• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Marcus Wiechmann Bei Der Wpp In Oldenburg: Wie die „Sea Watch III“ in drei Wochen 890 Leben rettete

24.02.2020

Oldenburg Raus aus dem Wasser hinein ins Wasser. Steter Regen bot an diesem Sonntag die stimmige Kulisse für die zweite Vortrags-Matinee im Rahmen der Ausstellung „World Press Photo“ im Schloss: Der Bremer Fotograf Marcus Wiechmann berichtete in Wort und Bild von einer Rettungsmission des Schiffes „Sea Watch III“ im Mittelmeer.

Mit im Schlauchboot

Es waren beeindruckende Schilderungen, die Wiechmann von seiner dreiwöchigen Fahrt im Januar/Februar 2018 an Bord des Schiffes, das der Nichtregierungs-Organisation (NGO) „Sea Watch“ gehört, dem Publikum in der ausverkauften Buchhandlung Isensee gab. Denn in der Regel schaffen es die Zahlen von geretteten oder ertrunkenen Flüchtlingen in die Nachrichtensendungen, selten aber die Erlebnisse von direkt Beteiligten an einer Rettungsmission.

NWZ-Spezial: Die Geschichten hinter den Bildern & alle Termine

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Wiechmann, der in Hannover Dokumentarfotografie studiert, kam durch Vermittlung eines Kommilitonen zu dem Platz auf der „Sea Watch III“. Offiziell arbeitete er an Bord als Journalist und bediente die Internet-Auftritte der NGO, musste aber auch bei den Rettungsaktionen in eins der Schlauchboote. Hier entstanden (Wiechmann: „Immer eine Hand an der Kamera und eine an der Reling“) seine eindrucksvollsten Aufnahmen.

Lesen Sie auch:

„world Press Photo“ In Oldenburg
Bilder, die im Innersten berühren

Der erste Einsatz der „Sea Watch III“ fand kurz nach dem Auslaufen des Schiffes aus dem Hafen von La Valletta auf Malta statt. Am 16. Januar 2018 wurde man in die SAR-Zone („suchen und retten“) vor der libyschen Küste gerufen – der Mittelmeer-Überwachung war ein Boot in der Nähe der „Sea Watch III“ aufgefallen. „In stockdusterer Nacht“ habe man den wahrscheinlichen Aufenthaltsort des Flüchtlingsbootes gesucht und „mit viel viel Glück“ auch gefunden: 148 Kilometer vor der Küste Libyens trieben 165 Menschen in einem Schlauchboot mit defektem Außenbordmotor durch die Nacht.

Bei dramatisch hohem Wellengang, das zeigten die Fotos, wurden die Flüchtlinge mit Hilfe der beiden Beiboote der „Sea Watch III“ an Bord geholt – und kaum war das erledigt, folgte bereits der nächste Notruf: Ein spanisches Rettungsschiff war überbelegt und drohte instabil zu werden. Die „Sea Watch III“ übernahm 265 der Menschen dort und brachte schließlich alle 430 Flüchtlinge wohlbehalten nach Messina auf Sizilien.

Einer von ihnen, James aus Sierra Leone, erzählte dem Fotografen die Irrfahrt seiner Flucht durch den halben Kontinent Afrika, von Milizionären in Libyen, die sich auf das Entführen von Menschen spezialisiert haben, von Gewalt und Missbrauch in den Lagern und von der Hoffnung auf ein besseres Leben in Europa.

Marodes Holzboot

Kurz danach schon gab es neue Aufgaben für die „Sea Watch III“. So wurden bei der zweiten Mission 303 Menschen aus einem maroden Holzboot an Bord geholt, später dann 175 Flüchtlinge ebenfalls aus einem Holzkahn. Insgesamt habe die Mannschaft in den drei Wochen auf See 890 Menschen vorm Ertrinken gerettet und – nach zum Teil stundenlanger Prozedur bei den Einreisebehörden – in Messina oder Trapani (Sizilien) an Land gesetzt.

Lesen Sie auch:

World Press Photo In Oldenburg
Wenn Realität die Niedlichkeit verdrängt

Emotional (unter anderem bei Gottesdiensten an Bord) und kräftezehrend (bei Training, Einsatz und beim „Klar Schiff“-Machen) sei die Mission für ihn gewesen. Gleichzeitig gelangen Wiechmann Fotos und Videos, die Menschen im Meer zeigen, ihre Ängste und Nöte, aber auch ihre Erleichterung und Freude bei der Ankunft der Retter.

Der große Wahl-Check Oldenburg
Sagen Sie uns Ihre Meinung und sichern Sie sich im Anschluss die Chance auf 5x 100 €-Gutscheine für den Nordwest-Shop.

Klaus Fricke
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.