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Große Freude über Spenden Erinnerungen an Schullandheim Bissel helfen

Chelsy Haß

Bissel/Oldenburg - „Wir kämpfen wie die Löwen“, sagt Uwe Mokros und kann sich zumindest ein kleines Lächeln nicht verkneifen. Mokros ist Vorsitzender der Schullandheimstiftung Röwekamp-Heiligengeisttor für das Schullandheim Bissel. Normalerweise herrscht in Bissel das ganze Jahr über Betrieb. Viele Tagestouren und Klassenfahrten haben das Schullandheim, das es seit über 70 Jahren gibt, zum Ziel.

Geschichten dahinter

Aufgrund der Corona-Krise fallen Klassenfahrten jedoch mindestens bis zu den Sommerferien aus (die NWZ berichtete). Die meisten Reservierungen seien bereits storniert worden. „Jetzt sehen wir endlich ein kleines Licht am Ende des Tunnels“, sagt der 57-Jährige. Im April startete das Schullandheim einen Spendenaufruf. „22 500 Euro sind seitdem bei uns eingegangen“, sagt Mokros. Neben dem Spendenaufruf in der NWZ seien auch mehrere Hundert Flyer verteilt worden, sagt er. „Die Resonanz war und ist enorm. Jeden Tag haben wir um die 15 Überweisungen“, so der Vorstandsvorsitzende. Nach jetzigem Stand sei zumindest das Jahr 2020 finanziell abgesichert.

Das Schullandheim

Das Schullandheim Bissel wurde 1949 auf Initiative von Eltern und Lehrern der beiden Schulen Röwekamp und Heiligengeisttor, heute beides Grundschulen, der Stadt Oldenburg gegründet. Noch heute sind die Grundschulen Träger des Schullandheims.

Rund 5000 Schul- und Kindergartenkinder verbringen im Schullandheim jedes Jahr ein paar Tage im Grünen. Es ist ein außerschulischer Lernort, der denkmalgeschützt ist.

Das Heim ist in der aktuellen Situation auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Der Stiftungsvorstand bittet deshalb um die Hilfe aller Freunde des Schullandheimes Bissel. Wer spenden möchte, kann das hier tun:

Es ist jedoch nicht nur das gespendete Geld, das Uwe Mokros rührt. Es sind die Geschichten, die dahinterstecken. „Die Leute rufen an und erkundigen sich. Zu vielen Überweisungen werden Nachrichten geschrieben, in denen sich zum Beispiel für ,die tolle Klassenfahrt 1955’ bedankt wird“, sagt Mokros. Viele Oldenburger haben auch nach vielen Jahren noch positive Erinnerungen an das Schullandheim, in dem schon Generationen von Kindergarten- und Grundschulkindern die Natur entdeckt und erforscht haben.

Enkel des Gründers

Auch auf Facebook sind einige Erinnerungen geteilt worden. So schreibt Deta Rottländer, sie sei vor rund 40 Jahren mit ihrer Grundschulklasse in Bissel gewesen. „Wir haben Lagerfeuer gemacht und Nachtwanderungen. Ich erinnere mich an den Fuchsbau und das Eulennest, so hießen unsere Unterkünfte“, schreibt sie.

Auch die Facebook-Nutzerin Inga Albers erinnert sich: „Ein Schullandheim für Generationen. Mein Vater (er wäre heute über 70) war früher schon dort, ich habe meine ersten Klassenfahrten und Bundesjugendspiele dort verbracht, und mit hoffentlich ganz viel Glück fährt unser Sohn im nächsten Jahr auch hin.“

Ganz besondere Erinnerungen

Ganz besondere Erinnerungen an das Schullandheim Bissel hat auch der 58-jährige Wolfgang Peters. Sein Großvater Karl Peters hatte das Schullandheim gegründet. Das war 1949. „Als Kind war ich oft in Bissel. Auch mit meinem Vater, Peter Peters, der Lehrer war“, erklärt der Oldenburger. Er freue sich, dass die Einrichtung immer noch so gut angenommen und mit „Herzblut“ geleitet wird.

„Es hat sich alles weiterentwickelt, aber der Charme ist geblieben. Die Kinder können toben und Abenteuer erleben“, so Peters. Als er von dem Spendenaufruf gehört habe, habe er nicht lange gezögert. Der Industrie-Pensions-Verein mit Sitz in Berlin, bei dem Peters die Geschäftsführung innehat, spendete 5000 Euro an das Schullandheim. Ebenfalls 5000 Euro bekam das Schullandheim von der Claus-Hüppe-Stiftung aus Oldenburg. „Das ist eine riesige Hilfe“, so Mokros.

Eine große Sorge weniger

Beruhigter schlafen kann der Vorstandsvorsitzende auch, weil dem Schullandheim Bissel eine große Sorge genommen wird. Wie Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) in der vergangenen Woche bekannt gegeben hat, übernimmt das Land Stornokosten für abgesagte Klassenfahrten in Höhe von 20 Millionen Euro. „Das betrifft auch uns, weil wir jetzt Rechnungen an die Schulen schreiben können“, so der Vorsitzende. Wie viel Geld das Schullandheim bekommt, ist noch nicht klar. Eine große Hilfe wird es auf jeden Fall sein. Noch wisse Uwe Mokros nicht, wie sich die Corona-Krise langfristig auf das Schullandheim auswirken wird: „Für 2021 haben wir noch keine Buchungen. Wir sind aber guter Dinge und packen gerade richtig an.“

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