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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Verantwortung der Lehrer unterschätzt

15.03.2014
Betrifft: „Massive Kritik an Klassenfahrten-Stopp“ (NWZ vom 25. Februar)

Ich bin schockiert, dass es immer noch Menschen gibt, die mit einem hohen Ausmaß an Unkenntnis über die aktuellen Anforderungen des Lehrerberufs glänzen!

Viele Lehrkräfte sind heute an Ganztagsschulen tätig, ihr Unterricht reicht damit weit über die Mittagszeit hinaus. Außerdem erschöpft sich der Lehrberuf nicht im Unterrichten. Der Unterricht muss vor- und nachbereitet werden. Es fallen kontinuierlich Korrekturen von z.B. Klassenarbeiten, Tests, Mappen, Referaten, Portfolios an. Hinzu kommt, dass Lehrkräfte heutzutage viele Konferenzen und Elterngespräche zu bewältigen haben. Im Bereich der Konferenzen stehen beispielsweise Dienstbesprechungen, Gesamtkonferenzen, Fachkonferenzen, Klassenkonferenzen an. Regelmäßige Teamsitzungen, die Mitarbeit in Arbeitsgruppen, die Betreuung von Studierenden in Unterrichtspraktika und Lehreranwärtern in der Referendarzeit sowie Fortbildungen kommen noch hinzu. Daher muss sich keine Lehrkraft vor anderen Berufsgruppen rechtfertigen oder gar ein schlechtes Gewissen haben. Der Lehrberuf als sogenannter Halbtagsjob hat nie so existiert und heute erst recht nicht.

Der Protest der betroffenen Kolleginnen und Kollegen ist völlig legitim, anders kann man sich als Lehrer bei der Landesregierung und Teilen der ignoranten Bevölkerung leider kein Gehör verschaffen. Es fällt garantiert keinem Lehrer leicht, der seinen Beruf mit Herzblut ausführt, Klassenfahrten oder andere außerschulische Aktivitäten zu streichen. Die Maßnahmen müssen aber „weh tun“, damit sich etwas ändert. (...)

Sven Weinberg
Oldenburg

Wieder „die“ Lehrer... Bei der Lektüre der Leserbriefe überwiegen zum Glück diejenigen, in denen detaillierte Gedanken dargestellt werden. Eine Verallgemeinerung einer Berufsgruppe zeugt nämlich nie von Bereitschaft, (...) über genaue Belastungen und Herausforderungen etwas wissen zu wollen. Der „Halbtagsberuf“ mit den „langen Ferien“ ist längst ein enormer Unfug. Eltern, die Vorwürfe machten und denen ich anbot, wenigstens einen oder einige Tage mit mir den ganzen Schulvormittag zu verbringen, sind nie darauf eingegangen. Dann hätte ein genaueres Gespräch einen Hintergrund gehabt. Bei Grundschul-Klassenfahrten sind Mütter mitgefahren, keine ist der Meinung gewesen, dass hier ein „Job“ lässig ausgeübt wird. Während meiner Dienstzeit war ich damals auch auf Klassenfahrten mit Hauptschülern – eine Kräfte und Zeit aufreibende Angelegenheit mit sehr viel Verantwortung! Es gibt eben auch nicht „die Eltern“, die ihre Kindern gewissenhaft erziehen. Dass Gymnasiallehrer im Blickpunkt stehen, hat wohl damit zu tun, dass die Verantwortung für Jugendliche besonderes Gewicht hat.

Menschen, die ihrer Berufsgruppe angehören, sollten in unserem Land ihre Stimme erheben dürfen und Taten folgen lassen.

Marie-Luise de Roma
Oldenburg

Als der damalige Ministerpräsident von Niedersachsen, Gerhard Schröder, 1995 die Lehrer als „faule Säcke“ bezeichnete, gab es zwar bei sehr vielen Menschen durch alle Bevölkerungsschichten insgeheim Zustimmung, bei den Lehrkräften, Lehrerverbänden und Gewerkschaften war aber die Empörung groß. Auch ich konnte Schröders Meinung nicht teilen, dennoch muss ich angesichts der gegenwärtigen Diskussion um die Arbeitszeitverlängerung bei Gymnasiallehrern und den damit einhergehenden Maßnahmen in unseren Schulen einige kritische Fragen stellen:

Werden Lehrkräfte ihrer pädagogischen Verantwortung noch gerecht, wenn sie ihre Tätigkeit auf lerntheoretische, intellektuelle Inhalte reduzieren, indem sie sozial-kognitive und affektive Inhalte in außerschulischen Veranstaltungen verweigern?

Ist es vertretbar, die anvertrauten Schülerinnen und Schüler im Kindes- und Jugendalter in den regulären Unterrichtsstunden sowie die Angehörigen auf Elternabenden für den Arbeitskampf in eigener Sache gegen die Schulbehörde zu manipulieren?

Ist es hinnehmbar, dass Lehrer durch Verweigerung außerschulischer Aktivitäten (die bei Klassenfahrten zweifellos mit hohem Zeitaufwand verbunden sind) in Verrechnung mit zusätzlich einer Stunde wöchentlicher Unterrichtsverpflichtung im Jahresergebnis tatsächlich eine Verkürzung der Arbeitszeit erlangen?

Würde Gerhard Schröder heute seine polemische Bemerkung von 1995 wiederholen, könnte ich wohl nicht mehr bedingungslos widersprechen!

Reinhard Hanke
Oldenburg

Profile aller weiterbildenden Schulen in Oldenburg. Welche Schule passt am Besten?

Oldenburger Schulen
Profile aller weiterbildenden Schulen in Oldenburg. Welche Schule passt am Besten?

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