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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Soziales: Im Gedenken an die Drogentoten

24.07.2017

Oldenburg Die Aidshilfe-Oldenburg wünscht sich mehr Verständnis bei den Oldenburgern für Drogengebraucher und Drogengebraucherinnen. „Wir bekommen sehr wenig Spenden aus der Bevölkerung“, hat Marianne Hamm festgestellt, Geschäftsführerin der Aidshilfe Oldenburg. Bei dem Gedenktag verstorbener Drogengebraucher und Drogengebraucherinnen am Bahnhofsvorplatz trafen sich Angehörige, Freunde und Betroffene, um den Menschen zu gedenken, die an den Folgen des Drogenkonsums gestorben sind.

Das waren im vergangenen Jahr in Deutschland 1333 Menschen, ein Anstieg von rund 9 Prozent gegenüber dem Jahr 2015. In Oldenburg starben 2016 dagegen drei Menschen direkt oder indirekt aufgrund ihres Drogenkonsums. „Einer weniger als im Jahr 2015“, sagt Hilko Beloch, zuständig für Männer, die Sex mit Männern haben und Männer, die sich in Haft befinden.

„Die positive Entwicklung in Oldenburg haben wir unter anderem der erfolgreichen Präventionsarbeit zu verdanken“, so Marianne Hamm. Aber es gäbe auch in Oldenburg noch viel zu tun, meint Hilko Beloch. Er wünscht sich die Einrichtung von Suchtkonsumräumen. Die Deutsche Aidshilfe hat in einer Studie verdeutlicht, dass Drogenkonsumräume etwa 200 Drogentote pro Jahr in Deutschland verhindern könnten, indem sie Menschen in Notfallsituationen medizinische Hilfe geben.

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Das Motto der Veranstaltung lautete: „Menschenrechte auch für drogengebrauchende Menschen“. Dabei geht es nicht ausschließlich um Drogensüchtige. Wichtig ist, dass Menschen, die Drogen gebrauchen, sich nicht durch unsaubere Spritzen gefährden und erkranken. Die Aidshilfe in Oldenburg hat im letzten Jahr rund 5000 Spritzbestecke herausgegeben oder getauscht. Je nach dem, welche Spritzen benötigt werden, ist ein Besteck für ab 10 Cent in der Geschäftsstelle der Aidshilfe und in den Automaten an der Lambertikirche und in der Bahnhofstraße 23 erhältlich.

„Es ist nicht unsere Aufgabe, Menschen von ihrer Sucht zu befreien. Wir wollen vielmehr, dass Drogengebrauchende in gesunder Umgebung und mit sauberem Material ihre Drogen konsumieren können“, so Beloch. Wenn sich dann in Gesprächen jemand von dem Drogenkonsum befreien möchte, steht die Aidshilfe selbstverständlich zur Verfügung. Sven Britzwein ist drogenabhängig. „Ich habe vor vier Jahren meine beiden Freunde Wladimir mit 22 Jahren und Vitali mit 26 Jahren verloren. Deshalb bin ich heute hier“, sagt der Osnabrücker. Inzwischen holt er sich bei Rose 12 oder im Café Caro Hilfe. Er wohnt seit vier Jahren in Oldenburg.

Man weiß nicht, was einen Menschen bewegt, Drogen zu nehmen, deswegen fällt häufig im Gespräch das Wort vorurteilsfrei. „Uns ist wichtig, dass jeder Drogenkonsument weiß, er bekommt bei uns Hilfe und es bleibt anonym“, sagt Marianne Hamm. An diesem Sonntag fand mit Anette Domke, Pfarrerin der evangelischen Gefangenenseelsorge in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Vechta und dem Vorstand der Aids-Hilfe Oldenburg ein Gedenkgottesdienst in der JVA für Frauen statt.

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