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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Polizei geht von menschlichem Versagen aus

09.02.2018

Oldenburg Der Schrecken war riesig bei allen Beteiligten am Samstagabend, als der Reisebus eines Unternehmens aus Friesoythe am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) statt rückwärts geradeaus weiterfuhr und dabei Wartehäuschen und Hecke zerstörte (die NWZ berichtete).

Nach Polizeiangaben sind die Untersuchungen zur Klärung des Unfallhergangs abgeschlossen. Der schriftliche Bericht liegt noch nicht vor, Polizeisprecher Stephan Klatte merkte aber an: „Die Gutachter haben keine technischen Störungen am Bus festgestellt. Vermutlich ist ein Bedienungsfehler für den Unfall verantwortlich.“ In diesem Fall wird durch Befragung der Zeugen weiter ermittelt.

Der 73-jährige Fahrer aus dem Kreis Recklinghausen – die Polizei hatte dessen Alter zunächst versehentlich mit 63 angegeben – hatte beabsichtigt, mit seinem Bus (54 Sitzplätze) rückwärts aus einer Parkbucht am ZOB zu fahren. Stattdessen setzte sich das Fahrzeug nach vorne in Bewegung, überfuhr den Bordstein, durchbrach eine Hecke und zerstörte den Unterstand aus Metall und Glas. Glücklicherweise wartete dort niemand.

Außer dem Fahrzeugführer befanden sich noch 13 Fahrgäste im Bus. Ein Ehepaar aus Obenstrohe, das vorne auf der rechten Seite saß, wurde dabei verletzt. Die Frau ist seit dem Unfall traumatisiert und in therapeutischer Betreuung.

Zudem habe es am Sonntag ein unschönes Telefongespräch mit dem Busanbieter gegeben, berichtete die Frau, von dem es aber keinerlei Entschuldigung oder Geste des guten Willens gegeben habe. Das Unternehmen habe allein auf die technische Seite bei der Schadensabwicklung hingewiesen. Auf NWZ-Anfrage gab es vom Busunternehmen dazu keine Stellungnahme.

Für Busfahrer gibt es übrigens keine Altersbeschränkung. Dennoch hat der Gesetzgeber Anforderungen definiert. So ist die Fahrerlaubnis maximal fünf Jahre gültig, d.h. Busfahrer müssen sich regelmäßig untersuchen lassen, um die Fahrerlaubnis verlängern lassen zu können.

Oliver Schulz Redakteur / Politikredaktion
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