stimme ertönt: „Ich prüfe die Kabelverbindungen am Dynamo, am Vorderlicht, am Rücklicht“, lautet die Handlungsanweisung für diesen Schritt der Fahrradreparatur. Safir sieht auf einem Foto, was er zu tun hat, kann die Wörter auf einer Reparaturanleitung lesen und sich ihre Aussprache über den „Tiptoi“ anhören so oft er möchte. Der 13-Jährige gehört zur Sprachlernklasse an der IGS Kreyenbrück. Zusammen mit 16 weiteren zugewanderten Schülern aus Syrien, Afghanistan, dem Irak, Moldawien und Polen bekommt er die deutsche Sprache mit allen Sinnen vermittelt. „Transportiert“ werden die fremden Vokabeln über den Technikunterricht.

Ministerium fördert

Damit setzt die IGS in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Technische Bildung der Universität Oldenburg seit Januar dieses Jahres ein besonderes Forschungsprojekt mit dem Titel „Sprachförderung im Technikunterricht“ um. Dabei werden neue Methoden und Unterrichtsinhalte zum Spracherwerb im Fachunterricht erprobt. Gefördert wird dieses Projekt vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, das für zunächst ein Jahr Personal- und Materialkosten mitfinanziert. „Im Mittelpunkt steht der Ansatz, die deutsche Sprache durch praktisches handwerkliches Tun zu vermitteln“, erläutert die wissenschaftliche Mitarbeiterin Dr. Katharina Dutz. Elf Studenten des Faches Technik unterrichten an zwölf Terminen jeweils mittwochvormittags vier Stunden lang die Sprachlernklasse und unterstützen mit ihrem Einsatz an der IGS Fachlehrer Manfred Panitz.

Die Sprachlernklasse vereint Schüler im Alter von 11 bis 17 Jahren mit unterschiedlichen Deutschkenntnissen. Einige von ihnen sind sogar in ihrer eigenen Schriftsprache kaum ausgebildet. Handwerkliche Arbeit soll ihnen das Deutschlernen erleichtern und Erfolgserlebnisse bescheren, verdeutlicht Heike Schaadt, didaktische Leiterin der IGS. Zusätzlich würden Werte wie Pünktlichkeit und Genauigkeit vermittelt.

Die Schüler erhalten neben der Anleitung durch die Studenten visuelle und auditive Hilfsmittel wie den „Tiptoi“, auf die sie jederzeit unabhängig von der Lehrkraft zurückgreifen können, um die Aussprache zu üben und die Bedeutung von Vokabeln kennenzulernen.

Mit Beginn des zweiten Halbjahres stand zunächst eine Einführung in die manuelle Holzverarbeitung auf dem Lehrplan. Gemeinsam wurden Tabletts gebaut – und dabei der Sprachschatz auch um so spezielle Vokabeln wie „Gehrungssäge“ oder „Schleifpapier“ erweitert. „Vermittelt werden vor allem Kenntnisse und Fertigkeiten, die auf eine berufliche Ausbildung vorbereiten“, erläutert Katharina Dutz. „Das Handwerk klagt über Nachwuchsmangel. In diese Lücke wollen wir hineinstoßen.“

In diesem Monat geht es nicht von ungefähr um das Thema Fahrrad – „schließlich nimmt es eine wichtige Rolle im Oldenburger Stadtleben ein“, betont wissenschaftlicher Mitarbeiter Jan Landherr. Neben der Reparatur lernt die Sprachlernklasse auch Verkehrsregeln und besucht einen Fahrradladen. Anschließend wird das Projekt vom Regionalen Umweltbildungszentrum weitergeführt. Dort werden die Schüler Messungen im Wald und an einem Gewässer vornehmen. Zum Abschluss des Halbjahres wird mit dem Bau einer Taschenlampe in die Metall- und Elektrotechnik eingeführt.

Hochmotiviert

Die bisherigen Ergebnisse sind vielversprechend: „Es läuft sehr gut. So eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre erlebt man sonst nur selten“, bilanziert Jan Landherr. Tutorin Laura Voss hebt die Lernwilligkeit der Schüler hervor: „Alle sind hochmotiviert.“ Das Sprachvermögen habe sich deutlich verbessert.

Safir blickt auf ein schwarzes Kabel am Fahrrad und überlegt kurz, dann fällt ihm der Begriff ein, nach dem er gesucht hat: „Ah, das ist ein Bremsseil!“ Wieder eine schwierige Vokabel mehr gelernt.

Stephan Onnen
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2114
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