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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Oldenburger hortete dieses Waffenarsenal

17.08.2017

Oldenburg Das gesamte Waffenarsenal, das am Mittwoch vergangener Woche in der Wohnung eines 50-jährigen Oldenburgers sichergestellt worden war, ist mittlerweile gelistet und fotografiert. Nun erklärt sich auch, weshalb das Amtsgericht hier eine Hausdurchsuchung angeordnet hatte, die erst nach einem SEK-Einsatz auch tatsächlich umgesetzt werden konnte: Unter den rund 50 Waffen, die der Mann offen unter seinem Dach gehortet hatte, finden sich verschiedene Teleskopschlagstöcke, Langmesser, Stachel-, Messer- und Schlagringe, sogar eine knapp 1,20 Meter lange Klingenpeitsche.

Neben scharfen Waffen, so die Polizei, und reichlich Munition wurden auch zwei (offenbar erlaubnisfreie, abhängig vom Energielevel) Luftdruckgewehre gefunden – mit Zielfernrohren und Schalldämpfern ausgestattet. Klingt alles irgendwie kritisch, muss es aber vielleicht gar nicht vollumfänglich sein.

Auf den Waffenexperten Manfred Zessner wirke dieser Fund auf den ersten Blick eher wie ein Sammelsurium – „teils unproblematisch, weil erlaubnisfrei, in einigen Fällen nach Waffengesetz verboten, in anderen nicht eindeutig zuzuordnen“. Letzteres übernehmen nun Polizei und Stadt.

Allerdings: Der Besitz von Wurfsternen, Würgehölzern, Nunchakus und Schlagringen ist verboten. Das Führen aller oben genannten Waffen ohnehin. Auch Munition – darunter Packungen neueren Datums und vielerlei Patronen, die nicht zu den vorhandenen Schusswaffen passen – ist seit 2003 „in allen Konsequenzen erlaubnispflichtig“, so Zessner, gleiches gilt für den Revolver und weitere Waffen. Eine Erlaubnis, die der 50-Jährige dem Vernehmen nach nicht besaß.

Vielleicht war dies ja auch der Grund, weshalb er den Beamten den Zugang zu seinem Haus verwehrt und mit einer Waffe bedrohlich am Fenster gestanden hatte. Das alles wird noch zu klären sein, vor allem juristisch: Nach dem SEK-Einsatz wurde der Mann wie berichtet in eine Klinik eingewiesen.

Knapp 8000 Waffen sind aktuell in Oldenburg registriert. Dass die Dunkelziffer aber um ein Vielfaches größer sein mag, hängt sicher auch mit dem komplexen Waffenrecht zusammen – vielen Menschen ist gar nicht bewusst, welch verbotene Gegenstände möglicherweise in heimischen Schubladen liegen. „Bis 1973 konnte jeder im Katalog scharfe Waffen und Munition bestellen“, so Zessner – „davon hat man natürlich Gebrauch gemacht.“

Anfang des Monats wurde nicht zuletzt aus diesem Grunde das Waffenrecht geändert – bis zum 1. August 2018 gibt es nun eine Amnestieregelung, die allen Bürgern eine freiwillige straffreie Abgabe illegaler Waffen und Munition erlaubt. Mit Ausnahme von Kriegswaffen sollten Besitzer diese bei der Polizei oder den Waffenbehörden abgeben. Zwar ziehe während dieser Amnestie „auch der Transport unerlaubter Waffen und Munition auf dem direkten Weg zur Abgabe“ keine strafrechtlichen Konsequenzen nach sich, wie es von der Stadt heißt. Sinnvoller erscheint es jedoch, dass Waffen nach vorheriger Kontaktaufnahme mit den entsprechenden Behörden von deren Mitarbeitern abgeholt werden.

Die Amnestieregelung gilt laut städtischer Mitteilung auch für Munition, für die ein Umgangsverbot besteht: „Dazu gehören: panzerbrechende Munition, Munition mit Spreng- und Brandsätzen, mit Leuchtspursätzen sowie Geschosse für diese Munition und Munition mit Geschossen, die einen Hartkern enthalten“. Sie werden behördlich sicher vernichtet.

Legale Waffen können überdies immer beim Bürger- und Ordnungsamt abgegeben werden. Weitere Infos bei den Polizeidienststellen oder dem Fachdienst Sicherheit und Ordnung (als Waffenbehörde der Stadt) unter Tel. 235 26 21.

Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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