OLDENBURG OLDENBURG/FJH - Mit gegenseitigen Schuldzuweisungen hat gestern vor der Jugendkammer des Oldenburger Landgerichtes der Mordprozess gegen Nico S. und Andreas B. begonnen. Ihnen wird vorgeworfen, am 22. Dezember 2004 die 44-jährige Sabine W. mit einem Telefonkabel erdrosselt und anschließend deren Wohnung in der Von-Halem-Straße in Brand gesetzt haben. Die jungen Männer, die gute Freunde sein sollen, belasteten sich gegenseitig schwer.
Nico S. sagte aus, dass Andreas B. der Täter sei. Nach einem Streit habe er die 44-Jährige mit Bier bespuckt, mit Parfüm begossen und mit einem Messer verletzt. Während er auf der Toilette gewesen sei, habe Andreas B. die Frau erdrosselt. Als er von der Toilette wiederkam, habe B. auf der 44-Jährigen gekniet, das Telefonkabel in der Hand. B. habe dann noch einmal gegen den Hals der Sterbenden getreten und Schmuck und Wertgegenstände an sich genommen. Nico S. habe als erster die Wohnung verlassen, aber noch gesehen, wie eine brennende Kerze umgefallen sei.
Andreas B. ließ gestern über seinen Anwalt erklären, er sei als erster aus der Wohnung gegangen. Er habe sich nichts zuschulden kommen lassen. Was Nico S. dort getan habe – dazu könne er nichts sagen. Die Staatsanwaltschaft geht von einer gemeinschaftlich begangenen Tat aus.