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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Wenn’s in Etzhorn extrem stark regnet

03.04.2019

Etzhorn In einen Zehn-Liter-Eimer passen zehn Liter Wasser – sonst läuft’s über. So vereinfacht kann man sich vorstellen, was passiert, wenn das Oldenburger Kanalnetz an seine Grenzen stößt. „Es reicht für ein gewisses Niveau“, erklärt Reinhard Hövel, Sachgebietsleiter Planung und Bau vom Oldenburgisch Ostfriesischen Wasserverband (OOWV), „extreme Niederschläge bekommt man allein mit dem Kanalnetz aber nicht in den Griff.“

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Was sonst noch hilft und wie auch der einzelne Bürger helfen kann, darüber informierte Hövel in Etzhorn. Der Bürgerverein hatte das Angebot des OOWV-Fachmanns gern angenommen. Genau 99 Gäste wollten dessen Vortrag zum Thema „Starkregen und seine Folgen“ hören. Von diesem großen Interesse war sogar der Profi überrascht.

Regen raum geben

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, gegen Folgen von Starkregen etwas zu unternehmen. Der OOWV hat in einer Broschüre einige aufgelistet, hier Auszüge:

Flächen entsiegeln: Zufahrten, Höfe, Parkplätze und andere Fläche, die asphaltiert oder gepflastert sind, versperren dem Regenwasser den Weg in den Boden. Daher sind unversiegelte Flächen sinnvoll, auf denen sich der Niederschlag verteilt und auf natürlichem Weg versickert. Durchlässige Fugen, Rasengittersteine, Kies oder Schotter sind eine sehr gute Alternative.

Stauraum schaffen: Naturnah angelegte Gartenteiche dienen auch als Regenrückhaltebecken. Sie entlasten die Entwässerungssysteme ebenso wie Dränrohre, Rigolen, Brunnen oder Schächte, über die das Regenwasser gezielt versickern kann.

Dächer begrünen: Begrünte Dächer sind ein guter Zwischenspeicher für Regenwasser und halten im Sommer das Gebäude kühl – das erspart häufig eine Klimaanlage. Besonders Flachdachgebäude und Schrägdächer eignen sich oft für eine Bepflanzung

Gräben erhalten: Gräben sind ein wirksamer Rückstauraum sowie Transportweg für große Wassermassen. Zugleich sind sie ein wichtiger Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten.

Nach Regen gesehnt

Schon im vergangenen Jahr hatte der OOWV sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und in Kooperation mit der Stadt eine Starkregengefahrenkarte für Oldenburg veröffentlicht. Doch nach dem Dürresommer hätten sich die Menschen wohl eher nach Regen gesehnt, als ihn gefürchtet, vermutet Reinhard Hövel und sagt: „Starkregen durch örtlich begrenze Gewitterzellen hat es im Sommer aber auch gegeben. Dürre und Starkregen sind die zwei Seiten einer Medaille – nämlich der des Klimawandels.“

Viele Oldenburger können sich sicherlich an das Unwetter im August 2010 erinnern. Nach einer Stunde hieß es in der Stadt „Land unter“. Der OOWV sprach später vom „Jahrhundertregen“. Um zu simulieren, wo Oldenburg absäuft, wenn extrem viel Wasser von oben kommt, hat der OOWV es digital regnen lassen. Am PC wurde das Stadtgebiet mit seinen offenen Gewässern, dem Kanalnetz, der Bebauung sowie Oberflächenstruktur dargestellt – und dann kam der Regen. Simuliert wurden laut Reinhard Hövel extremer Starkregen. „Heftiger als der von 2010“, sagt er. Die Karte zeigt nun die Überflutungsgefahr im Stadtgebiet; in den Abstufungen gering (weniger als 10 cm) bis sehr hoch (über 50 cm).

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„Für Etzhorn sieht es vergleichsweise sehr gut aus“, urteilt der Profi und nennt die Gründe dafür: „Dieser Stadtteil ist weitläufig bebaut. Und es gibt hier 36 offene Kleingewässer, darunter 14 Regenbecken. Die laufen als erstes voll. Das ist Gold wert.“ Reinhard Hövel betont, dass es bei der Simulation um außergewöhnliche Regenfälle ging, für die das Kanalnetz auch nicht bemessen sein muss.

Offene Gewässer wichtig

Um einen Rückstau zu verhindern, achte der Wasserverband schon beim Erschließen von Neubaugebieten auf eine optimale Entwässerung. Hierzu gehört laut Hövel die richtige Dimensionierung des Kanalsystems, sowie der Bau von Regenrückhaltebecken und Stauraumkanälen. Ein möglichst offenes Gräben- und Gewässersystem – wie in Etzhorn – helfe auch mit. Man müsse dem Regen Raum geben. „Eine Fläche so groß wie der halbe Schlossgarten wird jährlich in Oldenburg versiegelt, weiß Hövel. Das wären dann acht Hektar.

Wichtig sei, dass Hauseigentümer ihr Eigentum vor Unwetterschäden absichern, verweist Hövel auf eine Rückstausicherung im Gebäude. Ein Tipp des OOWV: Man sollte sich gegen Unwetterschäden versichern. Überschwemmungen gelten als Naturkatastrophen. Wasserschäden durch Rückstau in der Kanalisation sind deshalb nicht über normale Gebäude- und Hausratversicherungen abgedeckt. Hier kommt eine Elementarversicherung infrage.

Weitere Tipps gibt der Wasserverband unter Telefon   0800 180 12 01 oder Mail an starkregen@oowv.de.


Mehr Infos unter   www.oowv.de/wissen/abwasser/starkregen 
Susanne Gloger Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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