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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Prozess gegen Menschenhändler hat begonnen

25.10.2017

Oldenburg Wegen Menschenhandels zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung muss sich seit Dienstag ein 44 Jahre alter Mann aus Bremen vor dem Oldenburger Landgericht verantworten. Dem gebürtig aus Bulgarien stammenden Angeklagten wird vorgeworfen, zusammen mit einer gesondert verfolgten Mittäterin Menschenhandel betrieben zu haben. Er soll dabei die Aufgabe gehabt haben, bulgarische Frauen, die der Prostitution in Oldenburg nachgehen sollten, nach Deutschland verbracht und auf Bordelle verteilt zu haben.

Er habe dann die jeweilige Zwangslage der jungen Frauen ausgenutzt und diese ausgebeutet, so die Anklage. Die Frauen mussten laut Anklage rund um die Uhr zur Verfügung stehen und durften ihre Wohnung nur in Begleitung der mutmaßlichen Mittäterin verlassen. Wenn sie „aussteigen“ und der Prostitution nicht mehr nachgehen wollten, sollen sie massiv bedroht worden sein. Die Bedrohung soll sich nicht nur gegen die jeweilige Frau selbst, sondern vor allem gegen deren Familien in Bulgarien gerichtet haben.

Verfahren gestaltet sich schwierig

Über seinen Anwalt ließ der Angeklagte gestern erklären, dass an den Vorwürfen nichts dran sei. Die Frauen seien freiwillig der Prostitution nachgegangen. Er sei sogar überrascht gewesen. In Bulgarien habe er während seiner Ehe eine Affäre mit einer jungen Frau gehabt. Die habe er finanziell unterstützt. Dann aber sei die Frau nach Deutschland gereist, um als Prostituierte selbst Geld zu verdienen. Ganz gepasst habe ihm das nicht. Später hätten dann auch andere bulgarische Frauen als Prostituierte Geld verdienen wollen und ihn nach Kontaktdaten gefragt, so der Angeklagte in der Verteidiger-Erklärung.

Das Verfahren gestaltet sich äußerst schwierig. Die angeklagten Taten liegen schon mehrere Jahre zurück. Viele Frauen sind mittlerweile in ihre Heimat zurückgekehrt. Die 2. Große Strafkammer des Landgerichts unter Vorsitz von Richter Dr. Ralf Busch hat in Zusammenarbeit mit bulgarischen Behörden versucht, die Anschriften der jeweiligen Frauen zu ermitteln. Das ist aber nur zum Teil gelungen. Das Verfahren ist auf sieben Verhandlungstage terminiert und wird an diesem Mittwoch fortgesetzt.

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Landgericht Oldenburg