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Izabellas Spezial-Buggy nach über drei Wochen wieder da

09.12.2017

Oldenburg Die Freude ist groß in der Familie von Izabella Ilic: Der Reha-Buggy der Dreijährigen, der am 13. November in der Nähe des Klinikums Oldenburg verschwunden war, ist wieder da. Was mit dem Wagen passierte, ist nicht lückenlos geklärt. Fest steht aber: Die Familie aus Molbergen (Kreis Cloppenburg) ist überglücklich, und sie hat einiges erlebt.

Izabella hat eine seltene Muskelerkrankung. Sie ist blind, kann noch nicht laufen und daher dringend auf den Spezial-Kinderwagen angewiesen. Deshalb hat ihre Mutter in den vergangenen Wochen alles Mögliche und Unmögliche versucht, um das Gefährt wiederzubekommen.

Nach einem stressigen Besuch in der Kinderklinik in Kreyenbrück hatte die Mutter den Wagen aus Versehen beim Einsteigen ins Auto am Straßenrand stehen gelassen. Als sie dies am nächsten Tag bemerkte, war er weg. Emina Ilic fragte überall nach: beim Klinikum, dem Bestattungsinstitut in der Nähe, beim Fundbüro, bei der Polizei. Als alles nichts brachte, startete sie eine öffentliche Suche in den Sozialen Medien und wandte sich Hilfe suchend an die NWZ. Die Resonanz war riesengroß. „Es haben sich ganz viele Leute gemeldet, die uns helfen wollten und auch Spenden angeboten haben“, erzählt Izabellas Mama. Das Geld lehnte sie aber ab. „Das war ja nicht das, was ich wollte. Ich wollte unseren Buggy zurück.“ Zudem hatte die Krankenkasse in Aussicht gestellt, notfalls für Ersatz zu sorgen. Die Familie ist schließlich zwingend auf den Spezial-Buggy angewiesen. Trotzdem sollte, wenn irgendwie möglich, das alte Gefährt wieder her.

Eine zunächst erfolgversprechende Spur ergab sich durch einen Facebook-Hinweis. Ein junger Mann gab an, er habe den gesuchten Wagen gemeinsam mit einem Bauhof-Mitarbeiter aus einem Gewässer in der Oldenburger Innenstadt gezogen. Emina Ilic telefonierte mit ihm, fragte bei der Stadtverwaltung, erkundigte sich beim Bauhof nach einem Mitarbeiter, auf den die Beschreibung des Mannes passt. Vergeblich. Bei weiteren Recherchen verfestigten sich die Zweifel an der Zuverlässigkeit des Hinweisgebers.

Als weiterer Ansatz für die Suche fielen Emina Ilic Second-Hand-Läden ein. Vielleicht versucht ja jemand, den hochwertigen Wagen dort zu verkaufen. „Ich habe etwa zehn Läden in Oldenburg abtelefoniert. Alle waren sehr nett, Hinweise hatte aber niemand.“

Die Hoffnung auf ein Wiederfinden des so schmerzlich vermissten Buggys war nach mehr als drei Wochen fast dahin. Aber einen Anlauf wollte Izabellas Mama noch starten. Sie druckte 150 Handzettel und fuhr mit zwei Freundinnen erneut nach Oldenburg. In der direkten Umgebung des Klinikum wollte sie noch einmal ihr Glück versuchen, den Such-Aufruf aushängen und an den Haustüren verteilen. Beim etwa 30. Zettel dann die Überraschung. Ein junger Mann öffnete und sagte rundheraus: „Meine Mutter hat ihren Buggy gefunden.“

Als die erste Verblüffung überwunden und die Beteiligten befragt waren, stellte sich die Geschichte so dar: Die Finderin hatte den Buggy an der Straße stehen sehen, aber erst einmal dort gelassen. Als es nach einigen Stunden zu regnen anfing, habe sie ihn ins Haus geholt, gibt Emina Ilic das wieder, was ihr berichtet wurde. Die Frau sah den Fund offenbar als glückliche Fügung:  Ihre Tochter hat auch zwei Kinder mit Behinderung. Die Familie lebt in Recklinghausen im Ruhrgebiet, wo der Wagen inzwischen gelandet war.

Als bei den neuen Buggy-Besitzern allerdings die Nachricht ankam, wie sehr sich die rechtmäßigen Eigentümer um die Wiedererlangung bemühen, fuhr ihnen wohl der Schreck in die Knochen. Sie setzen sich umgehend ins Auto und fuhren nach Molbergen, um Izabella ihren Buggy zurückzubringen. „Das war nach 23 Uhr, als die Tochter der Finderin mit ihrem Mann und zwei Kindern hier bei uns ankamen“, erzählt Emina Ilic. „Sie haben sich ganz aufrichtig entschuldigt und gesagt, sie wüssten, wie hart das ist. Schließlich haben sie ja selbst zwei Kinder mit Behinderung.“ Für Izabella brachten sie ein Schoko-Geschenk und ein kleines Plüschtier mit.

Rätselhaft bleibt, wer die Fahrgestell- und die Registriernummer von dem Buggy entfernt hat. Aber das ist für Familie Ilic im Nachhinein nicht wichtig. Das Resümee von Izabellas Mama lautet: „Es ist Wahnsinn, wie viele hilfsbereite Menschen es gibt. Davon bin ich total begeistert.“

Irmela Herold Redakteurin / Online-Redaktion
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