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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Weniger Straftaten gab’s 30 Jahre nicht

02.03.2018

Oldenburg 13 583 Straftaten binnen eines Jahres in Oldenburg. Das macht – rein rechnerisch – rund 37 Delikte pro Tag. Ist so etwas ein Grund zur Freude? Oh ja. Denn dabei handelt es sich um den niedrigsten Wert seit mehr als drei Jahrzehnten. So besagt es die Statistik der Polizeiinspektion Oldenburg.

Diese steht im erheblichen Widerspruch zum ganz subjektiven Bauchgefühl vieler Bürger. „Nirgendwo mehr sicher“, heißt es da in den sozialen Medien. Oder auch „Was ist nur aus Oldenburg geworden?“

Nun, nimmt man allein die behördlichen Zahlen und die persönlichen Worte der hier federführenden Polizeikräfte als Grundlage, wäre die Antwort wohl: „Eine richtig schöne, sichere Stadt.“ Das macht allerdings kaum jemand – weil es im Jahr 2017 einige Straftaten (da sind vor allem Morde, Totschläge und Seriendelikte zu nennen) von solch besonderer Schwere gab, dass sich das schlechte Gefühl für einige Zeit in Hirn und Bauch festsetzte. Deshalb hier einmal ein paar Werte aus besagter Jahresübersicht, die Angst und Sorge zumindest etwas mindern sollten:  Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist von 434 im Vorjahr auf 409 gesunken, gleichzeitig hat sich die Aufklärungsquote um 5 Prozent auf 23 Prozent erhöht.  Deutlich reduziert hat sich die Menge der (gemeldeten) Diebstahlsdelikte – um 956, auf nunmehr 5853.  Es gab im vergangenen Jahr weniger schwere Diebstähle aus Fahrzeugen – 276 statt 308 im Vorjahr. Die Zahl der (bekannten) Fahrraddiebstähle hat sich um 23 Prozent reduziert, von 2066 auf 1591 Fälle.  Registriert wurden weniger allgemeine Sachbeschädigungen und auch weniger Schäden durch Graffitis – dazu gab’s eine verhältnismäßig hohe Aufklärungsquote von 33 bzw. 42 Prozent. Überraschend ist da auch die Zahl der Rauschgiftdelikte. Die ist nämlich ganz leicht von 691 auf 680 gesunken. Die Aufklärungsquote liegt indes bei 95 Prozent.

Die andere Seite

„Die Zahlen insgesamt sind deutlich rückläufig“, sagt da Thomas Weber, der deshalb nun vom Zentralen Kriminaldienst am Friedhofsweg mit eigentlich gutem Bauchgefühl zur Zentralen Kriminalinspektion (ZKI) wechselt. „Die objektive Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden, ist weiter gesunken.“ Zumindest rechnerisch.

Nicht verschwiegen werden dürfen da aber auch die anderen Seiten dieser Statistik. Jene, die halt deutlich markanter im Gedächtnis bleiben.  58 „Straftaten gegen das Leben“ (inklusive der Versuche) sind darin verzeichnet – eine Steigerung von 1450 Prozent im Vergleich zu 2012 (4 Fälle), und von 527 Prozent zu 2014 (11 Fälle). Ein Großteil dieser aktuellen Delikte – gleich 37 Fälle – ist zwar dem Serienmörder Högel zuzuschreiben, es bleiben aber noch immer weitere 21 (2016: 19). „Darunter fällt auch die fahrlässige Tötung“, so Polizeidirektor Eckhard Wache relativierend. Eine Erklärung vermutet er in der Högel-bedingten, erhöhten Sensibilität auf dem medizinischen Sektor: „Denn die Zahl der Todesermittlungsverfahren ist enorm angestiegen.“  Die Zahl der Rohheitsdelikte ist im Jahr 2017 um 3,03 Prozent leicht angestiegen. Sie nehmen trotzdem nur einen Anteil von 12,78 Prozent an der Gesamtkriminalität in Oldenburg ein. Die Aufklärungsquote liegt da zudem bei 87 Prozent.  Nicht minder sieht es bei der Aufbereitung von Sexualstraftaten aus: Die deutliche Steigerung auf 149 bekannte Fälle (2016: 112) erklärt Weber vor allem mit der Anzeige von sexueller Belästigung, die seit der Einführung des Paragraphen § 184i StGB seit Ende 2016 unter Strafe steht. Hier gab es entsprechend einen Anstieg von 0 auf 27 (bekannte) Fälle. Hinzu kam eine erhöhte Verbreitung von pornografischen Schriften.  Einen leichten Anstieg vermerkt die Statistik auch im Segment Raub und räuberische Erpressung – dieser ist vor allem zwei mutmaßlichen Serientätern geschuldet. Der eine hatte mehrere Prostituierte ausgeraubt, der andere überfällt in steter Regelmäßigkeit Tankstellen und Spielhallen.

Opfer und Täter

Nicht nur die Taten, sondern auch Opfer und Tätern werden in dieser Statistik grob geführt. Demnach lebten von 5075 gestellten Tatverdächtigen insgesamt nur knapp zwei Drittel auch in Oldenburg. Der Anteil Nichtdeutscher beträgt 27,47 Prozent (2016: 25,24 Prozent), der Anteil von Kindern und Jugendlichen an der Gesamtzahl der Tatverdächtigen liegt bei 13,85 Prozent.

Bei den Opfern von Rohheitsdelikten ist besonders der Anteil Älterer (über 60 Jahre) „extrem gering“, wie Wache sagt. Erschreckend hingegen bleibt die Zahl der Sexualdelikte an 6- bis 14-Jährigen. Hier verweist die Statistik auf 31 (bekannte) Fälle, gleich 7 bei Unter-Sechsjährigen.

Marc Geschonke
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2107

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