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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Wenn die Kraft gleich nach der Tat nicht ausreicht

14.11.2018

Oldenburg Tritte, Schläge, eine Vergewaltigung – oft ist die betroffene Frau nicht sofort bereit, zur Polizei zu gehen. Damit eventuelle Beweise aber nicht verloren gehen, könnten sie sich an eine Untersuchungsstelle von Pro Beweis wenden. Dort werden kostenlos Spuren so gesichert, dass sie später vor Gericht verwendet werden können. Ob sie tatsächlich jemals genutzt werden, entscheidet die Frau alleine.

„Damit füllen wir eine Lücke, die lange bestanden hat“, sagt Sarah Stockhausen, die zuständige Fachärztin der Oldenburger Außenstelle des Netzwerks, im Gespräch mit der NWZ. Die Hemmschwelle für eine direkte Anzeige bei der Polizei sei bei vielen Betroffenen zu hoch. Trotzdem sei es wichtig, die entscheidenden Spuren zu sichern – am besten so früh wie möglich.

„Wir unterliegen der Schweigepflicht“, stellt die Rechtsmedizinerin klar. Das Heft des Handeln bleibe bei den betroffenen Frauen – oder auch Männern, das Netzwerk legt sich nicht auf das Geschlecht des Opfers fest.

Pro Beweis wird vom Institut für Rechtsmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover koordiniert und vom Land Niedersachsen gefördert. Die Untersuchungen finden in der Regel an den Partnerkliniken statt – in Oldenburg ist das das Evangelische Krankenhaus im Steinweg, wo Ärzte entsprechend geschult wurden: Wie müssen die Fotos aussehen? Welche Spuren sollten gesichert werden? Wie müssen sie aufbewahrt werden? Zu den normalen Dienstzeiten können die Untersuchungen bei Pro Beweis in der Pappelallee stattfinden. Die Kliniken sind mit den geeigneten Materialien ausgestattet: DNA-freie Tüten, sterile Tupfer, standardisierte Fragebögen. Das und noch einiges mehr ist in Spurensicherungs-Boxen zusammengepackt. Dokumente und Fotos werden 30 Jahre lang archiviert, andere Beweismittel mindestens drei Jahre lang aufgehoben. Blut-, und Urinspuren werden tiefgefroren. „Wir bekommen immer wieder die Rückmeldung, dass es den Frauen gut getan hat, dass jetzt jemand Bescheid weiß“, sagt Projektsekretärin Imke Schulte-Brod. Eine psychologische Beratung findet bei Pro Beweis jedoch nicht statt. „Aber wir informieren die Opfer über mögliche Anlaufstellen, die bei allen Problemen helfen.“
Kontakt:Telefon  0176-15 3245 72; www.probeweis.de

Katja Mielcarek Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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