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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Alkohol + Drogenpille = Freispruch für Messerattacke

16.04.2019

Oldenburg Im Prozess gegen den 21 Jahre alten Mann aus Polen, der sich wegen schweren Raubes und schwerer räuberischer Erpressung vor dem Oldenburger Landgericht verantworten musste, ist der Angeklagte von allen Vorwürfen freigesprochen worden. Grund dafür ist der Umstand, dass dem Angeklagten eine Schuldunfähigkeit bescheinigt wurde. Der 21-Jährige hatte am 13. Oktober vorigen Jahres in einem Wohncontainer für polnische Bauarbeiter mit einem Cuttermesser auf zwei Landsleute eingestochen und die Männer ausgeraubt.

Das hätte dem Angeklagten gut und gerne mehrere Jahre Gefängnis einbringen können. Die Tat hatte aber von Anfang an keinen Sinn gemacht. Es hatte keinen Streit gegeben. Der 21-Jährige konnte auch nur zehn Euro und zwei alte Handys rauben. Selbst verfügte er aber noch über ausreichend Geld. Und auch mit den alten Handys der Landsleute konnte er nichts anfangen. Nach der Tat war der Angeklagte überrascht gewesen, dass er festgenommen wurde. Er wusste nicht, warum.

Im Prozess stellte sich heraus, dass der 21-Jährige vor der Tat Alkohol getrunken und eine ihm unbekannte Pille (Amphetamin) geschluckt hatte. Der Konsum der Pille habe zu einer starken Wesensveränderung geführt. Zeugen beschrieben den Angeklagten als völlig abgedreht. Das psychiatrische Gutachten ging dann auch von einer Schuldunfähigkeit des Angeklagten aus. Und wer ohne Schuld handelt, muss freigesprochen werden. Positiv für den 21-Jährigen fiel auch ins Gewicht, dass die Verletzungen der Landsleute nicht gravierend gewesen waren.

Der Angeklagte ist nicht vorbestraft. Er hat weder ein Drogenproblem noch psychische Beeinträchtigungen. So kamen auch Unterbringungsmaßnahmen nicht in Betracht.

Bis zu seinem Prozess saß der 21-Jährige in Untersuchungshaft. Aufgrund des Urteils konnte er den Gerichtssaal aber als freier Mann verlassen. Er wurde dann in einen Bus nach Warschau gesetzt, von wo er seinen Heimatort erreichen kann.

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