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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Beil-Angriff: 5 000 Euro für Hinweise

11.05.2019

Oldenburg Solch eine hohe Belohnung hat es schon länger nicht mehr in Oldenburg gegeben: 5 000 Euro wollen die Ermittlungsbehörden in Aussicht stellen – für Hinweise auf ein bislang unbekanntes Duo, das Anfang April einen Lebensmittelmarkt an der Hauptstraße überfallen und dabei wie berichtet mehrere Menschen verletzt hatte.

Darunter der 64-jährige Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma, den die Täter nach Ladenschluss bei seinem Rundgang überrascht, mit Reizgas eingesprüht und schließlich mehrfach mit dem stumpfen Metall-Ende eines Beils auf dessen Schädel eingeschlagen hatten. Lebensgefahr bestand zwar nicht, so hieß es damals, allerdings musste der Mann mit mehreren Platzwunden in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Weitere Mitarbeiter wurden ebenso durchs Pfefferspray leicht verletzt – vier Frauen im Alter zwischen 22 und 42 Jahren sowie ein 24-jähriger Mann mussten noch vor Ort von Rettungskräften betreut werden.

Immerhin: Die betroffenen Marktmitarbeiter sind wieder einsatzfähig – und nein, niemand habe gekündigt, heißt es aus der Marktleitung und in Widerspruch zu schnellen Meldungen, die durch die Sozialen Medien geisterten. Tatsächlich hätten die Frauen und Männer das Geschehen gut verarbeitet – so auch der beim Überfall so schwer verletzte Sicherheitsmann.

Viel Geld für Hinweise

Hinweise und Belohnung

Hinweise zur Tat und zu den Tätern erhoffen sich die Ermittler der Polizei unter Telefon  790 41 15.

Über die Zuerkennung und Verteilung der Belohnung in Höhe von 5000 Euro wird üblicherweise unter Ausschluss des Rechtswegs entschieden. Die Belohnung ist ausschließlich für an der Straftat nicht beteiligte Privatpersonen – und somit nicht für Amtsträger bestimmt, zu deren Berufspflicht die Verfolgung strafbarer Handlungen gehört.

Von den beiden Tätern fehlt trotz rascher Alarmierung durch die Angestellten bislang jede Spur. Bisherige Zeugenhinweise und auch die Bilder aus den Überwachungskameras belegen, dass die mit Sturmhauben maskierten Männer nach der „extrem brutalen Tat“, wie es aus der Behörde heißt, fußläufig entkommen waren – mit Bargeld in (wohl aus ermittlungstaktischen Gründen) ungenannter Höhe, das sie sich im Büro des Marktes gesichert hatten.

Polizeipräsident Johann Kühme will für entscheidende Hinweise nun 5000 Euro ausloben, so NWZ-Informationen. Das ist durchaus überraschend, da frühere (vermeintlich schwerwiegendere) Taten in Oldenburg mit gleicher oder deutlich niedrigerer Summe belegt wurden.

5000 Euro wurden beispielsweise Ende 2017 und damit Monate nach dem spurlosen Verschwinden der Polin Danuta Lysien für die Aufklärung des vermutlichen Mordfalls versprochen. 5000 Euro wurden auch im Frühjahr 2018 am Tag nach der Bluttat in der Bergstraße ausgelobt, als ein bis dato Unbekannter (inzwischen aber verurteilter 29-jähriger Mann) einen 17-jährigen Schüler niedergestochen und so fast getötet hatte. Immerhin 3000 Euro gab es für Hinweise auf den Feuerteufel, der hier im Sommer 2015 rund zwei Dutzend Fahrzeuge in Brand gesetzt hatte. Gesamtschadenshöhe damals: rund eine Viertelmillion Euro.

Weshalb Höchstsumme?

Ist ein Einsatz der Höchstbelohnung (bei höheren Summen muss das Justizministerium eingeschaltet werden) in diesem Fall also wirklich gerechtfertigt? Auch wenn sich die Behörden dazu nicht näher äußern wollen, können zumindest einige Gründe dafür sprechen. Da ist beispielsweise die Qualität der Gewalt, die hier insbesondere gegen den Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes angewandt wurde – wurde der Tod des Mannes da billigend in Kauf genommen? Die Bilder aus der Überwachungskamera scheinen zumindest dafür zu sprechen.

Lesen Sie auch: Täter schlagen auf Kopf eines Mitarbeiters ein

Ein weiteres Argument für die hohe Belohnung könnte die Zahl der möglicherweise bereits anhängenden oder gar drohenden Delikte sein. Erkennen die Ermittler hier Querverbindungen? Gibt es somit einen überregionalen Bezug? Denn immerhin: Zahlreiche Raubüberfälle wurden in diesem Jahr bereits auf Rewe-Märkte im gesamten Bundesgebiet verübt.

Eine Verbindung in die Organisierte Kriminalität, also eine überörtlich agierende Bande, ist damit zumindest nicht unwahrscheinlich. Eine Bestätigung für diese Annahme gibt es aus der Behörde aber nicht. Die Unternehmensgruppe selbst schweigt sich zu den Geschehnissen überdies aus, dabei handle es sich um eine interne „strategische Entscheidung“. Man wolle das laufende Verfahren nicht kommentieren.

Allerdings hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass lokale Auslobungen auch lokale Erfolge gebracht haben. Gut möglich also, dass die Ermittler nicht minder in und aus der Oldenburger Bevölkerung Hinweise auf Tat und Täter vermuten. Dass die Unbekannten offenbar nicht mit einem Auto oder anderweitig motorisiert direkt vom Lebensmittelmarkt-Gelände flohen, sondern in ungeklärte Richtung fortrannten, könnte ebenso auf einen Bezug in die Stadt deuten.

Das sind die Täter

Die beiden flüchtigen Männer wurden kurz nach der Tat als schlank, etwa 1,70 Meter groß und dunkel bekleidet beschrieben. Daran soll sich nach Studium der Videoaufnahmen nichts geändert haben. Der Lebensmittelmarkt in Eversten ist wochentags bis Mitternacht geöffnet, samstags bis 23.30 Uhr. Kaum verwunderlich, dass zu dieser Zeit nur wenige Menschen im Markt und umzu unterwegs sind. Auf diesen Moment hatten die Täter für ihren geplanten brutalen Akt nur gewartet.

Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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