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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Nächster Prozess gegen Niels Högel frühestens im Oktober

03.02.2018

Oldenburg /delmenhorst Der anstehende Prozess gegen den Klinikmörder Niels Högel könnte zu einer zähen Angelegenheit werden: Das Landgericht will nur im Drei-Wochen-Rhythmus gegen den ehemaligen Krankenpfleger verhandeln. Hintergrund ist die Sorge, dass andere Verfahren, allen voran eilige Haftsachen, unter dem Mammut-Prozess leiden könnten. Wie das Landgericht am Freitagmorgen mitteilte, wird der Högel-Prozess nicht vor dem 18./19. Oktober beginnen. Der Termin könnte nach Angaben von Pressesprecher Michael Herrmann allerdings auch erst „ein oder mehrere Wochen später“ stattfinden.

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Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hatte Ende Januar dieses Jahres erneut Anklage gegen Niels Högel erhoben. Es ist nach 2006/08 und 2014/15 der dritte Prozess gegen den früheren Krankenpfleger Högel, wegen sechs Taten wurde er bereits verurteilt. Jetzt kommen 97 weitere Mordvorwürfe hinzu.

Högel habe seinen Opfern auf der Intensivstation Medikamente in Überdosis verabreicht, „um seine Fähigkeiten im Bereich der Reanimation gegenüber Kollegen und Vorgesetzten präsentieren zu können und um seine Langeweile zu bekämpfen“, erklärte die Staatsanwaltschaft ihre Anklage. Dabei habe er den Tod der Patienten „zumindest billigend“ in Kauf genommen.

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Mit ihrer Anklage folgt die Staatsanwaltschaft weitgehend den Ermittlungsergebnissen der Soko „Kardio“, die die Mordserie seit Ende 2014 akribisch aufgearbeitet hatte. Lediglich in drei Verdachtsfällen konnte der Tatnachweis „nicht mit der für die Anklageerhebung erforderlichen Sicherheit geführt werden“, hieß es.

Wo genau der Prozess stattfinden wird, ist derzeit noch offen. Nach NWZ-Informationen wird der Prozess wahrscheinlich in den Alten Landtag in Oldenburg verlegt. Es wäre das erste Mal seit den Nazi-Prozessen in den späten 40er-Jahren, dass das Oldenburger Gericht eine solche Verhandlung außerhalb der eigenen Räume führt.

Christian Ahlers
Redakteur
Online-Redaktion
Tel:
0441 9988 2159
Karsten Krogmann
Redakteur
Reportage-Redaktion
Tel:
0441 9988 2020

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