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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Polizei klärt über die Hälfte aller Taten auf

15.09.2015

Oldenburg 8849 Taten auf 100 000 Einwohner: das klingt nach viel Arbeit für die Polizei in Oldenburg. Ist es auch. Tatsächlich aber gehört die Stadt mit dieser Häufigkeitszahl zu einer der am geringsten kriminalitätsbelasteten kreisfreien in Niedersachsen. Und auch wenn sich die Fälle vermeintlich von Jahr zu Jahr häufen und „alles immer schlimmer wird“, wie auf dem Marktplatz oft behauptet wird, so ist die Entwicklung der Straftaten wiederholt rückläufig. „Es wurden die geringsten Fallzahlen der letzten zehn Jahre registriert“, so Polizei-Sprecher Mathias Kutzner zur Statistik des vergangenen Jahres. Die weist immerhin 14 124 Fälle aus.

In mehr als einem Drittel aller Kriminalitätsfälle gab es zugehörige Tatverdächtige – 5466 zählte da die Polizei. Davon waren 122 Kinder, 525 Jugendliche und 573 Heranwachsende, der Anteil der Kinder und Jugendlichen an der Gesamtzahl lag damit bei 11,84 Prozent.

Unter Alkoholeinfluss standen bei ihrer Tat 11,67 Prozent aller Täter, harte Drogen hatten offenbar 6 Prozent konsumiert. Nicht minder spannend ist da die Auseinandersetzung mit den Opferzahlen: 2151 hatte es insgesamt gegeben, davon waren 15 unter sechs Jahre, 111 über 60 Jahre alt. So schlimm die einzelnen Fälle auch für jedes Opfer gewesen sein mögen, so beachtlich ist die Zahl der aufgeklärten Delikte: 7747. Das sind immerhin 54,85 Prozent.

mehr zahlen zu den einsätzen der Polizei im vergangenen Jahr

Sachbeschädigung: 1522 wurden der Polizei angezeigt. Gut ein Drittel (499) davon wurde aufgeklärt. 389 Mal indes waren Graffitisprayer für Beschädigungen verantwortlich – derer wurden 205 enttarnt.

Diebstahl aus dem Auto: 513 einfache Diebstähle in Oldenburg wurden registriert – also Fälle, in denen das Auto offenbar frei zugänglich oder geöffnet war. In weiteren 207 Fällen gab es einen „schweren Diebstahl“ – hier wurde das Auto also gewaltsam geöffnet und beschädigt. Die Aufklärungsquote ist vergleichsweise gering: In beiden Fällen liegt sie unter der 16-Prozent-Marke.

Raub: Ein gewaltsamer Diebstahl wurde der Polizei 115 Mal gemeldet – in dieser Statistik ist auch die räuberische Erpressung aufgelistet. 67 Fälle wurden insgesamt aufgeklärt.

Ladendiebstahl: 836 Mal wurden Waren aus Geschäften gestohlen, 733 Mal wurden die Täter gestellt. Die Aufklärungsquote liegt bei 87,68 Prozent.

Rauschgiftdelikte: In 652 Fällen musste die Polizei aktiv werden, in 635 war sie das sogar sehr erfolgreich.

In einigen Fällen wird auch in diesem Jahr noch weiter ermittelt – die Staatsanwaltschaft entscheidet zumeist darüber, wo und wann eine Nachermittlung sinnvoll sein könnte. In anderen Fällen ergeben sich neue Ermittlungsansätze quasi von ganz allein. Ein aktuelles Beispiel ist die Autobrandserie. Nachdem sie im Jahr 2014 plötzlich ohne einen Tatverdächtigen endete, wurde einige Zeit später auch das Verfahren eingestellt – jetzt aber angesichts neuer Fälle wieder reaktiviert. Einstige Erkenntnisse sind natürlich nie verloren. Außerdem hat die Polizei eine starke Aufklärungsquote in Sachen Brandstiftungen – 72,50 Prozent waren es im vergangenen Jahr, was bundesweit eher ungewöhnlich ist. Deshalb haben die Ermittler selbst allerhöchstes Interesse daran, den oder die Täter alsbald dingfest zu machen. Übrigens: Wer in einer der elf Arrestzellen der Polizei am Friedhofsweg unterkommen muss, zahlt pro Übernachtung mehr oder minder „freiwillig“ 25 Euro, zudem 45 für den Transport im Streifenwagen. Immerhin gibt es ein kostenloses Frühstück tags drauf – sofern der böse Bube länger als acht Stunden inhaftiert war.

Nicht allein um geknackte Passwörter geht es beim großen Bereich der Internetkriminalität, sondern durchaus um schwere Urheberrechtsverletzungen, Cyber-Mobbing, Volksverhetzung, das Verbreiten von Kinderpornografie oder auch das Ausspähen von Daten. Mit gleich 653 Fällen musste sich die Polizei im vergangenen Jahr beschäftigen – beachtliche 506 davon wurden aufgeklärt.

„Grundsätzlich sind die meisten realen Straftaten auch virtuell möglich“, sagt Mathias Kutzner, „im Internet fällt es leichter, jemanden zu beleidigen – aber mittlerweile merken die Menschen, dass dies reale Konsequenzen haben kann.“

Ganz real und einhundertprozentig war die Aufklärungsquote bei „Straftaten gegen das Leben“. Dies umfasst vor allem den Mord(versuch) sowie den Totschlag. Elfmal ermittelten die Beamten in diesem Fall – und elfmal erfolgreich.

Nicht ganz so gut ist da die Quote bei Diebstählen, jeglicher Art. 1930 Fahrräder wurden entwendet, aber nur 208 Fälle aufgeklärt. Das macht eine Quote von gerade einmal 10,78 Prozent. Indes wurden 26 Autos – so wenige wie seit zehn Jahren nicht – gestohlen, aber nur acht wiederbeschafft (30,77 Prozent). Bei Einbruchdiebstählen aus Wohnungen liegt die Quote bei immerhin 33,94 Prozent (274/93).

1189 Körperverletzungen wurden im Vorjahr angezeigt (darunter 297 schwere). 1077 und damit mehr als 90 Prozent wurden aufgeklärt und geahndet.

Und dann wäre da noch ein weiterer erschütternder Bereich der Kriminalstatistik: 18 Mal gab es einen sexuellen Missbrauch von Kindern, 30 Mal wurden pornografische Erzeugnisse (die Gewalt oder sexuelle Handlungen mit Tieren beinhalten) verbreitet. 120 weitere Sexualstraftaten fielen überdies an.

Marc Geschonke
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2107

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