• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • LocaFox
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Friedhofsschänder muss für sechs Monate ins Gefängnis

13.04.2016
NWZonline.de NWZonline 2016-04-13T15:47:20Z 280 158

Urteil Am Oldenburger Amtsgericht:
Friedhofsschänder muss für sechs Monate ins Gefängnis

Oldenburg Die Tat hatte für große Empörung gesorgt. Am 23. November 2013 war der jüdische Friedhof an der Dedestraße in Oldenburg erneut geschändet worden. Die Täter hatten Hakenkreuze an die Grabsteine und an die Trauerkapelle gesprüht. Diese Schändung hatte jetzt vor dem Oldenburger Amtsgericht das gerichtliche Nachspiel. Die Richter schickten den 35-jährigen Haupttäter für sechs Monate ins Gefängnis, die Strafe wird nicht zur Bewährung ausgesetzt. Ein 37 Jahre alter Mitangeklagter muss für fünf Monate hinter Gitter, und ein 26-Jähriger wurde zu einer Geldstrafe von 3000 Euro verurteilt.

Der Hauptangeklagte hatte die Tat gestanden. Man habe ein Zeichen setzen wollen, erklärte er. Die beiden Mitangeklagten wollten mit der Tat eigentlich nichts zu tun haben. Sie seien nicht auf dem Friedhof gewesen, sagten sie. Sie standen aber davor und hatten nach Überzeugung des Gerichtes (psychische) Beihilfe zu der Tat geleistet. An der Tat war auch noch ein Jugendlicher beteiligt gewesen. Er musste sich in einem gesonderten Verfahren vor Gericht verantworten.

Die Friedhofsschänder hatten damals an vielen Orten in Oldenburg Aufkleber mit rechtsradikalen Sprüchen angebracht. So kam der Trupp auch an dem Friedhof vorbei. Später in der Nacht hatte der 35-jährige Haupttäter noch im Marschweg Hakenkreuze gesprüht. Eine Zeugin hatte ihn dabei gesehen und die Polizei alarmiert. Die konnte den 35-Jährigen schnell dingfest machen, ließ ihn vorerst aber wieder laufen, weil die Tat vom Friedhof da noch nicht bekannt gewesen war. Tage später wurde der 35-Jährige erneut ermittelt.

Er soll auch den Hinweis auf den Jugendlichen gegeben haben. Und der Jugendliche soll sich Freundinnen gegenüber offenbart haben, so dass die Polizei alsbald wusste, dass es sich um insgesamt vier Täter handelte. Die Friedhofs-Schändung hatte damals zu heftigen Reaktionen geführt. Mahnwachen wurden postiert, die Polizei fuhr verstärkt Streife. Und der Rat verabschiedete eine Resolution, in der die Schändung aufs Schärfste verurteilt wurde.