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Aktualisiert vor 6 Minuten.

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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Mikes Eltern haben noch viele Fragen

03.06.2017

Oldenburg /Malta Zehn Monate nach dem tragischen Tod des 17-jährigen Oldenburgers Mike Mansholt auf Malta bleiben für die Familie viele Fragen offen. Dazu gehört vor allem, warum dem Leichnam ihres Sohnes fast alle Organe fehlten, als er in Deutschland ankam. Über diese Vorgänge berichtete das Nachrichtenportal „Times of Malta“ am 2. Juni. Und Bernd Mansholt bestätigte am Freitag gegenüber der NWZ, dass Mikes Schwester Maria und er Strafanzeige gegen das Krankenhaus auf Malta und den Leitenden Arzt der Obduktion dort erstattet haben. Er sei jetzt noch einmal auf der Insel gewesen, um weitere Spuren zu suchen. Er geht davon aus, dass ihm im vergangenen Jahr bewusst falsche Tatsachen zum Tode seines Sohnes mitgeteilt worden waren.

Mike Mansholt hatte im vergangenen Sommer auf Malta Urlaub gemacht und ursprünglich am 22. Juli 2016 nach Oldenburg zurückkehren wollen. Als er auch vier Tage später noch nicht ankam, starteten Eltern, Geschwister und Freunde eine Suchaktion. Viele Menschen nahmen in den sozialen Netzwerken daran Teil. Zuletzt gesehen worden war der Junge am 18. Juli in seinem Hotel. Von dort war er zu einer Mountainbike-Tour gestartet.

Am 27. Juli stand fest, dass ein Toter, der in einer Felsspalte am Fuße der steilen Dingli Cliffs gefunden worden war, der gesuchte Mike Mansholt war. Dem Vater wurde mitgeteilt, dass sein Sohn dort beim Mountainbiken abgestürzt sein sollte.

Das glaubt Bernd Mansholt heute nicht mehr. „Nachdem unser toter Sohn wieder in Deutschland angekommen war, haben wir ihn ein zweites Mal in der Medizinischen Hochschule in Hannover obduzieren lassen“, berichtet Bernd Mansholt. Er habe weder Knochenbrüche noch ein gebrochenes Rückgrat gehabt. Auch das blaue Mountainbike habe kaum Kratzer aufgewiesen. In diesem Gutachten sei bestätigt worden, dass seinem Sohn nahezu alle großen Organe und das Gehirn gefehlt haben.

Mansholt berichtet, dass man ihm auf Malta dazu gesagt habe, dass Tiere den Leichnam angefressen haben sollen. Nach Aussage des Vaters habe es jedoch keine Bissspuren gegeben. Er vermutet, dass die Organe möglicherweise zu Studienzwecken vom Krankenhaus weitergereicht worden sein könnten. Vier Wochen habe er damals in La Valetta auf die Ergebnisse der DNA-Probe warten müssen. „Das ist auch völlig unüblich.“ Da von Anfang an klar war, dass der Leichnam nach Deutschland überführt werden sollte, war davon die Rede, dass er einbalsamiert werden sollte. Das sei jedoch auch nicht geschehen.

Mit Ausnahme weniger Gewebeproben für weitere Untersuchungen wurden die sterblichen Überreste des jungen Oldenburgers inzwischen eingeäschert, und die Familie nahm während einer Seebestattung von ihm Abschied.

Dennoch bleibt die Ungewissheit, wie der Junge zu Tode gekommen ist bis heute. Es fehlen weiter Mikes Gopro-Kamera und sein schwarz-weißkarierter Rucksack. „Den hat er manchmal abgelegt und versteckt, damit er leichter mountainbiken konnte.“ Die Familie bittet, falls den jemand findet, um Rückgabe.

Auch bei der Oldenburger Polizei hatte Mansholt Anzeige erstattet, die hatte wegen eines ungeklärten Todesfalls ermittelt. Die Akte liegt bei der Staatsanwaltschaft. Wie deren Sprecher Torben Tölle gegenüber der dpa sagte, fehle bisher der Abschlussbericht aus Malta, trotz des Ersuchens um Amtshilfe.

Sabine Schicke stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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