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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Frachter havariert im Küstenkanal

27.08.2018

Oldenburg „Schiffshavarie” lautete in der Nacht von Samstag auf Sonntag die Einsatzmeldung: Im Küstenkanal, auf Höhe zwischen Westfalendamm und Achterdiek, drohte demnach ein Frachter zu sinken. Das Schiff hatte geschredderte Blei-Akkus aus Autobatterien an Bord. Allerdings: „Vom Schiff geht keine Gefahr aus – weder für die Umwelt, noch für den Verkehr“, so ein Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes am Sonntag.

„Zunächst waren die Einsatzkräfte davon ausgegangen, dass über ein Leck Wasser in das Schiff eingedrungen ist. Dieser Verdacht bestätigte sich bislang jedoch nicht“, hieß es dann am späten Sonntagnachmittag aus Reihen der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim, die sich des Vorfalls angenommen hat. Eine durchaus überraschende Aussage. Schließlich waren die Erkenntnisse der über 30 Kräfte von Feuerwehr, Wasserrettung, Polizei und Unterer Wasserbehörde vor Ort noch bis weit in den Sonntagmorgen hinein andere.

So berichtete die NWZ in der Nacht live vor Ort:

Es war Samstagabend, kurz nach 22 Uhr, als ein polnischer Mitarbeiter das eindringende Wasser in einem der Laderäume bemerkt hatte. Der Frachter war laut der Spezialisten abgesackt und habe schließlich auf dem am Rande etwa drei Meter tiefen Grund im Küstenkanal aufgesetzt. Taucher hatten zügig die Gefährdungslage und den Zustand des Schiffs geprüft. Mehr als 150 Kubikmeter Wasser seien in den Frachtraum eingedrungen, hieß es.

Einfach so abpumpen? Das war aufgrund der bis dato wahrscheinlichen Kontamination des Wassers aus Umweltschutzgründen nicht möglich. Um kurz vor Mitternacht war dann aber auch klar: Das Schiff hatte sich keine seitlichen Risse zugezogen, die von Tauchern hätten möglicherweise gestopft werden können, sondern anscheinend „den Unterboden aufgerissen“, wie es hier schließlich hieß. So lag es auf Grund, und das stabil. Das Schiff hat einen Tiefgang von 2,83 Meter.

Immer wieder wurden im Lauf der Nacht Wasserproben genommen, inner- und außerhalb des 85 Meter langen Schiffes. Auch Marken wurden gesetzt, um etwaige Veränderungen im Wasserstand im Blick halten zu können. Die Ergebnisse beruhigten. Nichts drang mehr ein, nichts drang hinaus.

Die Spezialisten von Feuerwehr, Wasserschutzpolizei und Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt befanden spät in der Nacht, dass keine weiteren akuten Maßnahmen nötig seien – aufgrund der stabilen Lage des Frachters. Trotzdem waren Einsatzkräfte vor Ort, um die Pegelstände weiter zu beobachten. TUIS, der Verband der chemischen Industrie, hatte in der Nacht laut Feuerwehr bestätigt, dass von den Stoffen (1200 Tonnen Bleistaub aus Frankreich) selbst keine großen Umweltgefahren ausgingen. Darauf verwies auch erneut die Wasserschutzpolizei am Sonntagabend.

Das Schiff, die „Nawatrans 2“, ist in Moers (Nordrhein-Westfalen) gemeldet, hatte schon einige Vorbesitzer. In ersten Informationen der Einsatzkräfte vor Ort war noch von einem polnischen Schiff die Rede. Tatsächlich stammt die Besatzung aus Polen. Schiffsführer und Steuermann sollen bereits am Mittwoch (da wurde das Schiff offenbar kurz vor der Schleuse festgemacht) planmäßig von Bord gegangen sein und den Frachter „einem jungen Mann übergeben“ haben, wie es jüngst von der Wasserschutzpolizei heißt. Das 800 PS starke Wasserfahrzeug wurde 1966 in Deutschland gebaut und war auf dem Weg nach Nordenham.

In den folgenden Tagen soll unter Federführung des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes geklärt werden, wie und wann der Frachter schnellstmöglich verkehrs- und umweltsicher die Fahrt fortsetzen kann. Derzeit besteht für das Schiff ein Weiterfahrverbot. An diesem Montag werden Taucher wohl noch einmal eruieren, welcher Schaden am Schiff denn tatsächlich vorliegen mag – und wie das Wasser in den Frachtraum gelangen konnte.

Der Küstenkanal wurde nicht gesperrt, die Revierzentrale in Duisburg und die Verkehrszentrale in Bremen hatten allerdings alle durchfahrenden Schiffe über den Vorfall informiert.

Derweil hat sich die Wasserschutzpolizei des „Unfalls“ angenommen und ermittelt zur Ursache. „Bis dato ist noch nicht geklärt, warum Wasser ins Frachtschiff eingetreten ist“, hieß es dazu aus der Behörde auf NWZ-Anfrage. Auch sei „nicht bestätigt“, ob das Schiff tat sächlich auf Grund liegt“, so die Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim in einer Pressemitteilung.

Es war offenbar nicht der erste Negativ-Vorfall mit dem Namen „Nawatrans“ – im Jahr 2010 war bereits ein Frachter mit Namen „Nawatrans II“ im Rhein gesunken, auch dieser hatte Bleigranulat geladen. Vier Jahre später, 2014, war die „Nawatrans VI“ – wiederum mit Bleigranulat – in Papenburg leck geschlagen.

Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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