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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Warum man hier einen kühlen Kopf bewahren muss

23.01.2017

Oldenburg „Ist Dir nicht kalt?“ – Die Frage des Jungen stellen sich alle Zuschauer. Doch Sandra schüttelt den Kopf. „Nein überhaupt nicht, es war super!“ Mit vorsichtigen Schritten geht die Rettungstaucherin die letzten Schritte über das Eis zum Ufer. Eine Viertelstunde war die 34-Jährige im nur ein Grad warmem Kleinen Bornhorster See getaucht. Die Kollegen helfen, die Atemmaske abzuziehen und die Taucher-Ausrüstung abzulegen. Jetzt ist Sebastian an der Reihe.

Den Dutzenden Zuschauern, die am Sonntag um die Mittagszeit das Ufer säumen, wird schon beim Anblick kalt. Klaus Schütte winkt ab. „Die Neoprenanzüge sind sieben Millimeter dick und halten auch im Winter warm“, erklärt der Leiter der Abteilung Wasserrettung bei der Feuerwehr Oldenburg. „Ein wenig Feuchtigkeit kommt rein, aber erst nach einer halben Stunde fängt man an zu frieren.“

Jede Woche trainieren die Feuerwehrtaucher in der Kreyenbrücker Schwimmhalle und in offenen Gewässern. „Tillysee, Bornhorster See, Hunte“, sagt Klaus Schütte. „Über die Jahre weiß man, wo etwas passieren kann.“ Eine Übung zur Eisrettung hat die Witterung schon seit Jahren nicht mehr zugelassen.

An diesem Sonntag war die Gelegenheit günstig: Eine rund 5,5 Zentimeter dicke Eisschicht bedeckt den See. Die Temperaturen machen den Unterschied zum normalen Einsatz nicht aus. „Die Besonderheit ist, dass der Taucher nur durch den Einstieg wieder raus kann – und das Loch sieht man schon in fünf Meter Abstand nicht mehr.“ Die Orientierung gehe leicht verloren – und das sei lebensgefährlich. Schütte erinnert an den tödlichen Tauchunfall vor zwei Wochen im Heidesee in Holdorf. „Da war die Eisschicht nur etwa zwei Zentimeter dick. Selbst die kann ein Taucher von unten nicht aufbrechen.“ Sich in dieser Situation zu bewegen und zu lernen, wie es ist, nicht an jeder Stelle auftauchen zu können, das war Ziel der Übung.

Sandra und ihre Kameraden sind unter Wasser mit einem Seil gesichert. Mit Lein-Signalen verständigen sie sich mit dem Team. Zudem verfügen die Feuerwehrtaucher über eine Telefonverbindung. Sicherheit ist oberstes Gebot.

Rettungstaucher sind gesucht. Neun Einsätze hatten die Oldenburger Helfer im Vorjahr. Beim Bootsunglück in Barßel waren sie ebenso wie bei der Bergung des Autos, das in Brake in die Weser gerollt war. Die Großleitstelle ist froh für jede Taucher-Gruppe, die sie anfordern kann. Obwohl in Schüttes Truppe mehrere erst Anfang/Mitte 20 sind: „Nachwuchs ist gerngesehen.“ Kinder ab zehn Jahren kommen in die Jugendabteilung, zu Einsätzen geht’s ab 16 Jahren.

Jonas, Dennis und die anderen warten in Neoprenanzügen, bis sie ins Wasser können. Kalt ist niemandem. Dafür ist jetzt keine Zeit.


Video unter   www.youtube.com/user/nwzplay 
Mehr Fotos unter   www.nwzonline.de/fotos-oldenburg 
Mehr Infos unter   www.feuerwehrtaucher-oldenburg.de 
Christoph Kiefer Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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