• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Jalousien dicht, Funk tot – aber Willy gerettet

14.07.2016

Oldenburg Durchgeschwitzt und fern der Heimat, aber trotzdem zufrieden: Der Einsatz am Dienstagabend (NWZ  berichtete) im EWE-Forschungszentrum Next Energy war für rund 30 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus Petersfehn und Ofen eine im wahrsten Sinne gute Übung. Zwar hatte eine Rauchmaschine für lediglich maue Spezialeffekte gesorgt und ein spärlich bemalter Pappkamerad sich bewusstlos gestellt – aber um Attraktivität und Action ging es da ja auch nicht. Das EWE-Forschungszentrum wollte vielmehr seine Krisenfestigkeit überprüft wissen und gleichsam den Einsatzkräften eine Chance zur Übung geben. Beides hat funktioniert, soviel sei gesagt.

„Vor 30 Jahren wäre es wohl eine Todsünde gewesen, im fremden Revier zu wildern“, wird Siegfried Hacker nach insgesamt zweistündigem Einsatz sagen und damit das ortsfremde Feuerlöschen und Menschenretten meinen. Hacker ist „im richtigen Leben“ Einsatzleiter bei der Oldenburger Berufsfeuerwehr, war aber unterstützend vor Ort – schließlich sei schon lang die Erkenntnis gereift, dass es ohne „Freiwillige Feuerwehrkräfte nicht geht“. Also lässt man die Damen und Herren aus Petersfehn und Ofen – nicht zuletzt, weil man selbst das Gebäude dank jährlicher Begehungen bestens kennt – hier gern gewähren und den Ernstfall trainieren.

Der beginnt um kurz vor halb acht mit einem umgestoßenen Stuhl. „Willy“, Papp-und Metallfigur von Format, hat eine Rauchvergiftung und liegt im dritten Obergeschoss des Gebäudes herum. „Tim, Du kannst auslösen!“, sagt Dr. Alexander Dyk. Der ist selbst Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr, aber auch Leiter des hiesigen Forschungsbereichs Brennstoffzellen. So erklärt sich dann die Abordnung aus dem Landkreis.

Tim Glaser, Sicherheitsingenieur bei Next Energy, drückt auf den Einschaltknopf der Rauchmaschine, Sekunden später dröhnt der Alarm im Gebäude, weitere Sekunden später steht das Krisenkommunikationsteam bereits auf dem Sportplatz vorm Gebäude, der Sammelstelle im Notfall. Referent Heinke Meinen hat derweil den „Krisen-Laptop“ und den „Notfall-Koffer“ geholt. Wie geübt.

Nun warten sie hier gemeinsam auf die Feuerwehr – während das Dutzend Sportler weiter unbeeindruckt vom Alarm hier seine Runden dreht. Wie gesagt: Es ist eine Einsatzübung unter realistischen Bedingungen. Dass trotzdem weiter gejoggt wird – nun denn. Nach zwölf Minuten trifft das Team aus Ofen ein, weitere Minuten später kommt Petersfehn. Klingt spät, ist aber angesichts der Mannschaftsstärke und des Freiwilligenstatus’ beachtlich. Andreas Aßmann und Marvin Harms, Einsatzleiter der Züge, klären die Lage, holen die Laufpläne, sprechen sich ab. „Ihr die Menschenrettung, wir die Brandbekämpfung!“ Schläuche werden ausgerollt, Lüfter aufgestellt, Kollegen unter Atemschutz gesetzt, dann geht’s hinein ins Gebäude. Um kurz nach acht ist „Willy“ schon in Sicherheit; abgesehen vom Kopfstoß gegen die Metalltüren und den über den Boden schleifenden Füßen. Was soll’s, der Krankenwagen ist ja auch nur imaginär vor Ort. Trotz aller Vorkehrungen bleibt es halt eine Übung. Eine, die neben vielen positiven Erkenntnissen auch einige Schwachstellen aufgedeckt hat. Die selbstschließenden Türen sind ein Problem für die Einsatzkräfte, unter Zeitschaltung herunter fahrende Jalousien (obwohl sie sich im Alarmfall zunächst öffnen) ebenso. Und: Der Analogfunk funktioniert innerhalb des Gebäudes so gut wie gar nicht.

„Die Feuerwehrleute haben geflucht, aber wirklich alles super gemacht“, befand da auch Thomas Faasch, Technischer Leiter bei Next Energy und Initiator der Übung. „Wir sind bis auf ein paar Kleinigkeiten, die wir hier noch optimieren können, im Großen und Ganzen zufrieden“, hieß es da auch in der Bilanzierung tags darauf. Und das galt wohl für alle Beteiligten.


  www.nwzonline.de/fotos-oldenburg 
Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2107
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.