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46 Millionen Euro für „Seute Deern“
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Aktualisiert vor 34 Minuten.

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46 Millionen Euro für „Seute Deern“

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Dement am Steuer – die steigende Gefahr

18.10.2019

Oldenburg Da steht es, in der Einfahrt. So wie immer. Jahrzehntelang war die Fahrt mit dem Auto Alltag. Der Schlüssel in der Hand, das Kuppeln, Schalten, Blinken und Bremsen. Doch die Krankheit raubt das Alltägliche. Sie greift Reaktionsvermögen und Orientierungssinn an, was früher Spaß gemacht hat, ist plötzlich purer Stress. Doch wann darf ein Erkrankter nicht mehr hinters Steuer? Eine heikle Frage. Mechthild Förster (62) hat dies mit ihrem Mann erlebt.

Im April 2015 hat Helmut Förster die Diagnose erhalten. „Meine Schwiegermutter war an Demenz erkrankt und der Arzt kannte die familiäre Vorgeschichte, so dass wir schnell Klarheit hatten“, sagt Förster. Neben all den Dingen, die auf Betroffene und ihre Angehörigen einprasseln, entwickelte sich auch Autofahren zu einer Baustelle. „Ich habe gemerkt, dass die Reaktionen nicht mehr so sind“, sagt Förster. Irgendwann hat dann einer der Söhne des Ehepaares das Wort ergriffen und seinem Vater klipp und klar gesagt, dass er nicht mehr mit ins Auto steigen werde. Auch gute Freunde der Familie richteten ein offenes Wort an den Erkrankten. Helmut Förster hatte ein Einsehen, er verkaufte das Auto.

Rat vom Hausarzt

„Doch so verläuft das nicht immer“, sagt Ute Richwien-Emken von der Demenz-Informations- und Koordinationsstelle Oldenburg, kurz DIKO. Gemeinsam mit dem dem Demenz-Netz Oldenburg lädt die DIKO für Mittwoch, 23. Oktober, ins PFL zu einem Informationstag „Demenz und Autofahren“ ein. Der Eintritt ist frei. Der Tag mit Fachvorträgen beleuchtet das Thema von 13.30 Uhr bis 17.45 Uhr unter anderem aus ärztlicher und juristischer Sicht und richtet sich an alle, die Fragen haben.

Unterstützung holen

Denn dies sei ganz wichtig, betont Richwien-Emken, sich Hilfe holen. Auch Mechthild Förster hatte sich seinerzeit ein Herz gefasst und den Hausarzt um Rat gebeten. „Das ist die richtige Herangehensweise“, sagt Richwien-Emken. Betroffene und Angehörige brauchen Rat von außen. „Und wenn keine Familie oder Freunde da sind, die zur Seite stehen können, dann hilft natürlich auch die Beratungsstelle weiter.“

Für viele sei das Ende der eigenen Fahrkarriere ein sensibles Thema. „Auch meinem Mann“, sagt Mechthild Förder, „ist es schwer gefallen, das Auto abzugeben.“ Und auch wenn viele Erkrankte gerade in der Anfangszeit noch in der Lage sind, ein Auto zu steuern, nimmt die Fähigkeit im Krankheitsverlauf jedoch ab. Eine ungewohnte Baustelle auf dem bekannten Nachhauseweg reiche etwa schon aus, um Erkrankte aus der Bahn zu werfen.

Doch es gibt Alternativen: Um den Umstieg auf die Öffentlichen Verkehrsmittel zu erleichtern, bietet die VWG etwa ein vergünstigtes Jahresticket oder wahlweise 40 kostenlose Einzeltickets an. In Anspruch nehmen könne dies Personen, die aus Alters- oder Krankheitsgründen freiwillig die Fahrerlaubnis abgeben. Zuständig ist die Führerscheinstelle, Stiller Weg 10.

Auch die Polizei plädiert darauf, im Fall des Falles den Führerschein abzugeben: „Fällt eine altersbedingte Fahruntüchtigkeit auf, ist es immer sinnvoll, das Gespräch zu suchen und die betroffene Person behutsam und verständnisvoll auf die Notwendigkeit einer sicheren Fahrweise hinzuweisen“, heißt es dazu. Und:  „Eine rechtzeitige und freiwillige Abgabe des Führerscheins ist der dauerhaften Entziehung der Fahrerlaubnis durch eine Behörde immer vorzuziehen.“ Denn im schlimmsten Fall begeht jemand sogar eine Straftat, der „infolge geistiger oder körperlicher Mängel“ nicht in der Lage ist, ein Fahrzeug sicher zu führen“ und dadurch etwa den Verkehr gefährdet.

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Mareike Weberink Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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