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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Wo neue Azubis wohnen und kochen

24.03.2017

Oldenburg Thanh Nguyen ist Automobilkauffrau. Die 22-Jährige, die aus Cloppenburg stammt, hat ihre Ausbildung in der Autogalerie Schlickel gemacht – und als Prüfungsbeste nach zweieinhalb Jahren abgeschlossen. Kein Wunder, dass sie in ihrem Bereich (Jaguar Landrover) sofort übernommen wurde.

Dass die talentierte Automobilkauffrau von Cloppenburg nach Oldenburg wechseln und hier erfolgreich sein konnte, ist dem vor knapp drei Jahren gestarteten Kolping Jugendwohnen an der Kaiserstraße zu verdanken. Thanh Nguyen sagt: „Für mich war das ein Glücksfall. Statt mit Fahrrad, Bus und Zug jeden Tag zu pendeln und durch die Abfahrtszeiten auch unflexibel zu werden, habe ich ganz viel Zeit gewonnen, um mich auf wichtigere Dinge zu konzentrieren – Zeit fürs Lernen und die Arbeit, aber auch für Freunde und Freizeit.“ Das Jugendwohnen sei außerdem bezahlbar zentral gelegen. Thanh Nguyen: „Man ist da auch nicht allein und hat immer eine Bezugsperson – ich habe mich da total wohl gefühlt.“

Alle Zimmer belegt

Alle 47 Zimmer im ehemaligen Herdbuchhaus sind belegt. Wenn im Mai/Juni weitere Azubis der ersten Generation fertig werden, gibt es für die im August startenden neuen Auszubildenden immerhin ein paar freie Plätze. Mechthild Koopmann (33), die das Haus mit ihrem Team leitet, sagt: „Die Idee des Kolpingwerks wird hervorragend angenommen.“ Das Jugendwohnen helfe jungen Menschen, die neuen Herausforderungen gut zu meistern.

Auch von Blockschülern wird die Einrichtung genutzt, in der Regel für drei bis vier Monate. Sie kommen von Wangerooge, aus Cuxhaven, Wilhelmshaven, dem Emsland oder aus Osnabrück: Bankkaufleute, die die BBS Wechloy besuchen, Azubis bei der Deutschen Rentenversicherung oder Verwaltungsfachangestellte. Alle sind zwischen 18 und 27 Jahre alt, aus Vechta, Wiesmoor, Varel, Leer, Emden, Haaren/Ems: IT-Systeminformatiker, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizung und Klimatechnik, Kfz-Mechatroniker, Fachlageristen, Verkäufer, Bürokaufleute, Tourismuskaufleute, Bäckereifachverkäuferinnen, alles ist dabei, viele mit Berufsausbildungsbeihilfe.

Persönliche Betreuung

Das Jugendwohnen, das über die Ausbildungsbeihilfe gefördert werden kann, trägt damit zur Attraktivität Oldenburgs für die kommenden Fachkräfte bei. Mechthild Koopmann sagt: „Die Ausbilder und Personalleiter kommen auf uns zu und fragen: Wir haben einen Azubi, der aber keine normale Wohnung finanzieren kann, habt ihr da was? Diese Kooperation ist Gold wert. Unternehmen können fehlende Fachkräfte dadurch auch eher aus dem Oldenburger Umland bekommen.“

Dabei ist das Jugendwohnen weit mehr als eine moderne Herberge mit Einzel- und Doppelzimmern. Mechthild Koopmann sagt: „Da kann auch schon mal ein Anruf kommen: Kann es sein, dass unser Azubi noch schläft? Oder wir fragen, wie es mit dem Lernen gerade läuft oder erinnern daran, dass das Berichtsheft wieder ansteht.“ Jeder kann kommen und gehen, wann er will. „Aber wir fahren auch mit ihnen einkaufen, wenn sie sich das wünschen“, sagt Mechthild Koopmann, deren Büro im Empfang von 8 bis 21 Uhr besetzt ist. Die Hausleitung möchte, dass sich die Bewohnerinnen und Bewohner wohl und zuhause fühlen. Das Team steht ihnen dabei mit Rat und Tat zur Seite.

Breites Programm

Das Haus macht den jungen Leuten dazu viele Angebote: Es gibt eine Einführungswoche mit täglichem Programm, Fitnessübungen, regelmäßige Laufrunden, Serien-Abende, Fernseh-Treffen mit Germanys-next-Topmodel und Bachelor, gemeinsame Kinobesuche, Billard, Kicker, Dart, Lounge-Bereich und vieles mehr. In der vorösterlichen Zeit gibt es auch eine Art Fasten-Angebot bei Kolping: „40 Tage gesund ernähren“, haben sie es genannt. Da heißt das Gericht, das man sich kocht dann eben Chili con Couscous oder Hirsepfanne. Jeden Donnerstag kochen alle, die Lust haben, zusammen. „Die Renner sind selbstgemachte Burger und Pizza, aber wir machen auch Asia-Hähnchen, Grünkohleintopf, Steckrübeneintopf oder Spargel“, sagt Koopmann. Und obwohl hier alle erwachsen sind, haben sie sich darauf verständigt, das Handy für die familiären Essensabende wegzulegen. Elisabeth, die aus Wilhelmshaven stammt und ihre Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten im Juli abschließt, sagt: „Ohne das Jugendwohnen wäre mir die Strecke auf Dauer zu lang gewesen. Hier herrscht eine gute Stimmung, und man lernt alleine klar zu kommen, ohne dabei alleine zu sein.“


Mehr Infos unter   www.jugendwohnen-oldenburg.de 
Einen kurzen Film mit aktuellen Eindrücken vom Kolping Jugendwohnen an der Kaiserstraße gibt es unter   www.nwzonline.de/videos 
Profile aller weiterbildenden Schulen in Oldenburg. Welche Schule passt am Besten?

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