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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Mit Sicherheit ein besseres Gefühl

15.03.2019

Nadorst „Das beste Alter ist jetzt!“ – So steht’s auf einem gut sichtbaren Zettel an der Wand des Caritas-Pavillons. Im hier am Scheideweg beheimateten Seniorentreffpunkt dient dies einerseits als kurze Erinnerung wie gleichermaßen zur Motivation: Nicht verstecken! Nicht klein machen! Das ist die Metaebene. Etwas niederschwelliger heißt’s dann wohl: „Brust raus, gerader Blick!“ – so versucht zumindest Kriminalhauptkommissar Reinhard Schölzel seinen Zuhörern den Weg durch Angsträume und vorbei an verängstigenden Grüppchen zu erklären.

17 bereits mehr oder minder Ü 60er sind dabei, wollen der „Sicherheitsberatung für Senioren“ beiwohnen – darunter gerade einmal drei Männer. Ist’s nun Angst, die eher weiblich ist – oder vielleicht doch das gesteigerte Sicherheitsbedürfnis? „Angst!“, so wird Schölzel (seines Zeichens Präventionsbeauftragte der Polizei) später aus der Erfahrung heraus sagen. Und auch, dass es „zu 80 Prozent Frauen“ seien, die solche Seminare besuchen. Schade eigentlich. Denn auch für die Herren gäbe es hier durchaus einiges zu lernen, das weit über die eigene Krafteinschätzung hinausgeht.

Seminare können kostenfrei Gebucht werden

Seminare mit dem Titel „Betrugsdelikte zum Nachteil von Seniorinnen und Senioren“ werden kostenlos angeboten. Diese können im Polizeigebäude oder vor Ort bei den einladenden Vereinen, Gruppen und Organisationen abgehalten werden. Diese Vorträge dauern etwa zwei Stunden.

Broschüren der Polizei –„Sicher Leben im Alter“ – werden nach den Vorträgen ausgeteilt. Auch individuelle Fragen werden dann beantwortet.

Erst ab Mitte April sind wieder einige Termine frei, da die Nachfrage in Oldenburg enorm ist. Anmeldungen bei Kriminalhauptkommissar Reinhard Schölzel unter Telefon  790-4008.

„Selbstbehauptung für Senioren“ bietet außerdem der „Sicherheitsberater für Senioren“ (SfS) Manfred Fees aus Bad Zwischenahn in Kooperation mit Schölzel sowohl für Oldenburger als auch für Ammerländer Senioren in einem gesonderten Seminar an.

Sei’s drum. Enkel-Trick, falsche Polizisten und Selbstbehauptung in bedrohlichen Situationen sind hier und heute das Thema. Und als Bonus gibt es Seelenstreichelei, bessere Bauchgefühle. „Senioren haben mehr Angst vor Gefahren als junge Menschen“, sagt Schölzel, „aber wir sind hier in Oldenburg, nicht in Chicago!“

Will sagen: Lediglich knappe fünf Prozent aller in Oldenburg registrierten Straftaten galten im vergangenen Jahr Menschen über 60 Jahre – das waren insgesamt 122 Fälle, darunter vier Sexual- und elf Raubdelikte. Immer noch zu viele, völlig klar. Aber eben doch fernab von jenen Vorstellungen, die Senioren gehäuft mit sich tragen. Schölzel dazu: „Das subjektive Sicherheitsgefühl deckt sich nicht mit der ganz objektiven Situation in unserer Stadt.“

Völlig egal. Wer Angst verspürt, fragt in solch einer Situation nicht nach den tatsächlichen Gründen. Wichtig ist es dann, Mittel und Wege zu kennen, diese zu dämpfen. Schölzel nennt gleich mehrere Alternativen zu K.O.-Spray („Immunität des Täters möglich“), Pfefferspray („verboten“) und Tierabwehrspray („zweckentfremdet eine gefährliche Körperverletzung!“). Schlimmstenfalls könnte ein Täter diese Döschen sogar entreißen und gegen das Opfer richten – oder das Gas wird gegen den Wind gesprüht. Beides hätte fatale Folgen.

Für ein deutlich besseres Bauchgefühl würde da beispielsweise ein seniorengerechtes Handy mit integrierter Alarm- und GPS-Verbindung zur Großleitstelle sorgen. Noch wirkungsvoller könnte hingegen ein Personenalarm sein, der als kleine Box oder mittlerweile sogar wie ein schmückendes Accessoires getragen werden kann. „Der ist gut!“, wirbt Schölzel für das maximal handtellergroße und günstige Hilfsmittel. „Täter scheuen die Öffentlichkeit, Sie können Ganoven dann mit einem 140 Dezibel lauten Schrillalarm drohen“, sagt der Polizist. Die Funktion ist simpel: Droht echte Gefahr, wird ein Metallstift aus dem Gerät gezogen – ein Alarm, knapp 50 Dezibel lauter als ein Rauchmelder, ertönt. Bis die Batterie geleert oder der Stift zurückgesteckt ist. Manche Geräte verfügen über eine Dauerblitz-Funktion, sind nahezu unzerstörbar. Die Folge: Der Täter fühlt sich ertappt und läuft bestenfalls unter den Augen Umstehender sofort unverrichteter Dinge davon.

Und dann wäre da ja auch noch die eingangs vermerkte nonverbale Kommunikationsebene. Wie man sich in stressigen Situationen tatsächlich „selbst behauptet“, zeigt dann auch noch Manfred Fees, er ist einer von 65 ausgebildeten, gleichsam ehrenamtlichen Sicherheitsberatern. Das sind in der Hauptsache Senioren, die bei Vereinen, Gruppen, in Nachbarschaften oder Organisationen mit Rat und Tat, aber auch Broschüren parat stehen. Multiplikatoren also, die regionsweit dafür sorgen, dass sich Bürger sicherer fühlen können. Übrigens: Im Herbst findet ein neuer Lehrgang für angehende Sicherheitsberater bei der Polizei statt. Infos gibt’s bei Reinhard Schölzel.

Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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