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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Straftat: Missbrauch des Kindes bedauert

26.05.2016

Oldenburg Über die seelische und gesundheitliche Verfassung des neunjährigen syrischen Jungen, der Pfingsten in der Flüchtlingsunterkunft in Donnerschwee von einem 17-jährigen Iraker sexuell missbraucht wurde, ist derzeit nichts bekannt.

Der verletzte Junge war von der Polizei zur medizinischen Versorgung ins Krankenhaus gefahren worden. „Opfer von derartigen Gewalttaten müssen erst einmal in einen geschützten Raum gebracht werden, wo sie ein sicheres Gefühl entwickeln können“, sagt Cornelia de Vries von der Beratungsstelle Wildwasser, die sich um Opfer sexueller Gewalt kümmert.

Auf Anfrage der NWZ  erklärt Sozialdezernentin Dagmar Sachse: „Wir bedauern den Vorfall, die Stadt hat sofort alle Maßnahmen zum Schutz der Familie eingeleitet.“ Gegen den mutmaßlich Täter werde ermittelt. „Die Familie und das Kind werden von professionellen Einrichtungen betreut“, versicherte die Dezernentin am Mittwoch.

In der ehemaligen Berufsschule, in der sich der Vorfall ereignete, gibt es 200 Plätze für Flüchtlinge. 70 Menschen leben dort, dazu zählen außer den 27 Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren auch 46 Männer und 24 Frauen. Die zentrumsnahe Unterkunft wird jedoch in Kürze geräumt, und die Flüchtlinge werden nach Tweelbäke umziehen.

Bislang war über Vorfälle in dieser Gemeinschaftsunterkunft wenig bekannt geworden. Auch viele Ehrenamtliche engagieren sich dort, organisieren Lesestunden und helfen den Zuwanderern beim Lernen der Sprache.

Und so war es auch ein Hinweis aus der Bevölkerung, der am Mittwoch dafür sorgte, dass die Straftat ans Licht der Öffentlichkeit kam. Trotz der hohen Zahl an Flüchtlingen hatte es von der Polizei in den vergangenen Monaten immer wieder geheißen, dass es keine gravierende Erhöhung der Straftaten in der Stadt gebe. Auch von einem sexuellen Missbrauch von Kindern war bislang nicht die Rede.

Eine Richterin des Amtsgerichts hatte im Fall des neunjährigen Jungen bereits während des Pfingstwochenendes Haftbefehl gegen den 17-jährigen Iraker und dessen Onkel erlassen, die beide dringend tatverdächtig sind. Der Onkel soll während des Missbrauchs darauf geachtet haben, dass niemand bei der Tat störte.

Doch auch in den Pressemitteilungen der Justiz gab es keinen Hinweis auf diese Tat. Jürgen Possehl, Leiter des Amtsgerichts, hielt sich auf Anfrage der NWZ  am Mittwoch mit einer Antwort zurück.

Dass diese Straftat von den Behörden ganz bewusst verschwiegen worden sein soll, weil sie möglicherweise vor dem Hintergrund der Flüchtlingsproblematik die Oldenburger Bevölkerung beunruhigen könne, weisen die Behördenvertreter von sich.

So erklärte etwa Polizeipräsident Johann Kühme, dass man die Öffentlichkeit auch nicht proaktiv informiere, wenn es sich um den Missbrauch von Minderjährigen in deutschen Familien handele, um die ohnehin traumatisierten Kinder zu schützen. Die Aufgabe der Polizei sei es, beweiskräftige Fakten über den Tathergang zu ermitteln – „und zwar unabhängig von der Nationalität“.

Cornelia de Vries von „Wildwasser“ sagt, dass die Opfer möglichst vor der Öffentlichkeit, in der die Straftat thematisiert werde, geschützt werden müssten. Die Kinder dürften mithin auch nicht in jene Räume zurückkehren, in denen ihnen Gewalt angetan worden sei. Dort erlebten sie in ihren Gedanken das Geschehene oftmals wieder und wieder. Das könne immer neue Retraumatisierungen auslösen.

Sabine Schicke stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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