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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Vorwurf des Menschenhandels: Bulgare freigesprochen

09.11.2017

Oldenburg Im Prozess vor dem Oldenburger Landgericht um Menschenhandel und Zuhälterei ist der aus Bulgarien stammende Angeklagte am Mittwoch freigesprochen worden. Für die erlittene Untersuchungshaft erhält er eine finanzielle Entschädigung vom Staat. Mit dem Urteil erfüllte die 2. Große Strafkammer unter Vorsitz von Richter Dr. Ralf Busch den Antrag des Verteidigers Jens Möckel und den der Staatsanwaltschaft.

Das Verfahren stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Die Taten liegen bereits acht Jahre zurück. Laut ursprünglicher Anklage soll der 44-Jährige bulgarische Frauen, die in Oldenburg der Prostitution nachgehen sollten, nach Deutschland gebracht, bedroht und auf Bordelle verteilt haben. Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung lautete der schwere Vorwurf. Viele bulgarische Frauen aus jener Zeit sind längst in ihre Heimat zurückgekehrt.

Blieb noch eine Frau, die vor acht Jahren den Angeklagten belastet haben soll. Deren Aussage konnte aber nicht verwertet werden, weil sie ohne anwaltlichen Beistand vernommen worden war. Außerdem war diese Frau nicht zum jetzigen Prozess erschienen. Ihr Aufenthaltsort ist unbekannt. Ausgesagt hat eine Frau, die damals auch als Prostituierte hier gearbeitet hatte. Sie entlastete den Angeklagten. Er habe sie nicht zur Prostitution gezwungen, nicht eingesperrt oder bedroht.

Vielmehr sei sie freiwillig der Prostitution nachgegangen, um Geld für ihren kleinen kranken Sohn zu verdienen. Die Aussage war der Frau nicht zu widerlegen gewesen. Nach Recherchen der Kammer hatte sie tatsächlich Geld nach Bulgarien überwiesen und damit den Vorwurf entkräftet, der Angeklagte habe alles kassiert. Die Frau habe sich in der Stadt auch frei bewegen können, sagte Richter Dr. Busch am Mittwoch.

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