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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Tödliche Messerattacke – Rache als Mordmotiv?

24.11.2017

Oldenburg Die Messerattacke hatte im Mai dieses Jahres die Menschen in Oldenburg schockiert: Ein 22-jähriger Syrer muslimischen Glaubens hatte einen Landsmann in der vollen Innenstadt niedergestochen. Seit Donnerstag muss sich der politische Flüchtling vor Gericht verantworten. Der Mordprozess begann unter großen Sicherheitsvorkehrungen vor der Schwurgerichtskammer. Dem Mann wird vorgeworfen, am 31. Mai gegen 18 Uhr in der Achternstraße vor den Augen vieler Passanten den 33-jährigen Landsmann mit mehreren Messerstichen ins Gesicht und Herz getötet zu haben.

Das Tatmotiv sei Rache gewesen, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Sander. Davon will der Angeklagte aber nichts wissen. Über seinen Anwalt ließ er die Messerattacke ins Gesicht des 33-Jährigen als eine Art Notwehr darstellen. An die tödlichen Messerstiche ins Herz will er sich nicht erinnern.

Das Geschehen – das Opfer hinterließ zwei Kinder und eine hochschwangere Frau – hatte einen Vorlauf: Zehn Minuten vor der Bluttat hatten sich am Lappan mehrere syrische Landsleute getroffen, darunter der Angeklagte, das spätere Opfer und ein ebenfalls 22-jähriger Syrer. Der Angeklagte hatte den Gleichaltrigen zur Rede gestellt, weil dieser während des muslimischen Fastenmonats Ramadan eine Zigarette geraucht hatte. Es kam zum heftigen Streit zwischen dem Angeklagten und dem Raucher.

Lesen Sie auch: Mann in der Innenstadt erstochen – zwei Festnahmen (Artikel vom 1. Juni 2017)

Den Ermittlungen zufolge soll das spätere Opfer geschlichtet haben. Doch so sei das nicht gewesen, ließ der Angeklagte über seinen Anwalt erklären. Die Landsleute hätten ihn provoziert und zutiefst beleidigt. Der Raucher – er selbst habe damals wegen des Ramadans vier Tage nicht mehr geraucht und gegessen – habe ihm den Zigarettenrauch direkt ins Gesicht gepustet. Sowohl vom Raucher als auch vom 33-Jährigen sei er massiv geschlagen worden. Und dann hätten die Angreifer seine Mutter, die er viele Jahre nicht mehr gesehen habe, zutiefst beleidigt. Er fühlte sich in der Ehre gekränkt.

Die Landsleute waren dann in die Achternstraße gegangen, der Angeklagte war ihnen gefolgt. Vor einem Bekleidungsgeschäft will der Angeklagte dann erneut befürchtet haben, vom 33-Jährigen geschlagen zu werden. Er habe sein Brotschneidemesser gezogen, um dem Landsmann Angst zu machen. Um den 33-Jährigen auf Distanz zu halten, habe er durch dessen Gesicht geschnitten. Mehr wisse er nicht.

Die Kammer unter Vorsitz von Richter Sebastian Bührmann hat 26 Zeugen geladen, um den Fall aufklären zu können.

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