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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

„Schockierend, wie schnell man den Ruf eines Menschen zunichtemachen kann“

03.05.2019

Oldenburg Eigentlich war der 7. April ein schöner, entspannter Sonntag für Daniela Reim – bis sie eine Nachricht bekam: Sie solle einmal bei Facebook nachschauen, ob sie einen gewissen Nutzer XY kenne? „Aus einem Instinkt heraus“ öffnete Daniela Reim die Facebook-App – und war schockiert.

Daniela Reim, bekannt durch ihre Arbeit für die Beratungsstelle für mobile Beschäftigte, ist Opfer von Cybermobbing geworden. Von vier verschiedenen Facebook-Profilen wurden Beleidigungen über sie in die Welt gesetzt und in mehreren Facebook-Gruppen, in denen sich Rumänen zusammengeschlossen hatten, weiterverbreitet. Für die 47-Jährige ist das katastrophal, weil sie sich bei ihrer Arbeit für die Beratungsstelle vor allem für rumänische Leiharbeiter einsetzt. „Meine Arbeit basiert auf dem Vertrauen der Menschen“, sagt Daniela Reim. Das habe man nun versucht zu beschädigen.

Cybermobbing: Das sagt der weiße ring

Unter dem Deckmantel der Anonymität kommt es im Internet immer wieder zu Beleidigungen und Bedrohungen . Wer Opfer von Cybermobbing wird, sollte nicht auf diese Kommentare antworten, rät die Hilfsorganisation Weißer Ring, die Kriminalitätsopfer unterstützt. Reaktionen könnte das Mobbing nur noch weiter anheizen.

Weiterhin rät der Weiße Ring, sich Unterstützung durch andere zu holen. Dazu gehört, die Seitenbetreiber zu informieren und Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

Um Cybermobbing vorzubeugen, sollte man in sozialen Netzwerken zurückhaltend mit persönlichen Informationen umgehen und seine Privatsphäre durch technische Einstellungen schützen.

„Vermeiden Sie diesen Abschaum“, war in einem dieser Facebook-Beiträge zu lesen. „Sie (Daniela Reim) gibt an, dass sie den Rumänen hilft, aber sie beklaut und betrügt sie.“ Sie arbeite Hand in Hand mit einer Verbrecherbande, verlange Geld für ihre Dienstleistungen und stehle unter anderem Bankkarten, wurde behauptet. Dazu postete der Unbekannte ein Foto der 47-Jährigen mitsamt ihrem Namen und Wohnort.

„Die Behauptungen, die dort über mich aufgestellt wurden, stimmen natürlich nicht“, sagt Daniela Reim. Am 8. April erstattete sie bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt. Doch es folgten weitere Facebook-Beiträge mit Diffamierungen gegen die 47-Jährige. Auch wurden die Beiträge in Facebook-Gruppen von Rumänen in Italien, England und Spanien weitergeteilt, wie Daniela Reim berichtet. In einem Fall habe einer der Täter für sein Fake-Profil ein Bild von einem Pärchen aus dem Internet gezogen und einfach für sich verwendet.

Daniela Reim vermutet, dass der oder die Täter aus Kreisen von Subunternehmern der Fleischbranche stammen. Da sie sich für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen der Beschäftigten einsetzt, sei sie bei den Subunternehmen nicht unbedingt gut gelitten. Außerdem stieß sie auf eine zweite Frau, die von einem der Fake-Profile diffamiert wurde. Auch sie engagiert sich für Arbeiter aus der Fleischbranche.

„Jemand hat versucht, dass Vertrauen der Arbeiter in mich zu zerstören“, so Daniela Reim. „Ziel war wahrscheinlich, Menschen zu finden, die etwas Schlechtes über mich sagen.“ Tatsächlich schlossen sich an die Beleidigungen weitere Kommentare „unter der Gürtellinie“ an – von Menschen, die Daniela Reim gar nicht kennen, wie sie sagt. Andere hätten sie verteidigt und sie ebenfalls auf die Beiträge hingewiesen.

Das Schlimmste an der „Diffamierungskampagne“ ist für Daniela Reim, dass man wenig dagegen unternehmen könne, dass diese Beiträge weiter bei Facebook zu lesen sind. Die Polizei habe Facebook angeschrieben, aber es könnte schon einmal mehrere Wochen dauern, bis eine Antwort vorliege. Auch Daniela Reim wendete sich an das soziale Netzwerk und ärgert sich, dass bisher keine Antwort kam. Mittlerweile wurden jedoch die Profile – und damit auch die Behauptungen über sie – gelöscht, vermutlich von den Tätern selbst.

Die Polizei Oldenburg ermittelt nun wegen Beleidigung und übler Nachrede, wie Pressesprecher Stephan Klatte bestätigt. Bisher gebe es noch keine Angaben zu einem Tatverdächtigen, zum genauen Tathergang könne er sich aufgrund des laufenden Verfahrens nicht näher äußern. Opfern von Cybermobbing empfiehlt er, zur Beweissicherung unbedingt einen Screenshot zu machen, die Tat bei der Polizei anzuzeigen und wenn vorhanden, auch einen Tatverdacht zu äußern. Bei Cybermobbing gebe es oft eine Vorgeschichte. Die Beamten würden dann vertraulich und ohne Vorverurteilung gegen die Person ermitteln. Grundsätzlich rate die Polizei Betroffenen dazu, sich auch psychologisch beraten zu lassen, zum Beispiel vom Weißen Ring.

Daniela Reim ist in ihrem Job immer wieder Anfeindungen ausgesetzt. Die Facebook-Beleidigungen haben sie trotzdem sehr mitgenommen: „Es ist schon schockierend, wie schnell man in sozialen Netzwerken den Ruf eines Menschen zunichtemachen kann.“ Auch war sie erstaunt, dass einige Nutzer die Behauptungen glaubten und diese auch noch kommentierten – ohne den Urheber der Beiträge zu kennen oder zu wissen, ob er die Wahrheit sagte.

Cybermobbing: Hilfe beim Weißen Ring

Juuport: Onlineberatung für Jugendliche von Jugendlichen

Inga Wolter stv. Ltg. / Online-Redaktion
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