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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Machtlos im Kampf gegen Tuner-Lärm und Raserei

20.09.2017

Oldenburg Nicht allzu oft ist die Sichtweise unter Ratspolitikern so deckungsgleich wie beim Thema Lärmbelästigung und Verkehrsgefährdung durch Raser in der Nacht. Der vom Grünen Sebastian Beer eingebrachte Tagesordnungspunkt bewegte die Mitglieder des Verkehrsausschusses.

„Wenn die getunten Autos auf der Alexanderstraße vorbeirasen, sitze ich manchmal nachts senkrecht im Bett“, berichtete beispielsweise Germaid Eilers-Dörfler (SPD). Ratskollegin Petra Averbeck (CDU) wusste von den lautstarken Szene-Treffen unter der Autobahnbrücke am Marschweg zu berichten. Und Franz Norrenbrock (FW/LKR) wiederum hatte kürzlich „Wettrennen auf der Nadorster Straße“ registriert. Christiane Rathjen-Damerau fühlte sich gar „terrorisiert“.

Den Vorwurf der Untätigkeit wiesen Verwaltung und Polizei allerdings zurück. „In den betroffenen Bereichen finden Geschwindigkeitsmessungen statt. Allerdings sind diese Leute so gut vernetzt, dass sie sich darauf einstellen und die Kontrollen umfahren“, berichtete Bernhard Stegemann, der als Verkehrsexperte der Polizeiinspektion im Ausschuss vertreten ist.

Grundsätzlich sind Tuner und Raser zwei Gruppen mit unterschiedlicher Motivation. „Wir arbeiten vor allem präventiv und suchen die Szene vor Ort auf, zum Beispiel nach Ladenschluss auf der riesigen Famila-Parkfläche in Wechloy. Wir sind da am Ball.“

Lesen Sie hier eine Reportage zum Thema: Aufsatteln, Freunde! Von Tunern, Rasern und der asphaltgrauen Zone dazwischen

Sebastian Beer wollte sich mit der Antwort nicht abfinden. „Mit diesem Thema beschäftigen wir uns nun seit fünf Jahren. Und es ist für die Bevölkerung nach wie vor ein großes Ärgernis. Wenn die Maßnahmen nicht greifen, muss man eben die aufgemotzten Fahrzeuge aus dem Verkehr ziehen.“

Zudem regte der Grünen-Ratspolitiker die Montage von Schranken auf dem Famila-Gelände an. „Um zu verhindern, dass der Parkplatz von der Szene in Beschlag genommen wird, muss man ihn so gestalten, dass er nicht in Beschlag genommen werden kann.“

Auch in der Innenstadt gibt es immer wieder Beschwerden von Anwohnern. Der Wallring stehe hier schon länger unter Beobachtung, sagte Prof. Bernd Müller. „Wegen der Raserproblematik hat das Bürger- und Ordnungsamt zusammen mit der Polizei in den vergangenen Monaten im Wallring jeweils eine Geschwindigkeitsmessung am Freitag bis etwa 22.30 Uhr durchgeführt“, teilte der Verkehrsamtsleiter mit.

Er müsse allerdings einräumen, dass „wir nicht genügend Kräfte haben, um noch häufiger Streife zu fahren. Wir sind in diesem Bereich dankbar für Hinweise aus der Bevölkerung. Mehr können wir leider nicht machen.“