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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Das sagt der Besitzer der rasenden „Bierkiste“

11.05.2017

Oldenburg Für heiße Kisten und schnelle Motoren schlägt sein Herz: Thorsten Rechlin, 31 Jahre alt, gelernter Anlagenmechaniker, schraubt nicht nur gern an Motoren herum, er nimmt auch an Tuning-Treffen teil. An „offiziellen“, wie er betont, „zum Beispiel bei VW“. 18 Preise habe er schon gewonnen, sagt er. Ein getuntes Auto gehört ihm. Ein imposantes Motorrad und andere kleinere Maschinen stehen in seiner Garage in Ohmstede. Bis Dienstagabend auch seine „Bierkiste“. So nennt Thorsten Rechlin das Gefährt, das die Polizei beschlagnahmt hat.

Und das kam so: Mit einem selbst gebauten, motorbetriebenen Gokart, vermutlich ohne Zulassung für den Straßenverkehr, soll am Dienstag gegen 17.30 Uhr ein junger Mann durch den Westerender Weg gebraust sein. Das hatten, so teilt die Polizei mit, zwei Zeugen gemeldet. Eine halbe Stunde später stellten Beamte in der August-Hanken-Straße (von der dieser Westerender Weg abgeht) das besagte Gefährt sicher. Laut Polizei trafen die Beamten in der Nähe des Tatorts kurz darauf einen 31-jährigen Oldenburger an, der das Fahrzeug, welches er „Bierkiste“ nannte, gerade in einer Garage einschloss. Der Mann habe sich zunächst geweigert, den Polizisten das Fahrzeug zu zeigen.

„Das stimmt so alles nicht“, ist Thorsten Rechlin sauer über den Bericht, der per Internet über das Portal der Polizei verbreitet wurde. Der 31-Jährige meldete sich bei der NWZ, um seine Sicht der Dinge zu schildern. „Ich fahre mit dieser Kiste nicht auf der Straße. Ich habe sie den Polizisten sofort gezeigt. Und als sie das Fahrzeug mitnehmen wollten, habe ich es sogar noch aufs Polizeiauto getragen.“

Stein des Anstoßes: die „ Bierkiste“ von Thorsten Rechlin.

Im Polizeibericht liest sich das so: „Nachdem die Beamten dem 31-Jährigen gegenüber ankündigten, dass weitere Ermittlungen, unter anderem wegen möglicher Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz und die Zulassungsverordnung, angestellt werden müssten, gab dieser nach und zeigte sich mit einer Begutachtung des Fahrzeugs einverstanden. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um ein 90 cm breites Gefährt mit Gokart-Reifen, gepolstertem Sitz und Trittflächen. Der Motor ist in einer Bierkiste verbaut. Am Fahrzeug war ein Versicherungskennzeichen aus dem Jahr 2008 angebracht. Das Gokart wurde sichergestellt. Die Polizei hat die entsprechenden Ermittlungen aufgenommen.

Für den Ablauf des Geschehens am Dienstag habe er sogar Zeugen, behauptet Thorsten Rechlin und schildert gegenüber der NWZ: „Fast 15 Leute hatten meine Familie und ich zu Besuch. Die wissen, dass ich nicht gefahren bin. Der Motor war ja auch kalt. Das habe ich den Polizisten gezeigt. Meine Meinung ist: Solche Maschinen gehören auch nicht auf die Straße. Ich fahre damit nur in meinem Garten. Der hat 600 Quadratmeter. Und nach Feierabend darf ich aufs angrenzende Firmengelände.“ Das bestätigte auch Nachbarin Laura Neumann der NWZ. „Ich war am Dienstag zu Hause. Da habe ich nichts von der Kiste gesehen oder gehört.“

Bis zu 70 Stundenkilometer kann der Ohmsteder mit seiner „Bierkiste“ fahren. Die habe er übrigens auch gar nicht gebaut – „nur modifiziert“. Der Motor (125 Kubikzentimer) einer Straßenmaschine befinde sich in der Bierkiste – daher der Name. An das Gefährt sei er über ein Internet-Auktionshaus gekommen. Er habe sein „echtes Gokart“ eingetauscht.

Ob der 31-Jährige sein knatterndes Gefährt jemals wiederbekommt, ist noch offen. Auf einem Privatgelände dürfe das Gokart laut Polizeiangaben theoretisch gefahren werden. Wenn es nicht zu laut ist. „Ob es möglich ist, dass der Mann das Fahrzeug unter bestimmten Auflagen wieder zurückbekommt, das entscheiden die Stadt oder das Gericht“, sagte ein Polizeisprecher.

Susanne Gloger Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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