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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

So fegte Sebastian durch die Stadt

14.09.2017

Oldenburg Er wütet, knallt und rumst und kracht: Sebastian – seines Zeichens unliebsames Orkantief – hinterlässt auch in Oldenburg seine Spuren. Schon am Mittwochmittag haben über 50 Kräfte der Feuerwehren ein gutes Dutzend Einsätze gemeistert: Dass bis zum Nachmittag noch sehr viel häufiger die Sirenen dröhnen werden, ist angesichts der Schlechtwetterlage und der zweithöchsten Warnstufe Rot zu erwarten. Dass es dann trotzdem derart glimpflich abläuft, eher nicht.

Keine Verletzten – das ist die wohl wichtigste Nachricht nach Sebastian. Das Tief hat mehrere Bäume entwurzelt, schwere Äste abgerissen, Dachpfannen gelockert und jede Menge Nass über die Stadt gebracht. Vor allem im Stadtsüden – insbesondere dem Stadtteil Osternburg – scheint Sebastian sehr aktiv. „Irre viel los“, wird es schon um 13.30 Uhr dazu aus der Koordinierungsstelle der Feuerwehr Oldenburg heißen. Neben den hauptberuflichen Kräften sind mittlerweile auch die Freiwilligen aus Osternburg und Eversten in den Dienst bestellt. Nicht zuletzt, weil ihre Drehleitern dringlich benötigt werden.

Denn die Retter sind nicht nur am Boden aktiv, um bereits gestürzte Bäume von der Straße und den Gleisen zu räumen. Sie wirken auch präventiv in der Höhe – also dort, wo ein Absturz von Ästen, Baumkronen oder Dachteilen droht. Auch bei der Polizei gehen derweil vermehrt Anrufe ob herumfliegender Gegenstände ein – Wahlplakate, Müll, auch gleich ganze Mülltonnen schleudert Sebastian kreuz und quer durch die Straßen. Nicht minder betroffen sind die hiesigen Bahnstrecken. Nordwestbahn und Deutsche Bahn haben reagiert, teils Schienenersatzverkehr eingerichtet. Grund sind auch hier umgestürzte Bäume, die nun auf den Gleisen oder in den ge- wie zerstörten Oberleitungen hängen, schlimmstenfalls letztere sogar gleich abgerissen haben. Mit Technikern besetzte Turmtriebwagen werden aufs Gleis geschickt, um zumindest Wartezeiten der Fahrgäste zu minimieren. Deren Ärger aber dürfte trotz aller Mühen groß geblieben sein.

Gleiches gilt für jene Fahrzeugbesitzer, die in den nächsten Tagen oder für alle Zeit auf ihr Vehikel verzichten müssen. Denn hüben wie drüben krachen Bäume auf Autos, sorgen für mittlere bis schwerste Schäden: so in der Gerichtsstraße, so in der Kurzen Straße, so insbesondere am Schmiedeweg. In allen Fällen sind die Autos leer. Kaum auszudenken, wenn ...

Am Nachmittag sperrt die Stadtverwaltung dann aufgrund unbestimmter Gefahrenlagen alle Sportplätze in Oldenburg. Die IGS Kreyenbrück – rundum von gefallenen Bäumen betroffen – lässt den Unterricht ausfallen und sucht Kontakt zu den Eltern ihrer Schüler, um den sicheren Heimweg mit ihnen abzuklären.

Im Oldenburger Tierheim wird unterdessen tief durchgeatmet. Ein umgestürzter Baum hat den Schafstall teilzerlegt, auch die Vogelvoliere und den Schweinestall getroffen. Tiere bleiben unbeschadet – auch, weil die Schafe just zu diesem Zeitpunkt auf der Weide sind.

Weitere Schäden im Stadtgebiet sind am Abend nicht vollends ausgewertet. Feuerwehr und Einsatzleitstelle stehen auch um 18 Uhr noch unter Dauerdampf – unter anderem, weil es in der Rheinstraße brennt und anderenorts die Hydraulik einer teilausgefahrenen Drehleiter den Geist aufgibt. Letztere wird notdürftig noch zusammengeschoben, dann der Wagen im Schritttempo durch die Stadt gen heimatlicher Werkstatt gefahren. „Selten so eine schräge Schicht erlebt“, sagt Brandoberinspektorin Mariella Cannella – 13 Stunden vor ihrem Schichtende und nach mehr als 30 so koordinierten Einsätzen. Bahndamm, Sandkruger und Hundsmühler Straße, Lerigauweg, Zweigstraße, Heiligengeistwall, Am Schmeel, Bürgereschstraße und so weiter und so fort: Überall kracht es oder droht zu krachen. Und am Abend, kurz nachdem ein wunderschöner Regenbogen über der Stadt endlich etwas Ruhe und Frieden verspricht, droht’s erneut: „Gewitter, Warnstufe Orange“.

Immerhin: Mit dem bösartigen Oldenburg-Orkan von 1972 misst sich Sebastian nicht. Ein Glück. Das „büschen Wind“ lässt sich vielleicht ja auch mit etwas Humor ertragen: „Aufgrund des Sturmes rechnet bitte zu jeder Zeit mit Gegenständen (Schilder, Bäume, Pinguine, Planen, etc.) auf den Fahrbahnen“, heißt es da bei den „Verkehrsmeldern Niedersachsen“.

Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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