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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Dämmarbeiten verursachen Brand in Donnerschwee

31.07.2015

Oldenburg Schwerer Rauch liegt in der Luft, Blaulicht und Martinshorn wechseln sich ab – und auf einer Länge von knapp 150 Metern steht der Dachstuhl des Hauses 1 auf dem Gelände „Neudonnerschwee“ in Flammen. „Das ist echt ’ne Katastrophe“, sagt Vertriebler Holger Carstens und blickt aus seinem Info-Glaspavillon auf das nur wenige Meter entfernte Treiben. Ringsum haben sich bereits Schaulustige versammelt, sie trotzen hier für ein paar Handyfotos Wind und Regen.

Etwa eine Stunde zuvor, morgens gegen halb neun, stieg erster Rauch aus der Mitte des imposanten, früheren Kasernen-Gebäudes. Mitarbeiter einer Baufirma hatten unter dem jüngst sanierten Dach noch einige Dämmarbeiten verrichtet. Dann, irgendwann und irgendwie, muss das schwer entflammbare Material Feuer gefangen haben. Die Polizei bestätigte am Freitag, dass das Feuer durch die Dämmarbeiten verursacht wurde. Mitarbeiter eines beauftragten Unternehmens hatten mit einem Brenner am Dach gearbeitet. Hierbei geriet Isolierungsmaterial und in der Folge Dämmmaterial in Brand.

Ronald Oelke, Projektmanager fürs Gelände, hatte die da noch kleinen Rauchschwaden als erstes gesehen, vorsorglich die Feuerwehr alarmiert. Als die nur wenige Minuten später eintrifft, steht schon ein beachtlicher Teil des Dachstuhls in Brand. „Das muss man gesehen haben, das kann man nicht beschreiben“, wird Oelke über die rasante Ausbreitung der Flammen sagen.

Interessenten eingeladen

Die Arbeiter hätten wohl noch zu retten versucht, was zu retten gewesen wäre – doch ein kleiner Schlauch und ein paar ausgeschlagene Ziegel waren lediglich der Tropfen auf dem heißen Stein. In spätestens 14 Tagen wäre das Dach dann komplettiert gewesen, letzte Loggien sollten jetzt noch eingebaut werden. Und schon für die kommende Woche waren Interessenten für alle 58 Mietwohnungen in diesem Gebäude eingeladen. Im Dezember hätten sie einziehen sollen.

100 Einsatzkräfte, 54000 Quadratmeter, 58 Mietwohnungen

Einsatzkräfte: Über 100 Kollegen der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren waren im Einsatz und in Alarmbereitschaft, sieben Löschfahrzeuge wurden eingesetzt, Leiterwagen zudem aus Ganderkesee und Elmendorf abgestellt.

Denkmalensemble: 13 Gebäude sollen auf dem Neudonnerschwee-Gelände nach Fertigstellung Mieter und Eigentümer auf über 54 000 m² Wohn- und Gewerbefläche beherbergen. Es entstehen über 650 Wohneinheiten zwischen 50 und 200 Quadratmeter.

Mietobjekte: Das nun vom Feuer stark zerstörte Haus wurde unsaniert an einen einzelnen Investor verkauft. Er möchte hier 58 Wohneinheiten gehobenen Standards vermieten.

„Alles zunichte“, meint Bauleiter Willibald Findeis, „damit bekommen wir einen Bauverzug von sechs bis acht Monaten“.

Und einen Schaden von mehreren hunderttausend Euro, wie die Polizei in ersten Schätzungen bilanziert. Gut möglich aber, dass er auch in siebenstellige Höhen schnellt.

Schon am Donnerstagmittag, nur drei Stunden nach der Entzündung, ragen die Giebel des Hauses fein skelettiert in den verrauchten Himmel hinein.

Immer neue Flammen

Und trotz des Großaufgebots an Einsatzkräften und Löschfahrzeugen schlagen immer wieder aufs Neue Flammen empor. Hier brechen Balken ein und reißen Dachpfannen unter lautem Getöse mit sich, dort knistert, flackert, rauscht und knarrt es bedrohlich. Einsatzleiter Michael Bremer und weitere Kräfte kämpfen sich ins Gebäude hinein und durch ein paar Geschosse des Hauses, werden dann aber wieder vom Rauch gestoppt.

Glutnester entzünden sich wegen starker Winde auf nun offenen Dachflächen in Hohlräumen ständig neu, starke Regenfälle behindern zwischendurch die Arbeiten mehr, als dass sie nutzen.

Gerald Breschke, Geschäftsführer der „Parkresidenz“, die das Projekt Neudonnerschwee betreut, ist erst am Morgen aus dem Urlaub zurückgekehrt. Die Nachricht vom Großfeuer hat ihn zwar überrascht, Schwierigkeiten für das Gesamtkonstrukt sieht er aber nicht. „Ringsherum gehen die Bauarbeiten ja auch schon während der Löscharbeiten weiter“, sagt er.

Immerhin: Die Arbeiter im Dachstuhl hatten sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen können, Verletzte gab es keine. Für die Einsatzkräfte bleibt es aber dennoch eine ganztägige Mammutaufgabe. „In dieser Ausdehnung?“, sagt Michael Bremer, „nein, das haben wir nun wirklich nicht alle Tage.“

Brandermittler des Zentralen Kriminaldienstes und Gutachter werden sich an diesem Freitag des Gebäudes annehmen, hier dann ihre Ermittlungen zur genauen Brandursache beginnen.

Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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